Monkey Monday #57

Am 29. Januar 1886 reichte Carl Benz beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin das Patent für seinen „Patent-Motorwagen Nummer 1“ ein, Patentnummer DRP 37435. Im Juli desselben Jahres stellte er das dreirädrige Fahrzeug mit Viertaktmotor erstmals offiziell der Öffentlichkeit in Mannheim vor. Der Rest ist Geschichte. Für die folgenden mehr als 100 Jahre blieb Deutschland die globale Autonation Nummer eins.
Heute gilt die einstige Vorzeigeindustrie als Krisenfall. Die Branche ächzt unter hohen Lohn- und Energiekosten, attraktiver Konkurrenz aus dem Ausland und einer Reihe strategischer Fehlentscheidungen, die sich in ihrer Summe als existenzbedrohend erweisen könnten. Stand heute arbeiten immerhin noch rund 725.000 Menschen in der inländischen Automobilindustrie, darunter knapp zwei Drittel (ca.450.000) bei den Endherstellern (OEMs), das verbleibende Drittel bei Zulieferern, Teile- oder Karosserieproduzenten. Ihnen allen steht ein Strukturwandel ins Haus, der jahrzehntelang mehr behindert als konstruktiv begleitet wurde und der nun die stolze Traditionsindustrie hinwegzufegen droht. In diesem Monkey Monday wird beschrieben, wie es so weit kommen konnte, was die so oft als leuchtendes Beispiel beschriebenen chinesischen Autofirmen besser machen und ob es für deutsche Autos noch Hoffnung gibt. Nur wenn letztere Frage bejaht werden kann, sind die niedrigen Bewertungen deutscher Autoaktien für Anleger auch günstig.