Ich muss ehrlich sagen: Als ich mich auf das Gespräch mit Caspar Weimann (Opens in a new window)vorbereitet habe, hat mich das Thema empathiebasierte Gegenrede erst einmal ziemlich wütend gemacht.
Der Gedanke, auf Hass im Netz nicht sofort mit Konfrontation zu reagieren, so wie ich es sonst tue, sondern einen anderen Kommunikationsweg zu wählen, hat sich für mich erst einmal falsch angefühlt. Warum sollte ich mich auf Menschen einlassen, die anderen den Tod wünschen, sie beleidigen oder meine Werte ablehnen?
Gleichzeitig hatte ich – noch bevor ich mit Caspar gesprochen habe – selbst erlebt, dass ein ruhiger, fragender Umgang mit solchen Kommentaren erstaunliche Ergebnisse erzielen kann. Gut ich hab es aber auch etwas auf die Spitze getrieben. Und dennoch: Ich habe noch nie so viele Entschuldigungen bekommen wie in diesen Gesprächen. Und genau das hat mich fast noch wütender gemacht. Weil ich dachte: Ist das wirklich alles? Reicht es manchmal schon, jemanden ernst zu nehmen, ihm bisschen Honig um den Mund zu schmieren und ihm zuzuhören? - Ich muss nämlich dazu sagen, dass ich fast spöttisch und viel zu übertrieben nett war. Ich war sowas wie ein Sexbot auf Threads.