Kontaktfreier Kontaktsport – oder: Wie man mit dem Ball, dem Boden und dem System kollidiert
Ann Kristin Reuter eröffnet diesmal mit einer eindrucksvollen selbsterlebten Leidensgeschichte: Flagg-Football, angeblich kontaktfrei, entpuppt sich als Crashkurs in Sachen Verletzungsmanagement. Ellbogen kaputt, Gips drum, alles halb so wild – bis der Körper beschließt, auf den eigenen Schweiß und das Gipsmaterial allergisch zu reagieren. Hautausschlag, Jucken, Gesicht schwillt an, Antiallergiemittel helfen nicht, sondern machen alles nur schlimmer. Und als wäre das nicht genug, kommt zum linken Arm auch noch ein gegipster Finger an der rechten Hand dazu. Symmetrie muss sein.
Die Parallele zur Weltlage? Klar: Kaum ist eine Krise halbwegs abgeklungen (hallo Corona), steht die nächste schon vor der Tür (Ukraine-Krieg, Iran, Trump, you name it). Während wir noch die Nachwirkungen des einen Desasters versorgen, rollt das nächste schon über uns hinweg. Und manchmal, wenn alles wieder halbwegs normal aussieht, kickt erst die Erschöpfung so richtig rein. Wie nach dem Gips: Alles vorbei, aber jetzt kann ich nicht mehr.

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Die Welt steht in Flammen – und wir kratzen uns nur noch
Ann Kristin bringt es auf den Punkt: Unsere Welt ist ein bisschen wie ihr Körper – überall zwickt und juckt’s, und während wir noch versuchen, einen Ausschlag zu behandeln, taucht schon das nächste Symptom auf. Wer aktuell keine Depression hat, ist verdächtig. „Welche Pillen nimmst du, und wo gibt’s die?“ fragt sie, halb im Scherz, halb im Ernst.
Und dann ist da noch die Klimakrise, die wir eigentlich auch mal angehen müssten. Vielleicht hat der Planet ja einfach eine allergische Reaktion auf den Menschen. Ein alter Cartoon bringt’s auf den Punkt: Die Erde mit Fieberthermometer im Mund, der Mars fragt, was los ist. Antwort: „Ich hab Menschen.“ Und als Corona kommt, gibt’s vom Mars „Corona-Forte“ als Tipp. Ob’s hilft?
Post-Patriarchales Chaos: Die Piraten übernehmen das Ruder
Helge bringt zur Aufmunterung die frohe Botschaft mit dem Blogpost vom 5.5. 2026: „Das Patriarchat wird nicht wiederkommen. (Opens in a new window)“ Aber bevor wir jetzt kollektiv aufatmen, kommt die nächste schlechte Nachricht: Jetzt übernehmen die Piraten. Die kümmern sich um keine Regeln, sondern nur um den eigenen Reichtum. Ob das besser ist? Naja, zumindest ist das alte Spiel vorbei. Chaos ist immerhin geschlechterübergreifend.
Gips, Jucken, Fremdsein: Wenn der Körper nicht mehr mitspielt
Ann Kristin beobachtet an sich selbst, wie sich Krisen anfühlen: Am Anfang ist der Gips noch spannend, fast experimentell – wie der erste Lockdown. Aber je länger es dauert, desto nerviger wird’s. Und als dann auch noch das Gesicht anschwillt, erkennt man sich selbst nicht mehr. Die eigentliche Erschöpfung kommt erst, wenn alles vorbei ist. Dann sitzt man da, alles halbwegs wiederhergestellt, und denkt: „Jetzt kann ich nicht mehr.“
Das kennt jeder, der im Urlaub erstmal krank wird, weil der Körper endlich loslassen kann. Vielleicht brauchen wir nach den ganzen Krisen auch einfach mal eine kollektive Pause – nur blöd, dass die nächste Krise schon vor der Tür steht.
Ölkrise, Indien und der große Induktionsherd-Run
Helge berichtet begeistert wie – von der aktuellen Ölkrise (Stichwort: Irankrieg, Ölbörsen-Schock) angetrieben–diese in Asien für eine echte Transformation sorgt (sollte er sagen Blitztransformation?): In Indien werden Gaskocher in Rekordzeit durch Induktionsplatten ersetzt, nachdem man dies zehn Jahre lang folgenlos diskutiert hatte. Und nun kommt es in 8 Monaten. Wenn schon Krise, dann wenigstens mit ein bisschen Fortschritt. Während Deutschland gequält noch über Tankrabatte nachdenkt, wird in Asien einfach mal umgestellt. Vielleicht ist die Krise ja der Katalysator, den niemand bestellt hat, aber jetzt eben geliefert bekommt.
QualityLand, Quantityland und die Zukunft aus der Steckdose
Ann Kristin erinnert an Marc-Uwe Klings „QualityLand“: Während der Westen in QualityLand vor sich hinoptimiert, ist das asiatische Quantityland längst elektrisch unterwegs. Die Zukunft fährt Elektro, und zwar nicht nur im Roman. Die Realität holt die Fiktion ein – zumindest in Sachen Energie und Mobilität.
Kirche, Bildung, Politik: Die großen Patriarchats-Baustellen
Helge bringt die nächste Großbaustelle ins Spiel: Kirche, Bildungssystem, Politik – alles patriarchale Institutionen, die gerade kollektiv kollabieren. Die Lösung? Antje Schuppe „Affidamento (Opens in a new window)”! Das italienische Konzept des Vertrauens, der Beziehung, der Zartheit – klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Statt Hierarchie und Macht also lieber Netzwerke und Vertrauen. Die Kirche als Männerbund war gestern, heute ist Frauen-Lpmüetenz aka Beziehung angesagt. Zumindest theoretisch.
KI, Kinder und das große Kompetenz-Kuddelmuddel
Und dann ist da noch die KI, die alles weiß und überall mitquatscht. Helge ist (wie immer zu) begeistert, Ann Kristin legt (deshalb energisch) Veto ein: Das Gehirn darf nicht der KI überlassen werden, schon gar nicht bei Kindern. Emotionale Intelligenz, Kreativität, Menschsein – das ist das, was wir jetzt eigentlich bräuchten. Aber das Bildungssystem stammt aus einer Zeit, in der man brave Fabrikarbeiter wollte. Heute wären Überlebenskünstler gefragt, aber die gibt’s nicht im Lehrplan.
Ambidextrie und Protopie: Zweihändig durch die Krise
Helge bringt das neue Zauberwort: “Ambidextrie” – die Fähigkeit, mit beiden Händen gleichzeitig verschiedene Dinge zu tun. Links die alte Welt stützen, rechts die neue bauen. Und dabei immer ein bisschen besser werden, Schritt für Schritt, Protopie statt Utopie. Die 2026er Ölkrise als Treppenwitz der Geschichte: Vielleicht ist sie ja der Weckruf, den wir gebraucht haben, um endlich klimafreundlich umzusteigen.

Fazit: Zwischen Jucken und Hoffnung – Warmgelaufen für die nächste Runde
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Wir sind angewärmt, bereit für die nächste Krise, das nächste Thema, die nächste Runde. Die Welt juckt, das Patriarchat wackelt, die Kirche kollabiert, und irgendwo in Indien brummt ein neuer Induktionsherd. Humor hilft, Beziehungen auch, und vielleicht ist das größte Talent unserer Zeit, mit beidem gleichzeitig klarzukommen.
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