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INs und OUTs 2026

Was kommt, was geht, was bleibt 2026 +++ Die vollständige Liste mit Kommentaren +++ Plus: Männer, die Frauen mögen

Ich liebe liebe liebe Listen.

Und andere Leute lieben Listen auch. Das weiß man, wenn man zum Beispiel für Zeitungen schreibt: Listen klicken gut. Zehn unverzeihliche Modefehler. Die zehn heißesten Männer Deutschlands. Zehn Zeit-Management-Hacks. Zehn Tricks, um nackt gut auszusehen. Wir können gar nicht genug davon bekommen. Wir sind Listenwesen. Wir brauchen Listen like the desert needs the rain. 

Listen geben uns die Illusion von Kontrolle, sie geben Klarheit und Struktur, und das Gefühl, alles sei manageable, sie geben uns etwas, an dem man entlangdenken kann. Listen zu lesen und zu schreiben hat etwas zutiefst Beruhigendes, Befriedigendes an sich. Und IN+OUT Listen sind ein ganz besonderer Spaß. 

Eine gute IN+OUT Liste ist eine hohe Kunst. Eine gute IN+OUT Liste ist pure Poesie.

Eine gute IN+OUT Liste hat den britzeligen Geschmack von Zeitgeist. Sie gibt dir einen kleinen Dopamin-Boost, wenn du etwas liebst, das IN ist und schürt das sexy Feuer der Wut und Rebellion, wenn du was liebst, das OUT ist. Eine gute IN+OUT Liste regt den Kreislauf an, macht wach, streichelt dich am hochempfindlichen Nerv deines Lifestyles—aka den Grundfesten deiner Identität. 

Denn IN zu sein ist einer der stärksten Triebe, die wir haben, stärker als das Bedürfnis nach Sex, stärker als das Bedürfnis nach Schlaf. Die IN+OUT Liste dockt also an das absolut primitivste Grundbedürfnis überhaupt: Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. 

Die meisten IN+OUT Listen sind leider schlecht. Sie sind immer aus den gleichen zwei Gründen schlecht: 

1) Sie sind faul. Es stehen nur Sachen drauf, die schon immer in oder out waren und bis in alle Ewigkeit in oder out sein werden. Nazis, Burnout, Saufen: war alles immer out und wird immer out sein. Nüchternheit, Ausschlafen und Knutschen: für alle Ewigkeit in. Erste Regel: Ewige Sachen gehören nicht auf die IN+OUT-Liste!

2) Sie haben eine Agenda. Wellness und Mental-Health-Unternehmen schreiben auf ihre IN-Listen beispielsweise immer Sachen wie Meditieren, Therapie oder Selfcare und auf ihre OUT-Listen sowas wie Hochverarbeitete Lebensmittel—GÄÄÄÄÄÄÄÄÄHN!!!—und sind eigentlich als IN+OUT Listen getarnte Selbstoptimierungs-Propaganda, die heutzutage wirklich absolut niemand mehr braucht. Deswegen Regel zwei: Sobald du damit was verkaufen willst, ist deine IN+OUT Liste unglaubwürdig. 

(Die einzige IN+OUT Liste, die ich wirklich religiös lese, ist die von Jordan Firstman (Opens in a new window): Sie ist alles, was eine IN+OUT Liste sein sollte. Sie ist lässig, sie ist witzig, sie ist skurril. (Jordan Firstman macht sowieso in jeder Hinsicht alles richtig, ihr solltet ihm folgen.)

Meine IN+OUT Liste zu schreiben ist immer ein großer Spaß. Im Herbst fange ich an, mir Notizen zu machen, und dann all meine stylishen Freundinnen zu fragen, was ihrer Meinung nach IN oder OUT sein wird. Und dann habe ich die besten Gespräche des ganzen Jahres, über Flachspülertoiletten und Dörfer und Van Life und LAB Coffee und LAB Coffees Bedeutung für die Kultur und was es wohl bedeutet, dass die GenZ scheinbar das Bedürfnis hat, vor Dönerbuden oder Kaffeeläden Schlange zu stehen. (Ist es vielleicht eine nostalgische Erinnerung an ihre Jugend, 2021, als sie vorm Supermarkt Schlange stehen mussten?)

Das nächste, was an IN+OUT Listen total berauschend ist: Wenn man behauptet, man wüsste, was morgen ist, glauben einem die Leute einfach. Sobald man die Audacity hat, eine Trendprognose zu veröffentlichen—also in den Raum zu stellen, man sei irgendwie qualifiziert, Trends auszurufen oder für beendet zu erklären—nehmen einen die Leute todernst. Sie glauben dir, wenn du sagst, Leopard Print sei out und sind entweder enthusiastisch in deinem Camp oder leidenschaftlich dagegen. 

Schreibt also IN+OUT Listen. Redet mit euren Freundinnen darüber. Schreibt sie statt guter Vorsätze, denn sie sind guten Vorsätzen in einer entscheidenden Hinsicht überlegen: Es macht Spaß, sie ein Jahr später nochmal anzugucken.

Topic Lifestyle

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