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„Wer kommt denn da gefahren? – Märchenstunde aus dem Rathaus“

Ausgabe vom Sonntag 13 Juli 2025 
Von Erna Schippel - Nicht mein Amt 

Oh schaut mal Kinder!
Erna Schippel - Nicht mein Amt

Neulich klick ich mich so durch Facebook, wollte eigentlich nur mal gucken, ob’s beim NP neue Angebote gibt, da plärrt es plötzlich aus meinem Handy:
„Wer kommt denn da angefaaaahren?“
Ich so: „Weiß ich nicht – die Peanuts? Der Zirkus? Oder doch das Jugendamt?“
Aber nee. Es war der Bauhof. Also… nicht der echte, sondern die Version für Dreijährige mit Sprechverbot.

Liebe Stadt, wir müssen reden.
Nicht über den Bauhof – um Gottes willen, nein! Dem Bauhof gebührt unser Dank! Die Männer (und Frauen?) da rackern sich Tag für Tag für uns ab, sorgen dafür, dass Altentreptow nicht aussieht wie nach’m Dorffest mit Freibier und Windhose. Die fegen, pflanzen, bauen und flicken – und zwar ohne Kamerateam, ohne Hasenstimme und ohne Tamtam. Danke, danke, danke.

Aber was macht das Rathaus draus?
Eine Gute-Nacht-Geschichte!


Mit einer Stimme, die klingt, als würde sie nebenbei auch noch Babybrei einrühren. „Ohhh, schaut mal, da wird ja eine Hecke geschnitten… ist das nicht feiiiin?“ Nee. Ist einfach Arbeit. Und zwar gute. Muss man nicht verniedlichen wie 'nen Plüschhund mit Schleife.

Ich frag mich: Sitzen da im Rathaus jetzt lauter Leute, die denken, Facebook wär 'ne pädagogische Maßnahme? Kommt nächste Woche der Stadthaushalt mit Singsang und Handpuppen? „Ohhh, schaut mal Kinder, das Minus wächst! Aber das ist niiiicht schlimm, das ist nur so, weil der Haushalt müde ist.“

Ich sach’s mal deutlich:
Nicht der Bauhof ist das Problem. Sondern die Leute, die denken, man müsste uns die Welt erklären wie’m Kaninchen das Trampolin.

Altentreptow ist keine Kita-Gruppe auf Wandertag. Wir brauchen keine Facebook-Stories im „Hast-du-schon-eine-Farbe-benannt?“-Ton. Wir brauchen Respekt. Vor dem Bauhof. Vor den Bürgern. Und vielleicht auch ein bisschen vor der eigenen Aufgabe in der Öffentlichkeitsarbeit.

Oder wie die Heidemarie sagt:
Wenn die sich noch weiter blamieren, dann vergrab ich mein Handy im Vorgarten – und sag, das war der Maulwurf.

In diesem Sinne:
Ein Hoch auf den Bauhof.
Und ein Tritt in die Rassel für den Rest.

Mit Amtswitz und Aufpassblick

Ihre Erna Schippel

Norddeutsch, nüchtern – aber nie ganz ohne Hoffnung


Topic Satire aus Altentreptow

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