Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“. Schön, dass du wieder dabei bist.
Das sind die Themen, über die in den letzten Tagen in vielen Medien berichtet wurde:
Ab Jänner 2026 ändert sich eine wichtige Regel für Menschen, die beim AMS gemeldet sind. Am Mittwoch wurde bekannt, dass auch der Gründer des SOS-Kinderdorfes Buben missbraucht hat. Wem vertrauen die Menschen in diesem Land am meisten? Dazu gibt es eine Umfrage.
Doch all diese Informationen sind nur dann nützlich, wenn sie auch verstanden werden. Deshalb schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.
Das sind heute unsere Themen:
🔸 Wer Arbeitslosen-Geld bekommt, darf keinen Nebenjob mehr haben
🔸 Missbrauch: Der Gründer von SOS-Kinderdorf steht unter Verdacht
🔸 Nationalfeiertag: Was Österreich damit am 26. Oktober feiert
🔸 Umfrage: Wem die Österreicher:innen am meisten vertrauen
Was sich für arbeitslose Menschen ab 2026 ändert
Ab Jänner 2026 gibt es eine wichtige Änderung für arbeitslose Menschen in Österreich: Wer Arbeitslosen-Geld oder Notstands-Hilfe bekommt, darf normalerweise keinen Nebenjob mehr haben.
Was war bisher erlaubt? Bis jetzt durften arbeitslose Menschen einen kleinen Nebenjob haben. Sie durften bis zu 551,10 Euro im Monat verdienen. Diese Grenze nennt man Geringfügigkeits-Grenze.
Was bedeutet „geringfügig"? Ein geringfügiger Job bedeutet: Man verdient nicht mehr als 551,10 Euro im Monat. Bei so einem Job ist man gegen Unfälle versichert. Aber man ist nicht automatisch krankenversichert oder pensionsversichert.
Was ändert sich ab 2026? Ab Jänner 2026 ist dieser Neben-Verdienst nicht mehr erlaubt. Wer Arbeitslosen-Geld oder Notstands-Hilfe bekommt und einen Nebenjob hat, muss diesen bis 31. Jänner 2026 beenden. Wenn man das nicht macht und weiter Geld dazuverdient, kann das AMS das Arbeitslosen-Geld zurückfordern.
Wichtig: Es gibt aber Ausnahmen, für die diese neuen Regeln nicht gelten. Manche Menschen dürfen auch 2026 einen geringfügigen Nebenjob haben. Das sind:
1. Langzeit-Arbeitslose über 50 Jahre. Das bedeutet: Man hat mindestens zwölf Monate lang keine reguläre Arbeit gehabt und ist beim AMS gemeldet. Diese Menschen dürfen einmalig bis zu 26 Wochen (ein halbes Jahr) geringfügig arbeiten.
2. Menschen mit Behinderung. Wer eine Behinderung von mindestens 50 Prozent hat, darf weiterhin geringfügig arbeiten. Man braucht dafür ein offizielles Dokument über die Behinderung.
3. Nach langer Krankheit. Wer mindestens 52 Wochen Krankengeld, Rehabilitations-Geld (Geld während einer Reha nach Krankheit oder Unfall) oder Geld für eine Umschulung bekommen hat, darf einmalig bis zu 26 Wochen geringfügig arbeiten.
4. Nebenjob von vor der Arbeitslosigkeit. Wer seinen Nebenjob schon mindestens 26 Wochen hatte, bevor er/sie arbeitslos wurde, darf genau diesen Job geringfügig weiterführen.
Tipp: Wenn du arbeitslos gemeldet bist oder Notstands-Hilfe bekommst und einen Nebenjob hast, sprich rechtzeitig mit deiner Beraterin oder deinem Berater beim AMS. Dort wird geprüft, ob für dich eine Ausnahme gilt oder nicht.
Missbrauch: SOS-Kinderdorf-Gründer unter Verdacht
In einem der letzten Newsletter haben wir bereits über einen Skandal im SOS-Kinderdorf berichtet. In einigen SOS-Kinderdorf-Häusern sollen Kinder Gewalt und Missbrauch erlebt haben. Darüber hat zuerst die Wiener Wochenzeitung „Falter“ geschrieben.
Nun wurde bekannt: Auch Hermann Gmeiner, der Gründer des SOS-Kinderdorfes, wird verdächtigt. Er soll mindestens acht minderjährige Buben sexuell missbraucht und misshandelt haben. Minderjährig heißt: Die Buben waren damals unter 18 Jahre alt.
Wann passierte das? Diese Übergriffe sollen zwischen den 1950er und 1980er Jahren passiert sein. Die acht Betroffenen haben bis zu 25.000 Euro Entschädigung bekommen. Außerdem wurde ihnen eine Therapie bezahlt. Hermann Gmeiner wurde dafür aber nie angeklagt und stand auch nie vor Gericht. Er starb vor ungefähr 40 Jahren.
Hermann Gmeiner hat SOS-Kinderdorf 1949 gegründet. Für seine Arbeit bekam er viele Preise und wurde geehrt.
Heute gibt es in 135 Ländern SOS-Kinderdörfer, vor allem in Asien und Afrika. In diesen Dörfern leben Kinder, die keine Eltern mehr haben. In ein SOS-Kinderdorf kommen auch Kinder aus Familien, wo es Gewalt gibt, oder wenn die eigenen Eltern sie nicht selbst aufziehen können.

Untersuchungen. All diese Vorfälle werden derzeit von Expert:innen untersucht. SOS-Kinderdorf hat eine anonyme Meldestelle eingerichtet. Dort können Personen einen Verdacht melden.
Es gibt auch mehrere Stellen für Erwachsene, die früher in einem SOS-Kinderdorf gelebt haben. „Auch das SOS-Kinderdorf wird mitarbeiten, um all diese Vorfälle genau aufzuklären", sagt Annemarie Schlack. Sie ist die Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf.
Was Österreich am 26. Oktober feiert
Am 26. Oktober feiert Österreich seinen Nationalfeiertag. An diesem Tag erinnern wir uns daran, dass Österreich seit 1955 wieder frei und unabhängig ist. Außerdem hat der Nationalrat damals die immerwährende Neutralität beschlossen. „Immerwährend” bedeutet: für immer.
Die Neutralität begann am 26. Oktober 1955. Das war einen Tag nachdem die letzten ausländischen Soldaten Österreich verlassen hatten. Seit 1965 heißt dieser Tag offiziell Nationalfeiertag.
Was war vorher passiert? Nach dem Zweiten Weltkrieg kontrollierten vier Länder Österreich: die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion. Sie hatten Soldaten in Österreich und bestimmten mit, was in Österreich passierte.
1955 bekam Österreich mit dem Österreichischen Staatsvertrag seine Freiheit zurück. Das bedeutet: Österreich durfte ab dann wieder alle Entscheidungen selbst treffen.
Was bedeutet Neutralität? Auf dem Weg zur Freiheit versprach Österreich, neutral zu sein. Neutral bedeutet drei Dinge: Österreich tritt keinem Militär-Bündnis bei. In Österreich dürfen keine fremden Soldaten ständig bleiben. Und Österreich beteiligt sich nicht an Kriegen. Die Neutralität wurde als besonders wichtiges Gesetz beschlossen.

Wie wird gefeiert? Am 26. Oktober haben die meisten Menschen frei, die Schulen sind geschlossen. An vielen Häusern und Gebäuden hängt die österreichische Fahne.
In Wien zeigt das Bundesheer am Heldenplatz Panzer, Hubschrauber und andere Fahrzeuge. Neue Soldat:innen versprechen dort feierlich, ihren Dienst zu tun. Das nennt man Angelobung. Ähnliche Veranstaltungen gibt es auch in den anderen Bundesländern. Hier (Opens in a new window)findest du ein genaues Programm dazu.
Tag der offenen Tür. Am Nationalfeiertag können Interessierte aber auch das Parlament besuchen. Dort gibt es einen Tag der offenen Tür. An diesem Tag kannst du die Säle ansehen, in denen die Politiker:innen Österreichs arbeiten und wichtige Entscheidungen für das Land treffen.
Auch die Ministerien und das Amt des Bundeskanzlers können an diesem Tag besucht werden. Mehr Informationen dazu findest du hier (Opens in a new window).
Wem die Österreicher:innen am meisten trauen
Seit 25 Jahren werden in Österreich die Menschen gefragt, wem sie am meisten vertrauen. Das Ergebnis der aktuellen Umfrage zeigt: Die Polizei hat das größte Vertrauen. Auch das Bundesheer, die Universitäten, die Statistik Austria und der Bundespräsident bekommen viel Vertrauen. Weniger Vertrauen haben die Menschen in die Medien und in die EU.
Die Umfrage 2025. So liest du die Plus/Minus-Werte: Der grüne Balken zeigt den Unterschied zwischen „vertraue” und „vertraue nicht”. Positive Zahlen (Plus) bedeuten: Mehr Menschen vertrauen dieser Einrichtung als ihr misstrauen. Negative Zahlen (Minus) bedeuten: Mehr Menschen misstrauen als vertrauen.

Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.
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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag, 30. Oktober 2025.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.
Liebe Grüße
Petra und Michi
Team „Österreich für dich“