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„Österreich für dich“ – die wichtigsten Nachrichten der Woche

Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“.
Schön, dass du wieder dabei bist.

In den letzten Tagen waren das die wichtigsten Themen in den österreichischen Medien:

🔸 Debatte: Soll Wehrpflicht verlängert werden?
🔸 Hohe Strafen: Strengere Regeln bei Integration
🔸 Ski-Rennen: Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel


Damit die Informationen auch nützlich für dich sind, schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.

Soll der Wehrdienst verlängert werden?

In Österreich wird seit einigen Tagen über den Wehrdienst diskutiert. Es geht vor allem um die Frage, ob der Wehrdienst in Zukunft länger dauern soll.

Derzeit dauert der Wehrdienst sechs Monate. Vor 20 Jahren war er länger: acht Monate.

Junge Soldaten des österreichischen Bundesheers in Tarnuniformen und grünen Baretts stehen in Formation und legen den Schwur ab. Sie halten Gewehre und heben ihre rechte Hand. Im Hintergrund sind die EU-Flagge und die österreichische Flagge zu sehen.
Derzeit dauert der Wehrdienst sechs Monate. Das könnte sich bald ändern. Foto: BMLV/GREBIEN Wolfgang

Im Jahr 2005 wurde der Wehrdienst verkürzt. Die Regierung wollte damals Geld sparen. Außerdem gab es in Europa keine großen Kriege mehr. Die Verteidigung des Landes schien damit nicht mehr so wichtig zu sein.

Doch die Lage hat sich vor allem mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine verändert. Die Sicherheit in Europa ist nicht mehr so stabil wie früher.

Was ist die Wehrpflicht?

In Österreich müssen alle männlichen Staatsbürger mit 18 Jahren entweder zum Bundesheer oder zum Zivildienst. Diese Pflicht nennt man Wehrpflicht. Sie gilt nur für Männer.

Was ist der Zivildienst?

Wer nicht zum Bundesheer will, kann stattdessen Zivildienst machen. Zivildiener arbeiten zum Beispiel beim Roten Kreuz, in Altersheimen oder bei der Betreuung von Menschen mit Behinderung. Der Zivildienst dauert derzeit neun Monate.

Vorschläge. Im Sommer 2024 hat Verteidigungs-Ministerin Klaudia Tanner (ÖVP) eine Gruppe von Fachleuten eingesetzt. Diese Gruppe sollte überlegen: Wie soll der Wehrdienst in Zukunft aussehen? 23 Expert:innen haben sich damit beschäftigt.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner steht in einem grünen Blazer an einem Rednerpult mit Mikrofonen. Im Hintergrund stehen Offiziere des österreichischen Bundesheers in Uniformen mit goldenen Schulterklappen.
Verteidigungs-Ministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hat Expert:innen den Auftrag erteilt, Vorschläge zum Wehrdienst zu erarbeiten. Foto: Bundesheer/Pusch

Empfehlung. Am Dienstag haben die Fachleute ihre Ergebnisse präsentiert. Sie empfehlen das Modell „Österreich plus“.

Dieses Modell würde so aussehen: Der Grundwehrdienst soll acht Monate dauern (statt wie bisher sechs Monate). Danach müssen sie regelmäßig zu Übungen. Diese Übungen dauern insgesamt 60 Tage, verteilt über mehrere Jahre. Insgesamt sind das zehn Monate Wehrdienst.

Der Zivildienst soll ebenfalls von neun auf zwölf Monate verlängert werden.

Verteidigungs-Ministerin Tanner kann sich eine Verlängerung des Wehrdienstes vorstellen. Aber nur, wenn auch der Zivildienst verlängert wird. „Denn nur dann würden sich auch genug junge Männer für das Bundesheer entscheiden“, sagt Tanner. Sie ist außerdem dafür, dass Miliz-Übungen wieder verpflichtend werden.

Was sind Milizübungen?

Nach dem Grundwehr-Dienst können Soldat:innen zur Miliz gehören. Miliz-Soldat:innen haben im Alltag einen normalen Beruf. Bei Bedarf können sie zum Bundesheer gerufen werden. Das kann bei Katastrophen sein oder in Kriegszeiten.

Früher mussten Miliz-Soldat:innen regelmäßig zu Übungen. Dort haben sie ihre Fähigkeiten trainiert. Seit 2006 sind diese Übungen nicht mehr verpflichtend.

Entscheidung. Ob der Wehrdienst tatsächlich verlängert wird, ist noch nicht entschieden. Jetzt wird darüber mit den anderen Parteien diskutiert. Tanner will aber, dass es bis zum Sommer 2026 eine Entscheidung gibt.

Meinungen anderer Parteien. Die Parteien sehen das Thema unterschiedlich. Die Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS ist sich noch nicht einig. Sie wird jetzt versuchen, eine gemeinsame Entscheidung zu finden.

Die FPÖ findet eine Verlängerung der Wehrpflicht gut. Die Grünen gaben keine klare Meinung dazu ab, wollen aber darüber reden.

Strengere Regeln für Integration

Die Regierung will strengere Regeln für Integration einführen. In Zukunft sollen Asyl-Berechtigte eine hohe Geldstrafe zahlen, wenn sie keinen Deutsch-Kurs besuchen oder einen verpflichtenden Werte-Kurs nicht fertig machen.

Kurse abgebrochen. Grund dafür sind Zahlen aus dem Jahr 2024: Mehr als 10.000 Menschen haben ihren Deutsch-Kurs nicht zu Ende gemacht. Außerdem wurden Werte-Kurse mehr als 2.000 Mal abgebrochen.

Auf dem Bild sieht man, eine Lehrerin in orangefarbenem Blazer.  Sie steht in einem Klassenraum und verteilt Unterlagen an zwei Lernende, die an einem Tisch sitzen. Eine Frau trägt ein blaues Kopftuch, ein Mann einen grünen Pullover. Im Hintergrund ist eine Tafel mit Grammatikregeln zu sehen.
In Deutsch-Kursen und Werte-Kursen lernen Menschen mit Asyl die deutsche Sprache und die wichtigsten Regeln in Österreich. Foto: iStock/Pressmaster

Bisher konnten die Bundesländer weniger Sozialhilfe auszahlen, wenn sich Asyl-Berechtigte geweigert haben, an diesen Kursen teilzunehmen.

Hohe Geldstrafen. Die Regierung will nun zusätzlich Geldstrafen einführen, wenn sich jemand weigert, sich zu integrieren. Noch steht nicht fest, wie hoch diese Strafen genau sein werden. Klar ist nur: Es sollen auf jeden Fall „mehrere tausend Euro“ sein.

Österreich-Charta. Außerdem plant die Regierung eine sogenannte „Österreich-Charta“. Das ist ein Dokument, das Asyl-Berechtigte unterschreiben müssen.

Mit der Unterschrift verspricht man, die Gesetze in Österreich zu achten, die Demokratie zu respektieren und Gewalt abzulehnen. In der Charta wird auch stehen, dass Verachtung von Frauen, Hass auf Jüdinnen und Juden und Feindlichkeit gegenüber homosexuellen Menschen nicht akzeptiert werden.

Wer die Charta nicht unterschreibt, soll ebenfalls eine Strafe zahlen.

Strengere Kontrolle. Neben den Kursen will die Regierung auch Vereine und Moscheen stärker kontrollieren. Wenn Organisationen extremistische Ideen verbreiten oder zu Gewalt aufrufen, sollen sie schneller verboten werden können.

Kritik. Die Grünen bezweifeln, dass eine Unterschrift allein Menschen schneller Deutsch lernen lässt oder dafür sorgt, dass sie Werte besser verstehen. Die FPÖ sagt, überzeugte Extremist:innen würden sich von so einem Dokument nicht beeindrucken lassen.

Das Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel

Am kommenden Wochenende findet in Kitzbühel (Tirol) das Hahnenkamm-Rennen statt. In Österreich ist Skifahren ein sehr beliebter Sport. Viele Menschen fahren selbst Ski. Und noch mehr Menschen verfolgen die Rennen der Profi-Skifahrer im Fernsehen.

Das Hahnenkamm-Rennen ist im Ski-Sport eines der wichtigsten Rennen. Es gibt dieses Rennen schon seit 1931. Das sind fast 100 Jahre. In diesem Jahr findet es zum 86. Mal statt. Bei diesem Rennen starten ausschließlich Männer.

Das Bild zeigt einen Blick auf den Zielbereich der Streif in Kitzbühel. Die Skipiste ist mit roten Sicherheitsnetzen gesäumt. Hunderte Zuschauer in bunten Winterjacken stehen am Rand der Piste. Im Hintergrund sind verschneite Berge und Wälder zu sehen. Eine große Tribüne ist mit Menschen gefüllt.
Streif: Auf dieser Strecke werden die Abfahrt und der Super-G ausgetragen. Foto: Michael Fleischhacker

Die „Streif“. Besonders viele Zuschauer:innen hat die Abfahrt. Sie wird auf der sogenannten „Streif“ gefahren. Diese Strecke gilt als eine der schwierigsten und gefährlichsten Renn-Strecken der Welt.

Die Renn-Läufer erreichen in manchen Abschnitten Geschwindigkeiten von bis zu 145 Kilometern pro Stunde. An der steilsten Stelle, der „Mausefalle“, springen die Skifahrer 40 bis 60 Meter, manchmal sogar bis zu 80 Meter.

Tausende Fans. Je nach Jahr und Wetter kommen an den Renn-Tagen insgesamt bis zu 90.000 Menschen nach Kitzbühel, um die Rennen direkt an der Strecke zu sehen.

Noch viel mehr Menschen schauen sich die Rennen im Fernsehen an. Allein in Österreich verfolgen durchschnittlich 1,16 Millionen Menschen die Abfahrt im ORF.

Am Wochenende werden drei Rennen ausgetragen, die auch im ORF übertragen werden.  

Freitag, 23. Jänner: 11:30 Uhr: Super-G auf der Streif
Samstag, 24. Jänner: 11:30 Uhr: Abfahrt auf der Streif
Sonntag, 25. Jänner: Slalom (10:30 Uhr und 13:30 Uhr)
am Ganslernhang

Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.

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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag,
29. Jänner 2026.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.

Liebe Grüße

Petra und Michi
Team „Österreich für dich“