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Bohemian Rhapsody Forever

Große Popmusik kann uns auch große Rätsel aufgeben. Speziell in den siebziger und achtziger Jahren schafften es absurd sperrige Lieder an die Spitze, bei denen, wenn man mal ehrlich ist, keiner so genau weiß, wovon sie eigentlich handeln.

Ein berühmtes Beispiel ist der Song „Bohemien Rhapsody“ von Queen.

Ich war nie ein Queen-Fan, ehrlich gesagt. Keine Ahnung, warum. Irgendwie waren die Lieder der Band schon in meiner Jugend in den Neunzigern zu ausgelutscht. Dieses penetrante „We Will Rock You“ oder „We Are The Champions“ klang für mich wie stumpfer Stadion-Rock für Deppen und ich stellte mir dazu immer einen unerträglichen, weißen Macho vor, lange bevor ich auch nur einmal richtig hinguckte, wer dieser Freddy Mercury eigentlich war.

Aber manchmal kommt das Leben und zieht dich am Ärmel in an einen Ort, an dem du plötzlich noch nach Jahren ein längst vergessenes Rätsel löst.

Anfang des Jahres durfte ich für einen Geburtstag ein Medley zusammenstellen und arrangieren, was aus den drei Bangern „God Only Knows“ von den Beach Boys, „Strawberry Fields Forever“ von den Beatles und „Bohemien Rhapsody“ von Queen bestand. Und gerade letzteres Lied hat, so darf ich sagen, mein Leben ein bisschen verändert.

Es besteht ein seltsamer, aber fundamentaler Unterschied darin, ob man ein Lied hört oder spielt. Hört man ein Lied, bleibt man irgendwie am Ende immer ein Stückchen weiter „draußen“. Die Musik mag einen berühren und dank Spiegelneuronen auch in die entsprechende Stimmung versetzen. Aber erst einen Song zu spielen, zwingt einem die körperlichen Bewegungen auf, die der Erschaffende beim schreiben und spielen vollzogen hat. Einen großen Hit zu interpretieren ist wie eine intime Choreografie nach zu tanzen. Im besten Fall rutscht man gleich ganz in die Haltung des Komponierenden hinein, wie eine Schauspielerin in eine Rolle.

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