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Sind wir nicht alle ein bisschen Fiona?

Hallo Kinder!

Vor zwei Jahren, als meine Kolumne im Rolling Stone noch ganz frisch war, hatte ich ein Erlebnis der dritten Art (wo kommt diese Formulierung eigentlich her?) mit dem kostenlosen Magazin „Schrot & Korn“ und daher habe ich heute Morgen beim Brötchen holen an der Kasse des hiesigen Bioladens wieder danach gegriffen.

Diese Zeitschrift mit den matten (wahrscheinlich aus altem Klopapier recycelten) Seiten und dem frech-roten Titel, bei welchem das „O“ im Wort „Schrot“ innen eine Kornähre ziert, beginnt genau an dem sagenumwobenen Punkt, wo in dem uns bekannten Raum-Zeit-Kontinuum das Internet endet. Hier finden sich zunächst Kochrezepte (vor allem Kochrezepte) und dann folgen ein paar Artikel mit so Überschriften wie „Essen und Politik“ oder „Geschlechterrollen auf dem Hof: eine Bäuerin packt’s an“.

Vorne ist heute eine Kasserolle in quietschiger Farbe zu sehen, in welcher eine Menge Gemüsekrempel herumliegt, der, mit einer Soße übergossen und irgendwelchem Nussbruch beschmissen, den Appetit der Bioladenkundschaft anregen soll. Da ich eine Vergangenheit auf einer Waldorfschule zu verzeichnen habe, weiß ich einfach zu viel über so ein Essen, als dass mir beim Anblick der Titelseite noch das Wasser im Mund zusammenlaufen könnte.

Am meisten hat es mir aber der hintere, der letzte Teil dieser bockigen, kleinen Zeitschrift angetan. Dort kommen nämlich die „Anzeigen“. Und die verlaufen über die üblichen Rubriken und ich kann mich gar nicht satt lesen, meine Fantasie explodiert, wenn ich manches lese.

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