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Schweigen ist Zustimmung: Kollaps, Wut & Vergesellschaftung

Am 26.04.2026 war ich im Podcast „Schweigen ist Zustimmung“ von Jens Brodersen & Patrick Breitenbach zu Gast.

Patrick und Jens sprechen in dieser Episode mit mir u.a. über den sozialökologischen Kollaps (Opens in a new window): Dabei handelt es sich nicht um eine Apokalypse-Fantasie oder Weltuntergangs-Spinnerei. Im Gegenteil geht es um die messbare, großräumige Zerstörung von Ökosystemen durch Konzerne und fossile Interessen und die darauffolgende Destabilisierung gesellschaftlicher bzw. sozialer Systeme und Verbindungen.

Beispiele: Shell verseucht den afrikanischen Kontinent; Golfstrom und Korallenriffe stehen vor dem Zusammenbruch. Erste Indizien: Ernten fallen aus; Kaffee und andere Lebensmittel werden teurer. Währenddessen bauen Milliardäre Bunker und wir müssen deren egoistische Zerstörungswut ausbaden…

Patrick und Jens fragten mich außerdem:

  • Was hält die Gesellschaft wirklich zusammen? Kapitalistische Lohnarbeit oder Carearbeit und Ehrenamt?

  • Warum rennen wütende Menschen nach rechts, statt nach links?

  • Was bedeutet Vergesellschaftung – und warum sind DWE und VW enteignen kein Sowjet-Reflex, sondern eine konkrete Antwort auf Machtkonzentration?

  • Warum wird gerade jetzt der Sozialstaat geschwächt, statt gestärkt?

  • Was hat es mit dem Rechtruck im ehemaligen Ostdeutschland auf sich?

  • Welche Rolle spielt der Springer-Konzern bei der Verdummung des Diskurses?

  • Und was können Menschen tun, die nicht viel Zeit haben, aber wirksam sein wollen?

Eine Episode über Ökozid (Opens in a new window), den aufkommenden Kollaps, die Fatalität des Kapitalismus, Wut als Treiber von Veränderungen, Kollektivität als Lösungsmöglichkeit und die Frage, ob unsere Demokratie dem standhält, was das auf uns zu rast.

Es wird Zeit für „Budder bei de Fische“!

Da rast etwas auf uns zu, dass wir irgendwann nicht mehr händeln können. Als sogenannte „Normalbürger*innen“ werden wir zukünftig noch mehr als in der Jetztzeit erfahren und erleben müssen, dass wir uns weder auf Überreiche, Großkonzerne noch auf das mangelhafte demokratische System verlassen können.

Wir werden auf uns allein gestellt sein und das kann verdammt ungemütlich werden.

Frage dich einmal ernsthaft, was wohl passieren wird, wenn Lieferketten zusammenbrechen!?

Dann wird nicht nur der Kaffee, die Butter oder das Benzin teurer. Viel krasser: Dann werden sauberes Trinkwasser, Lebensmittel und auch Medikamente zu einem seltenen Gut. Wer sie dann bekommt, wird das sogenannte „Recht des Stärkeren“ entscheiden.

Soziale Unruhen und Verwerfungen können dann zur Tagesordnung und ein neues faschistisches System in Deutschland zu bitterer Realität werden.

Kollektivität (bzw. Vergesellschaftung und Selbstverwaltung) geben uns in diesen bedrohlichen zeiten nicht nur Rückhalt, vielmehr scheinen sie die einzige vielversprechende Lösung, um der kapitalistischen Zerstörung durch Macht- und Geldgier etwas entgegenzusetzen. Unsere Gemeinschaftlichkeit ist das Gegenstüg zum Egoismus der Reichen und Mächtigen. Entscheiden wir gemeinsam über die Dinge die uns betreffen und berühren, dann entziehen wir den Mächtigen die Entscheidungsmacht, die für das unsägliche Desaster verantwortlich ist.

Dass du dich allein und machtlos fühlst, ist nicht nur ein Kalkül von Despoten, Rechtsextremen und Faschos, ebenso ist es die ideale Grundlage für moralverwahrloste Überreiche und die Führungsriegen von Großkonzernen.

Deshalb suchen sie auch immer wieder gegenseitig nach Koalitionen. Denn eines haben sie stets gemein: Das Erlangen und Ausweiten von Macht und Profit ist grundlegend für sie.

Das einzige wovor diese Zerstörer und Mörder Angst haben können, ist unser Zusammenhalt und die Schaffung von Alternativen zum unmenschlichen Kapitalismus. Dieser ist auf dem besten Weg zu einem globalen neofeudalistischen System heranzuwachsen, dessen Zuspitzung wohl oder übel im Feudalfaschismus zu finden ist: Ein faschistoides System über den ganzen Erdball hinweg, in dem uns Überreiche, wie auf einem Schachbrett, hin und her schieben, während sie in ihren Bunkern Champagner schlürfen und Austern in sich rein schroten. Wenn du dich mit dem Spiel auskennst, dann weißt du, dass die Bäuer*innen als erstes geopfert werden…

Nun gut, dass soll es fürs erste gewesen sein

Wenn du mehr über Emotionen wie Wut und deren produktive Potentiale erfahren willst, empfehle ich dir meine neue Blogreihe „GefühlsKollaps“. Der erste Beitrag ist schon online und der zweit folgt in den nächsten Tagen.

Bevor du weiter unten mehr über den Inhalt des Podcasts erfährst und wie du Jens und Patrick unterstützen bzw. finden kannst, lade ich dich ein, eine Mitgliedschaft dazulassen und damit meine freiberufliche Arbeit als Publizist und Autor zu unterstützen.🤗🎁

Bleib stabil und umtriebig – schließ dich mit anderen zusammen – und lass dir nicht vom kapitalistischen Aufstiegsverbrechen Müll ins Hirn pflanzen.

Ende

Themen

  • Ökozid: Definition, Ausmaß und politische Nicht-Wahrnehmung

  • Sozial-ökologischer Kollaps – Kipppunkte, Lieferketten, gesellschaftliche Folgen

  • Vergesellschaftung als Antwort: VW enteignen, Deutsche Wohnen & Co enteignen

  • Rechtsruck im Osten: Politikversagen, Wende-Trauma und Jugend-Radikalisierung

  • Progressive Bewegungsarbeit: Warum Wut fehlt

  • Medienkonzentration: Springer, KKR und die Agenda hinter der Bildzeitung

  • Selbstwirksamkeit: Solidarische Landwirtschaft, Genossenschaften, lokales Handeln

Erwähnte Personen & Organisationen

Begriffe

  • Ökozid: Großräumige, weitreichende Zerstörung von Ökosystemen durch menschliche Aktivität – z.B. durch Ölförderung, Vermüllung oder Abholzung; wird international als Straftatbestand diskutiert

  • Sozial-ökologischer Kollaps: Begriff für das Zusammenbrechen ökologischer Systeme und die daraus folgenden sozialen Verwerfungen – Hunger, Lieferkettenunterbrechungen, politische Destabilisierung

  • Kipppunkte: Schwellenwerte im Klimasystem, ab denen Veränderungen selbstverstärkend und unumkehrbar werden (z.B. Golfstrom, Polareis, Korallenriffe)

  • Vergesellschaftung: Überführung privaten Eigentums (z.B. Wohnungen, Fabriken) in kollektive oder genossenschaftliche Verwaltung – im Unterschied zu staatlicher Verstaatlichung

  • Solidarische Landwirtschaft (Solawi): Gemeinschaftsmodell, bei dem Verbraucher:innen einen Bauernhof durch Mitgliedsbeiträge unterstützen und dafür Lebensmittel erhalten

  • Petromaskulinität: Kulturelles Phänomen, das fossile Energie (Diesel, PS, Verbrenner) mit Männlichkeitsidealen verknüpft

  • Baseballschlägerjahre: Begriff für die Welle rechtsextremer Gewalt in Ostdeutschland in den 1990er Jahren nach der Wiedervereinigung

Weiterführende Quellen

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Topic Gastauftritte/Interviews

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