(Opens in a new window)Du liest eine Sonderveröffentlichung der ”Post aus Dachau”, des wöchentlichen Kultur-Newsletter von Stadtführung mit Matthias (Opens in a new window) in Dachau & München - exklusiv für Mitglieder.
Als Gästeführer weiß ich was in der Stadt los ist.
Und was sich lohnt.
Für Menschen, die ihre Stadt genauso lieben, wie Du und ich.
Servus,
heute erwartet Dich eine weitere Ausgabe der «Post aus Dachau», die an eine besondere Ausstellung anknüpft, die heute Abend beginnt: „Claus Bastian – freiheit*wagnis*staunen“ im Dachauer Wasserturm (hier - #93 Ganz oben - nachlesen (Opens in a new window)).
Nun ist der Moment gekommen, tiefer einzutauchen.
Denn hinter den Bildern, den expressiven Körpern, den kraftvollen Kreuzwegen und dem geheimnisvollen Jungen auf dem Hochrad steht ein Leben, das wie kaum ein anderes die Brüche des 20. Jahrhunderts sichtbar macht: Claus Bastian, Jurist, Künstler – und im März 1933 der Häftling mit der Nummer 1 im Konzentrationslager Dachau.
Was in den kommenden Zeilen folgt, ist seine Geschichte.
Eine Geschichte von Mut und Angst, von Glück und Zufall, von Überleben und Verantwortung.
Von einem jungen Mann, der unfreiwillig an den Anfang einer Lagerchronik gestellt wurde – und der später zu einem Anwalt wurde, der für mehr als zweitausend Verfolgte des NS-Regimes Wiedergutmachung erstritt.
„Der Erste auf der Liste“ begleitet Dich von Bastians Verhaftung über die ersten Wochen des Lagers bis zu seinem Leben als Künstler. Und vielleicht verstehst Du nach dem Lesen die Werke oben im Turm ein kleines Stück besser: den trotzigen Schwung des Hochrads, die Energie seiner Figuren, die Wucht seiner Kreuzwege.
Exklusiv für Mitglieder.
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Kleiner Beitrag, große Wirkung.
Große Geschichte(n), die erzählt werden will.
Der Erste auf der Liste
Eine Sonderveröffentlichung der «Post aus Dachau». Exklusiv für Mitglieder.
Der junge Mann im Lastwagen
Es ist der 22. März 1933, ein kalter Mittwochabend, als ein Lastwagen das Pförtnerhaus einer stillgelegten Munitionsfabrik passiert und auf das Gelände rollt, das bald in die Geschichte eingehen wird.

Auf der Ladefläche: 40 Männer, verhaftet in den Tagen zuvor, ohne Verfahren, ohne Begründung. Die „Schutzhäftlinge“ wissen nicht, wohin man sie bringt. „Dachau“? Für sie ein Künstlerort, das Moos, vielleicht ein Ausflugsziel. Kein Mensch denkt an ein Konzentrationslager. Noch nicht.

Einer von ihnen ist Claus Bastian, 23 Jahre alt, Jurist, Marxist, Idealist. In seinen Erinnerungen klingt der Moment fast beiläufig: