Hallo liebe Politikfans, hier ist das Neuste von Rathuus:
Machtkampf: Der Zürcher Regierungsrat hat seine Muskeln spielen lassen – und foutiert sich um die Velosicherheit bei der Baustelle rund um den Zürcher Hauptbahnhof. Das weckt makabere Erinnerungen an das Spritzenverbot 1985. Ist die frühere Hetzerei gegen Heroinabhängige das heutige Velo-Bashing? Ein Trauerspiel in vier Kapiteln. (Opens in a new window)
ÖV: Stadtbus Winterthur hat vergangenes Jahr 32 Millionen Fahrgäste befördert. Doch es ist nicht allen zum Jubeln zumute. (Opens in a new window) Anfang März hat das Buspersonal nämlich für vier Stunden gestreikt. Immerhin: Das Tuch zwischen Verkehrsunternehmen und Mitarbeitenden sowie Gewerkschaft scheint noch nicht ganz zerschnitten.
Streit: Die Quartiervereine Altstetten, Wipkingen sowie Wiedikon unterschreiben eine lang und breit diskutierte Vereinbarung mit der Stadt Zürich nicht. (Opens in a new window) Dafür verzichten sie auf Subventionen. Ans jährliche Nobel-Treffen im Muraltengut will die Verwaltung sie aber trotzdem einladen.
Nun wollen wir über unser heutiges Hauptthema sprechen.
Was man alles elektrifizieren kann
Keinen Alkohol trinken, auf Süsses verzichten oder weniger Netflix schauen: Für viele Fastende endet die Fastenzeit an Ostern. Verzicht ist aber auch in anderen Bereichen aktuell, etwa wegen des Iran-Kriegs. Unter Umständen werden selbst die westlichen Länder Öl und Erdgas sparen müssen.
Erdöl ist die Wachstumsdroge der Moderne, ein wichtiger Rohstoff für zahlreiche Produkte und Industrien. Um weniger abhängig zu sein, gilt es deshalb, wo immer möglich, von Benzin und Diesel wegzukommen. Der Kanton hat zum Beispiel das Elektrifizierungspotenzial von sogenannten “Non-Road-Maschinen” mittels einer Studie untersuchen lassen. Gemeint sind Kehrfahrzeuge, Bagger oder auch Rasenmäher. Auftraggeberin der Studie war das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel), das zur Baudirektion gehört.
Vor Kurzem hat das Awel zum Thema einen Artikel auf der Website des Kantons veröffentlicht. (Opens in a new window) “Nach wie vor wird der Markt von Diesel- und Benzinmotoren dominiert”, heisst es darin. Der Anteil elektrischer Modelle wachse aber – besonders bei kleineren Maschinen wie Gabelstaplern oder kompakten Baugeräten. Technisch anspruchsvoller bleibe die Elektrifizierung grosser, mobiler Maschinen in der Land- und Forstwirtschaft. Noch würden hohe Anschaffungskosten, begrenzte Batteriekapazitäten und fehlende Ladeinfrastruktur die Entwicklung bremsen.
Im Artikel des Awel wird unter anderem aufgezeigt, wo sich die Elektrifizierung im Arbeitsalltag bereits bewährt – anhand von Beispielen aus Kanton und Gemeinden. Zum Handkuss kam neben der Stadt Zürich und Bonstetten auch Wallisellen.
Die Stadt im Bezirk Bülach hat zur Dekarbonisierung ihres kommunalen Fuhrparks eine Roadmap erarbeitet. “Ziel ist es, die Fahrzeuge im Einklang mit den städtischen Klimazielen bis 2040 systematisch zu elektrifizieren”, lässt sich Christopher Lillo, Projektleiter Energie und Klima, im Text zitieren.
20 von 47 Fahrzeugen im Walliseller Fuhrpark sind schon elektrisch unterwegs – darunter Personenwagen und E-Bikes für Stadtpolizei und Unterhalt, mehrere Transport- und Nutzfahrzeuge, eine Kehrmaschine, ein Gabelstapler, ein Bagger sowie Fahrzeuge der Feuerwehr. Ebenfalls elektrisch betrieben werden Rasenmäher, Kettensägen, Freischneider oder Laubgeräte.
“Es zeigt sich, dass die Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge leicht höher sind, während die Betriebskosten entsprechend geringer ausfallen”, so Marcel Amhof, Kommunikationsverantwortlicher der Stadt Wallisellen, gegenüber dem “Anzeiger von Wallisellen”. Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet, würden sich die Gesamtkosten –Anschaffungskosten und Betriebskosten – in etwa ausgleichen oder seien für Elektrofahrzeuge sogar etwas geringer.
Da Wallisellen keine Treibstoffbuchhaltung führt, kann die Stadt keine Aussage zu den Treibstoffeinsparungen machen. Stand 2026 seien durch die Verwendung elektrisch betriebener Fahrzeuge im Bereich Unterhalt jährlich in etwa 40 Tonnen CO2 eingespart worden. Zum Vergleich: Ein Hin- und ein Rückflug von Zürich nach New York verursachen – je nach Berechnung – rund zwei Tonnen CO2 pro Person.
Gemeinden erhalten vom Kanton keine finanziellen Beiträge für die Beschaffung kommunaler Fahrzeuge. Im Rahmen von “Impuls Mobilität” gibt es aber kostenlose Basisberatungen, wie es im “Anzeiger von Wallisellen” heisst. Hingegen existieren seit 2025 Subventionen von Bund und Kanton für die Anschaffung elektrischer Traktoren in der Landwirtschaft.
Ob mit dem Einsatz elektrischer Non-Road-Maschinen Geld gespart werden kann, hängt übrigens von Gerät beziehungsweise Maschine sowie Einsatzbereich ab. Einfluss hat zudem, ob man mit eigenem Solarstrom laden kann, was die Stromkosten reduziert.
Fazit: Die Fuhrparks der Zürcher Gemeinden sind im Wandel, doch es gibt Bereiche, in denen die Elektrifizierung noch an Grenzen stösst.
Damit wäre unser Exkurs zu den “Non-Road-Maschinen” zu Ende – und es bleibt uns nur noch, euch erholsame Ostertage zu wünschen.
Liebe Grüsse
Lorenz Steinmann und Pascal Turin