Hallo zusammen,
ich würde ja gerne unsere Leser mit etwas Optimistischem begrüßen, aber die Zeiten sind leider, wie sie sind. Über Europa kreisen russische Drohnen und zeigen, dass Putin die nächste Stufe der Eskalation eingeleitet hat. Die Welle des Antisemitismus baut sich immer stärker auf. Die Situation der Juden in Deutschland wie in ganz Europa wird immer dramatischer, und auch Menschen, die solidarisch mit Israel sind, geraten immer stärker unter Druck. Die Betreiber der Berliner Kneipe Bajszel werden mit dem Tod bedroht. Da hilft nur eins: nicht aufgeben und weitermachen.
Stefan Laurin
Herausgeber
Unsere Themen der Woche:
In Nordrhein-Westfalen fanden am vergangenen Wochenende Stichwahlen in den Städten statt, in denen im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters, Bürgermeisters oder Landrats am 14. September mehr als die Hälfte der Stimmen bekam.

Wir hatten einen Liveticker (Opens in a new window) und berichteten vor allem aus den Ruhrgebietsstädten, warfen aber immer auch einen Blick auf das Rheinland und Westfalen.
In Dortmund kam es zu einer Sensation (Opens in a new window): Erstmals seit 79 Jahren steht nicht mehr ein Sozialdemokrat an der Stadtspitze. Alexander Kalouti (CDU) setzte sich gegen den Amtsinhaber Thomas Westphal durch.

In drei Städten – Hagen, Duisburg und Gelsenkirchen – schafften es Kandidaten der AfD in die Stichwahl, und in allen drei Städten scheiterten sie deutlich. Dieses Mal gelang es noch, die AfD klein zu halten (Opens in a new window).
Was andere zu dem Thema schrieben:
Spiegel: „Viele Wechsel, schwächelnde Sozialdemokraten, die CDU als Gewinner: Bei den Stichwahlen in NRW konnte die AfD kein Rathaus holen. Fünf Erkenntnisse aus dem Wahlabend.“
Spiegel (Opens in a new window)
FAZ: „Die Grünen scheitern im bevölkerungsreichsten Bundesland an bürgerlichen Sperrriegeln. Es ist ihnen nicht gelungen, jenseits ihrer Milieus Vertrauen zu festigen.“
FAZ (Opens in a new window)
NZZ: „Die AfD unterliegt bei den kommunalen Stichwahlen in Nordrhein-Westfalen. Die anderen Parteien sollten sich deshalb aber nicht zurücklehnen.“
NZZ (Opens in a new window)
Morgen jährt sich die Wiedervereinigung. Ludwig Greven ist sie nach wie vor ein Geschenk (Opens in a new window), auch wenn „sich im Osten der Republik zu viele, auch Junge, die die DDR gar nicht mehr erlebt haben, bequem im Dauer-Opferstatus eingerichtet und wählen, weil ihnen die Freiheit inzwischen sehr unbequem und ungeheuer vorkommt“.

Till Oliver Becker ist der Ansicht, dass man Social Media vielleicht nicht unbedingt für das wahre Gesicht der Gesellschaft halten soll. Es sei ein Zerrspiegel, der die Extreme verstärkt und die Lautstärke zur Währung macht. Die meisten Menschen seien weder hysterisch noch hasserfüllt. Aber sie seien leise – und werden von der Plattformlogik an den Rand gedrängt (Opens in a new window).
Die Bedrohung durch Russland nimmt zu, der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter fordert aus gutem Grund die Feststellung des Spannungsfalls. Doch ob es die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit im Bundestag gibt, stellt Stefan Laurin fest, sei zweifelhaft. Deutschland habe sich wehrlos gewählt (Opens in a new window).
Sehen und hören:
Ruhrbarone-Autorin Antje Jelinek war in der vergangenen Woche in der ARD-Doku „Sind wir noch ein Volk?“ zu sehen und äußerte sich dort unter anderem über Punk und Transpolitik.
ARD-Mediathek (Opens in a new window)
Stefan Laurin trat in dem Podcast Based auf und sprach dort über den Niedergang der SPD und die Folgen grüner Politik.
Based (Opens in a new window)
Ausblick:

In der kommenden Woche jährt sich der Überfall der Hamas auf Israel zum zweiten Mal. Ruhrbarone-Autor Thomas Wessel leitet mit der Christuskirche in Bochum eine der größten Kulturkirchen Deutschlands. Am 7. und 8. Oktober werden dort zwei Filme zu dem größten Massaker an Juden seit der Nazizeit gezeigt:
Dienstag, 7. Oktober, 19 Uhr, Christuskirche Bochum
„October 7“, Dokumentarfilm (UT) von Justin Kron, Todd Morehead und Justin Schluntz: „Bearing witness to the massacre“, Überlebende, Rettungskräfte, Angehörige der Geiseln legen Zeugnis ab von dem Unsäglichen, das geschehen ist. Einführung: Deutsch-Israelische GesellschaftMittwoch, 8. Oktober, 19 Uhr, Christuskirche Bochum
„October H8te“, Dokumentarfilm (UT) von Wendy Sachs über die Reaktionen auf das Massaker, die – schon ab dem folgenden Tag – in den USA keine Anti-Terror-Bewegung ausgelöst haben, sondern eine massive Anti-Israel-Kampagne. Einführung: Stefan Laurin, Herausgeber der Ruhrbarone
Mehr dazu hier auf den Ruhrbaronen (Opens in a new window).
Zahl der Woche
Im September 2025 sind im Ruhrgebiet insgesamt 281.036 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind im Vergleich zum Vorjahresmonat (September 2024) 9.360 Menschen mehr ohne Arbeit.
Ruhrbarone (Opens in a new window)
Kulturtipp:
Der großartige und wirklich außergewöhnliche Jacques Palminger tritt am 9. Oktober im Loch in der Plateniusstraße 34 in Wuppertal auf.
https://www.youtube.com/watch?v=06k-mnn8dvM&list=RD06k-mnn8dvM&start_radio=1 (Opens in a new window)Unterstütze die Ruhrbarone:
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