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Ist es nicht einfach ok, wenn schädliche Privilegien gerecht bepreist werden?

Es muss spürbar sein, dass Fliegen ein Privileg ist. (Opens in a new window)

Liebe Flauschis!

Es war DAS Thema dieser Woche, auch wenn viele von uns wahrscheinlich einfach nur dachten: Aha!?

Die Hälfte aller von Greenpeace überprüften Zugverbindungen in Europa war teurer als dieselbe Strecke zu fliegen.

Wenn ihr auf das Bild klickt, kommt ihr auf den Artikel, den ich dazu geschrieben habe, in der taz zu diesem Thema interviewt worden zu sein. Aber auch schon vor diesem habe ich darüber gebloggt.

https://katja-diehl.de/%e2%80%bc%ef%b8%8fflug-20-e-zug-300-e-%e2%80%bc%ef%b8%8f-warum-unser-steuersystem-das-klima-zerstoert-und-was-wir-jetzt-aendern-muessen/ (Opens in a new window)

Hier habe ich auch aus aktuellem Anlass

Die Klima-Auswirkungen des Flugverkehrs auf das Klima können über 80 Mal schlimmer sein als die einer Zugfahrt. Flugzeuge emittieren im Durchschnitt 4,85 Mal mehr Treibhausgase als Züge, so die Daten der Europäischen Umweltagentur, die eine konservative Schätzung abgibt.

VERLOSUNG!

Sharepic mit einem Auto, das unter einem weißen Laken steht, Text: Exklusive Preview am 2.9. in Berlin.

Die Preview am 2. September im delphi LUX in Berlin ist eine exklusive Veranstaltung für Protagonist:innen des Films und Teammitglieder, Pressevertreter:innen und geladene Gäste. Im Anschluss findet ein kurzes Filmgespräch statt. 

Ich darf für diesen exklusiven Abend - an dem ich auch teilnehme, zusammen mit Mario Sixtus, meinem Co-Autor, meinem Freund Jan Kamensky, der auch Teil des Filmes ist, und ggf. auch Ulf Poschardt - LOL - fünf Tickets an euch weitergeben. Die ersten fünf von euch, die mit dem Betreff “Raus aus der AUTOkratie” an p.schindler@hoferichterjacobs.de (Opens in a new window) schreiben, sind an der kleinen dafür umso feineren Vorabpremiere dabei.

Der Film wird ab dem 09. September in der ARD-Mediathek zu sehen sein und um 22:50 Uhr an diesem Tag ebenfalls in der ARD ausgestrahlt.

Spread the word! :)

* Wir haben vergessen, irgendwann das Gehirn einzuschalten. Macht es Sinn, so zu eskalieren?
Katja Diehl, Mobilitätsexpertin
Dokumentarfilm „Kraftfahrzeug - Eine deutsche Liebe"

Das ist ein gutes Stichwort, denn in dieser Woche habe ich zweimal mitbekommen, wie zwei von euch auf unterschiedlichen Plattformen etwas gepostet haben, das sie aus diesem Newsletter hier gelernt haben. Das hat mich total gefreut! Denn es ist zugegebenermaßen immer noch etwas “schräg” für mich, immer mal wieder darauf hinzuweisen, dass dieser Newsletter mir meine Arbeit sichert.

Vielleicht habt ihr Lust, auf Instagram, LinkedIn, Bluesky, Mastodon oder auch einfach als Weiterleitung an Gruppen, die euch nahe stehen, konkrete Erkenntnisse zu posten, die ihr aus meinem Wochenbrief gezogen habt? Mund-zu-Mund-Propaganda online sozusagen, Empfehlungsschreiben von euch für unser gemeinsames Ziel: die klima- und sozial gerechte Mobilitätswende.

Heute gibt es auch eine neue Podcastfolge!

Kommunikation, Verhalten & Verkehrswende – wie wir Menschen wirklich in Bewegung bringen.

Cover der aktuellen Folge. (Opens in a new window)

Wie bringt man Menschen dazu, ihr Mobilitätsverhalten wirklich zu ändern?

In dieser Folge spreche ich mit Eva Weber, Kommunikationsberaterin bei lots*, und Dr. Jutta Deffner, Leiterin des Forschungsfelds Nachhaltige Gesellschaft am ISOE, über Routinen, Widerstände – und wie Kommunikation der Schlüssel zur Verkehrswende wird. Sie berichten von ihrem Forschungsprojekt, das ein praxistaugliches Playbook hervorgebracht hat: ein Werkzeugkasten für alle, die Mobilität neu denken wollen. Mit vielen Aha-Momenten, Kritik am Deutschlandticket – und Mutmachgeschichten.

Eva über das interdisziplinär erarbeitete Handbuch, das bei lots* frei zugänglich für alle Interessierten ist.
"Unser praxistaugliches Playbook ist ein Werkzeugkasten für alle, die Mobilität neu denken wollen.*

Beide haben gemeinsam ein interdisziplinäres und praxisnahes Forschungsprojekt durchgeführt, das untersuchte, was Kommunikation zur Verhaltensänderung beitragen kann. Es entstand ein Playbook, das frei zugänglich für alle Interessierten ist.

Von Routinen, Widerständen und Aha-Momenten

Jutta erklärt, warum Routinen so mächtig sind und weshalb ein Bewusstsein für Probleme noch lange nicht bedeutet, dass Menschen ihr Verhalten ändern. Sie beschreibt, wie Infrastruktur, Kompetenzen und Motivation zusammenspielen müssen – und warum Kommunikation dabei nicht nachträglich, sondern von Anfang an Teil des Veränderungsprozesses sein sollte.

Dr. Jutta Deffner: Infrastruktur, Kompetenzen und Motivation müssen zusammenspielen, um Verhalten erfolgreich in die gewollte Richtung zu verändern.
"Kommunikation muss darf nicht nachträglich, sondern muss von Anfang an Teil des Veränderungsprozesses sein.

Eva bringt die Perspektive aus der Praxis ein.

Sie schildert, wie emotional das Thema Parkraum in Städten verhandelt wird („Parkraum ist das emotionalste Thema, das mir in der Arbeit begegnet“), wie groß die Angst von Verwaltungen und Politik vor Widerständen ist – und wie entscheidend es ist, die Veränderungsbereitschaft der Zielgruppen wirklich zu verstehen. Ein Satz, den sie im Projekt immer wieder gehört hat:

„Das haben wir ja noch nie so gemacht.“

Evaluation ist laut Eva in vielen Organisationen immer noch nicht
selbstverständlicher Teil der Prozesse.
»Lieber investiert man in Plakate als in begleitende Evaluation - aber genau die entscheidet über nachhaltige Wirkung."

Das Playbook – ein Werkzeugkasten für die Verkehrswende

Aus der Zusammenarbeit von Kommunikationsprofis, Sozialwissenschaft, Umweltpsychologie und Praxispartnern ist ein Framework entstanden, das Schritt für Schritt zeigt, wie man Kommunikation für Verhaltensänderungen gestaltet:

  • Zielgruppen identifizieren

  • Veränderungsziel schärfen

  • Maßnahmen entwickeln

  • Wirksamkeit evaluieren

Klingt selbstverständlich – doch die vielen Aha-Momente der beteiligten Verkehrsverbünde, Städte und weitere Praxispartner*innen und Verwaltungen?zeigen, wie neu dieser Blick auf Zielgruppen und Evaluation oft noch ist.

Aus der Zusammenarbeit von Kommunikationsprofis, Sozialwissenschaft, Umweltpsychologie und Praxispartnern entstand ein Framework
"Die besten Ergebnisse erreichen Projekte mit diesen Schritten:
1. Zielgruppen identifizieren
2. Veränderungsziel schärfen
3. Maßnahmen entwickeln
4. Wirksamkeit evaluieren"

Natürlich sprechen wir auch über aktuelle Beispiele wie das Deutschlandticket.

Deutschlandticket.
Jutta lobt die Chance, neue Routinen zu schaffen, warnt aber:
„Die Unsicherheit, ob es bleibt, ist kontraproduktiv."

Ein Gespräch, das Mut macht

Diese Folge zeigt, wie Forschung und Praxis voneinander lernen können, wie wichtig Kommunikation für die Verkehrswende ist – und dass Veränderung tatsächlich möglich ist. Eva verrät am Ende:

„Ich habe während des Projekts gelernt, Fahrrad statt Auto zu fahren. Es ist möglich!“

Das Playbook (Opens in a new window) steht frei zum Download bereit – und meine Gäste laden ausdrücklich dazu ein, damit zu arbeiten.

Und damit zu den Links der Woche:

Die einzige Art, in der ich autonomes Fahren akzeptiere: als Teil des Nahverkehrs - oder Carsharings

Hamburg testet ersten autonomen Kleinbus – Fahrgäste ab 2026

Der Holon Urban ist in Hamburg angekommen. Das autonome Shuttle startet bald in den Testbetrieb und soll 2026 erste Passagiere aufnehmen.

https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/verkehr/hamburg-testet-ersten-autonomen-kleinbus-fahrgaeste-ab-2026/ (Opens in a new window)

München ist aber auch schon gut unterwegs. Das bekommst du mit Kapitalismusanbietern nie sofort.

"Zunächst werden kuppelbare Elektrokleinbusse eingesetzt. Eins dieser BARRIEREFREIEN Fahrzeuge bietet 10 Fahrgästen Platz, ein Verband aus drei 30. Zum Vergleich: Ein regulärer Solo-Bus der MVG hat 80 Plätze."

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-mvg-on-demand-rufbus-nahverkehr-li.3299944 (Opens in a new window)

DAS meine Damen*Herren ist grüner Kolonialismus für "grünen Kapitalismus". Ich freue mich, dazu gerade eine Podcastfolge aufgenommen zu haben. Kommt mit viel Klartext. Auch wenn ich mir damit eher Feind*innen als Freund*innen mache, weil zu viele Gerechtigkeit nicht global denken WOLLEN. Mir egal. Wahrheit wins.

Die USA und Europa suchen einen besseren Zugang zu Kongos Kupfer- und Kobaltvorkommen, mit einem ambitionierten Bahnprojekt. Was fehlt: die Bahn.

https://taz.de/Rohstoffexporte-aus-der-DR-Kongo/!6108224/ (Opens in a new window)

"In Wien ist die Fläche aller Parkplätze so Groß wie die Bezirke Neubau, Josefstadt und Innere Stadt zusammen. Die Folgen sind weniger Platz für Wohnraum, Grünflächen, Geh- und Radwege. In Paris wurden die Parkgebühren deshalb an die Größe des Autos angepasst."

https://www.wienerzeitung.at/a/daten-zeigen-immer-mehr-autos-in-wien (Opens in a new window)

Beängstigend, dass auch Gewerkschaftsorganisationen von rechts neu aufgebaut werden...

"Gericht stoppt rechte Pseudo-Gewerkschaft. Das AfD-nahe „Zentrum“ hat vor Gericht gegen VW verloren. Es wollte sich als alternative Gewerkschaft im Werk Isenbüttel etablieren. "

https://taz.de/Unterwanderungsversuch-gebremst/!6105276/ (Opens in a new window)

Boykott, wenn ihr mich fragt. Ich bin entsetzt, wenn ich in Hamburg sehe, wie viele Menschen dort unterwegs sind mit diesen riesigen Kisten. Mitten in der Stadt. Und was Lieferando grad mit dem Outsourcing macht. Ich freue mich, dass das immer mehr hinterfragt wird.

Arbeitsrechtverstöße: Wie Lieferdienste ihre Verantwortung auslagern

https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2025/08/berlin-lieferdienste-arbeitsbedingungen-verstoesse-arbeitsrecht-lieferando.html (Opens in a new window)

Auf einmal geht so viel. Ich bin erschöpft, dass es diese Gründe braucht.

"Überlegungen, Bahnstrecken zu reaktivieren, um im Kriegsfall schnell Militärgüter Richtung Osten zu bringen. B, NL und D beschleunigen Gespräche über Wiederinbetriebnahme der Eisenbahnstrecke „Eiserner Rhein."

https://taz.de/Aufruestung-in-Europa/!6105139/ (Opens in a new window)

Bleibt gesund und zuversichtlich! Empfehlt mich weiter.

Eure

Katja

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