
In einer Welt, die auf neurotypische Standards ausgerichtet ist, entwickeln viele Menschen mit ADHS eine hochkomplexe Überlebensstrategie: das sogenannte Masking. Wir passen unsere Mimik, unsere Sprechweise und unser Verhalten an, um nicht aufzufallen, um „dazuzugehören“ oder um negative soziale Konsequenzen zu vermeiden. Doch diese ständige Tarnung hat einen hohen Preis. Mit meiner Maskeninventur möchte ich Betroffenen ein Werkzeug an die Hand geben, um diesen Preis sichtbar zu machen und kleine Wege zurück zur Authentizität zu finden.
Masking als „Hintergrundprogramm“ des Gehirns
Man kann sich Masking wie ein Hintergrundprogramm auf einem Smartphone vorstellen, das ununterbrochen Strom frisst. Während wir im Meeting interessiert nicken oder ein Dauerlächeln aufrechterhalten, kämpft unser Inneres vielleicht gerade mit massiver Überreizung durch das künstliche Licht oder mit der Angst, etwas Falsches zu sagen.
Dieser energetische Aufwand führt oft zu einer spezifischen Form der Erschöpfung, die sich nach Feierabend in körperlicher Schwere, einem „Flimmern“ im Kopf oder emotionaler Gereiztheit äußert. Die Maskeninventur hilft dabei, die tägliche Energiebilanz zu analysieren: Wie viel Prozent deiner Kraft investierst du aktuell allein in das Aufrechterhalten deiner Fassade?
Die Maske als weise Beschützerin
In der systemischen Beratung betrachten wir jedes Verhalten als einen Lösungsversuch. Deshalb ist es wichtig, die Maske nicht als Fehler zu sehen, sondern als eine hochintelligente Anpassungsleistung des Nervensystems. Wenn wir die Maske als eine „weise Beschützerin“ betrachten, stellt sich die Frage: Vor welchem Schmerz will sie uns bewahren? Oft ist es die Angst vor Ausgrenzung oder das Gefühl, „zu viel“ zu sein.
Das 10%-Experiment: Kleine Risse in der Fassade
Ein authentisches Leben bedeutet nicht, die Maske von heute auf morgen gewaltsam abzureißen – das würde das Nervensystem schlichtweg überfordern. Ziel ist es vielmehr, nach kleinen „Rissen“ in der Fassade zu suchen, durch die man wieder atmen kann.
In meinem Workshop-Material nutzen wir das 10%-Experiment. Dabei überlegen wir gemeinsam: In welchem sicheren Lebensbereich – sei es beim Einkaufen oder bei einer vertrauten Freundin – könnte man die Maske nur ein kleines Stück lockern? Ein ehrliches „Ich bin gerade etwas reizüberflutet“ statt eines gequälten Lächelns kann der erste Schritt sein.
Reflexion und Selbstfürsorge
Die Maskeninventur lädt dazu ein, sich mit der wohlwollenden Neugier einer Forscherin selbst zu beobachten. Sie ist ein Instrument für das Coaching, die pädagogische Arbeit oder die persönliche Weiterentwicklung, um die eigene unmaskierte Seite Stück für Stück wiederzuentdecken.
Exklusiv für meine Unterstützer:innen:
Unten findet ihr das komplette, 7-seitige PDF-Paket „Meine Maskeninventur “ inklusive des Notfallplans für akute Reizüberflutung. Das Material enthält strukturierte Tabellen zur Situationsanalyse, Reflexionsfragen zum energetischen Preis und Vorlagen für dein persönliches 10%-Experiment. Perfekt geeignet als Begleiter für den Coaching-Prozess oder zur eigenständigen Reflexion.
Urheberrechtshinweis: Das bereitgestellte Material darf gerne im Rahmen von Einzel-Coachings oder für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine kommerzielle Nutzung, der Weiterverkauf oder die Verwendung in eigenen kostenpflichtigen Fortbildungen ohne Rücksprache ist jedoch ausdrücklich untersagt und unterliegt dem Urheberrecht.