Der Übermedien-Newsletter von Alexander Graf

Liebe Übonnentin, lieber Übonnent,
wer große Ziele formuliert, muss hierzulande leider meist mit Häme rechnen, wenn er sie nicht vollständig einhalten kann. Das führt beispielsweise dazu, dass Fußballtrainer nie öffentlich die Wörter „Aufstieg“ oder „Meisterschaft“ in den Mund nehmen, obwohl sie natürlich jeden Tag darauf hinarbeiten. Außer vielleicht beim FC Bayern München, da haut man solche Sprüche einfach raus.
Weil man sich beim „Spiegel“ bestimmt mit der Idee anfreunden könnte, so etwas wie der FC Bayern München des Journalismus zu sein, ist man dort auch nicht um selbstbewusste Statements verlegen. So verkündete (Opens in a new window) etwa Ole Reißmann, Leiter Künstliche Intelligenz beim Nachrichtenmagazin, im vergangenen Jahr beim „European Publishing Congress“: „Wir stehen für Originalität, nicht für Durchschnittlichkeit, für Exzellenz, nicht für Flüchtigkeitsfehler.“
Tja, diese Woche ist ein solcher „Flüchtigkeitsfehler“ passiert, und die Häme ist groß. Zumal der Fehler direkt mit Reißmanns Zuständigkeitsbereich zu tun hat – und deswegen fernab von jeder Schadenfreude interessant ist.