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LöwenPost 38: Die Sino Kolumne

Animosität ~ Panda-Diplomatie ~ Zölle ~ Betrugsbekämpfung

KI-Bild erstellt mit Copilot

In Südkorea ist der Schimpfbegriff "Hwa-chan-jo" (화짱조) das äußere Erscheinungsbild einer großen anti-chinesischen Stimmung und bedeutet abwertend "Chinesischstämmige". Es ist eine gefährliche Entwicklung, die nicht nur zwei unterschiedliche Kulturen und Lebensarten kollidieren lässt, sondern das gesellschaftliche Geschehen widerspiegelt. Die sozialen Probleme im demokratischen Südkorea, welche durch westliche Standards in politischem Parteizank um die Macht zum Ausdruck kommt, die politische Skandale fördert und in der illegalen Ausrufung des Kriegsrechts im Jahr 2024 gipfelten, entladen sich auf einen äußeren Feind: Chinesen. In einer aktuellen Umfrage gaben 72 % der befragten Koreaner an, keine positive Meinung von China zu haben. Besonders unter Jugendlichen war die Ablehnung groß. Warum gibt es aktuell diese starken negativen Gefühle? Für mich ist dabei nicht unbedingt die Entwicklung in Südkorea entscheidend, sondern die unglaublich positive Entwicklung in China. Denn das gibt ein Gefühl der Krise in Südkorea, das daraus resultiert, dass Chinas bei technologischen Fähigkeiten Südkorea überholt hat. Das jahrzehntelange Selbstverständnis der Überlegenheit der Koreaner bei der gesellschaftlichen Entwicklung und vor allem dem Wohlstand bröckelt jetzt und nagt am Selbstwertgefühl der Menschen in Südkorea. Die Wurzeln der anti-chinesischen Stimmung liegen also genau in diesen Gefühlen, die auch Unsicherheit erzeugt. Lee Wook-yeon, Professor für chinesische Kultur an der Sogang-Universität in Seoul, äußerte sich dazu: "Es gibt ein Gefühl der Unbehaglichkeit über Chinas Führung in der Hightech-Branche und darüber hinaus ein Gefühl von Krise oder Angst." ("첨단 기술산업에서 중국이 앞서가는 데 대한 불편함, 나아가 위기감이나 공포감이 작용하고 있다"). Übrigens genau das Schema, welches ich selbst in Deutschland bei Menschen beobachte, die eine anti-chinesische Einstellung haben. Die unterbewusste Wahrnehmung einer Unterlegenheit bei der gesellschaftlichen Entwicklung erzeugt die menschliche Gefühlsreaktion des Hasses. Das muss es aber nicht zwangsläufig. Eine Berichts- und Informationskultur, die den gegenseitigen Respekt der jeweiligen Kultur als Basis hat, kann die negativen Gefühle mildern. Schließlich sollten für die sozialen Missstände im eigenen Land auch die eigenen Politiker verantwortlich gemacht werden. Das wäre die klügste Reaktion.

Ich bleibe bei dem Thema: Japan hat im Januar die beiden letzten verbliebenen Pandas, dem chinesischen Symboltier, vom Ueno-Zoo in Tokio wieder nach China zurückgeschickt. Im Rahmen von Chinas "Panda-Diplomatie"-Programm ausgeliehen, symbolisierten die Tiere seit der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen 1972 die Freundschaft zwischen China und Japan. Auch in Japan haben sich aus den oben erwähnten Gründen anti-chinesische Stimmungen ausgebreitet, was der Weggabe der Pandas einen gewissen negativen Symbolcharakter verleiht. Der Besucheransturm zum letzten Besuchstag im Zoo war dann allerdings überwältigend, so dass Besucher ausgelost werden mussten. Diese Menschen haben die Symbolik verstanden und ein Zeichen gegen den Hass gesetzt. Das sollte Mut machen, denn eine ostasiatische Harmonie kann viele friedliche gesellschaftliche Kräfte freisetzen. Zum letzten Besuchstag reisten sogar Menschen an, die nicht für einen Besuch bei dem Pandagehege ausgelost wurden. So äusserte die 49-jährige Akiko Kawakami: "Heute habe ich nicht bei der Verlosung für die Panda-Besichtigung gewonnen, deshalb kann ich die Pandas nicht persönlich sehen. Ich bin aber heute hierher gekommen, weil ich dieselbe Luft atmen wollte wie die Pandas."

Bei all den neidischen Blicken von Korea und Japan nach China sollten die Menschen lieber die Aufmerksamkeit der Gefährlichkeit bei den Beziehungen zu den USA lenken. Denn die US-Regierung drangsaliert die "eigenen Verbündeten" mit neuen Zollsätzen. Da der US-Regierung die Umsetzung des knebelhaften Handelsabkommens mit Südkorea vom letzten Jahr zu langsam voran geht, erhöht Präsident Trump spontan und in seiner eigenen Art die Zölle auf 25%. Sofort schickte die südkoreanische Regierung eine Verhandlungsdelegation in die USA, doch diese hat nun Schwierigkeiten, überhaupt Gesprächstermine zu bekommen. Nach dem der Minister für Industrie und Handel Kim Jung-kwan erfolglos blieb, konnte auch Yeo Han-gu, der Leiter des Verhandlungsteams keinen Termin bei seinem offiziellen Gesprächspartner, dem US-Handelsvertreter Jamison Greer, bekommen. Auch Außenminister Cho Hyun konnte bei seinem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio keine Verbesserungen bei der Zollfrage erreichen. Geht man so mit befreundeten Ländern um? Natürlich nicht, doch es ist nun mittlerweile eine übliche rüpelhafte Art, mit der die USA andere Staaten drangsalieren möchten. Es ist eigentlich Zeit, dass Südkorea sein duckmäuserisches Verhalten gegenüber den USA überdenkt, Handelsströme verlagert und die Abhängigkeit von US-Exporten reduziert. Der ASEAN-Raum bietet viele wirtschaftliche Möglichkeiten dafür. Anderenfalls werden sie auch in Zukunft von den US-Amerikanern am Nasenring durch die Manege gezerrt.

China hat elf Verbrecher hingerichtet, die ein riesiges Verbrechersyndikat aufgebaut und aus der Grenzregion in Myanmar in ganz Südostasien über das Telefon und Internet durch die Masche von falschen romantischen Beziehungen und Pseudo-Investitionen in Kryptowährungen Betrügereien organisiert haben. Anfangs konzentrierte sich die kriminelle Gruppe auf chinesischsprachige Opfer, später weiteten sie ihre Aktivitäten auf mehrere Sprachen aus, um Menschen weltweit zu betrügen. Das Syndikat zwang auch Menschen mit falschen Jobversprechen zu Betrügereien, wobei es auch zu Gewaltanwendungen kam, weshalb die Verurteilung nicht nur wegen Betruges sondern auch wegen vorsätzlichen Totschlags erfolgte. Unter den Hingerichteten befanden sich Schlüsselpersonen des berüchtigten "Ming-Syndikats", deren Aktivitäten zum Tod von vierzehn Chinesen und zu Verletzungen vieler weiterer führte. Weitere 23 Täter erhielten Haftstrafen zwischen fünf Jahren und lebenslänglich. Die Betrugsoperationen, die sich in Myanmars Grenzregionen konzentrieren, haben weltweit Milliarden Schäden durch Telefon- und Internetbetrügereien verursacht, wobei die meisten Zentren von chinesisch geführten Verbrechersyndikaten betrieben werden, die mit myanmarischen Milizen zusammenarbeiten. Die UN schätzt, dass weltweit hunderttausende Menschen in Betrugszentren arbeiten. Dagegen geht China intensiv auch in Zusammenarbeit mit der Regierung in Myanmar vor. Ein notwendiger Schritt, wobei die harten Strafen auch bei diesem gigantischen Kampf erforderlich sind, um überhaupt eine Wirkung zu erzielen. Ich begrüße dieses entschiedene Handeln, denn komplexe Betrugsfälle mit fortschrittlicher Technologie, Social Engineering und künstlicher Intelligenz stiegen weltweit stark an, da Kriminelle zunehmend Hightech-Methoden einsetzen, um Sicherheitssysteme zu umgehen. Die Asien-Pazifik-Region erlebt eine deutliche Transformation der kriminellen Taktiken hin zu komplexem Identitätsdiebstahl statt einfacher Betrügereien. Im vergangenen November verurteilten die chinesischen Gerichte weitere fünf Personen zum Tode wegen ihrer Beteiligung an Betrugsoperationen in der Kokang-Region Myanmars, deren Verbrechen ebenfalls zum Tod von sechs chinesischen Staatsangehörigen geführt hatten. China lässt bei der Verbrechensbekämpfung nicht nach.

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