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Wenn Wahrheit Angst macht

Warum wir das Falschliegen wieder lernen sollten.

Jeder urteilt aus seiner Wahrnehmung heraus. Diese setzt sich aus Prägung und Erfahrungen zusammen. Wir suchen uns ein Umfeld, das zu uns passt, und folgen denen, die ähnlich Denken.

Man baut sich ein Weltbild auf. Doch was passiert, wenn jemand es infrage stellt?

Wenn jemand infrage stellt, woran man selbst jahrelang geglaubt hat?

Dann haben wir zwei Möglichkeiten:

Entweder wir nehmen den anderen nicht Ernst, oder wir sind bereit, unser eigenes Weltbild zu hinterfragen.

Aber was würde es bedeuten, das eigene Weltbild zu hinterfragen? Wenn man ernsthaft darüber nach denkt, wäre das ein tiefer Einschnitt in das Ich, eine Erfahrung, die zutiefst verunsichern kann.

Wer bin ich dann noch? Kann ich mir selbst noch trauen?

Hier wird auch verständlich warum viele den einfachen Weg wählen: das Gesagte nicht Ernst zu nehmen, es gar nicht an sich heran zulassen, was soweit gehen kann, dass es sogar bekämpft wird.

Was folgt daraus? Können wir überhaupt nach der Wahrheit leben, oder folgen wir letztendlich nur einer Illusion, die sich als Wahrheit verkleidet?

Vielleicht ist Wahrheit nichts, was man besitzt, sondern etwas das man riskiert.

Sokrates „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Bianka Seredinski-Holzner

Zwischenraumtexte 2025

Topic Ambiguität Orientierung