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Irritierend KI-generiert

Hallo,

wo sind KI-Inhalte sinnvoll - und wo nicht? Darüber habe ich diese Woche viel nachgedacht.

Ich habe meine erste erkennbar von einem Chatbot formulierte Lesermail bekommen und äußerte mich auf LinkedIn genervt (Si apre in una nuova finestra). Auch der Journalist Nils Heck beschwerte sich dort über KI-generierte PR-Mitteilungen (Si apre in una nuova finestra).

Unter beiden Posts tauchten sofort KI-Expertinnen auf und fragten, was unser Problem sei. Was spricht dagegen, sich von LLMs bei der Formulierung von Texten helfen zu lassen?

Gute Frage.

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Ich glaube: Das Problem ist nicht, dass Menschen KI verwenden. Das Problem ist, dass sie die KI nutzen, weil sie sich nicht anstrengen wollen, und manchmal auch, um Gefühlen und Konflikten aus dem Weg zu gehen.

Der Leser schickte mir eine KI-Zusammenfassung zum Thema antientzündliche Ernährung, nachdem ich darüber im Spiegel diesen Text veröffentlicht hatte (Si apre in una nuova finestra). Vieles davon stand so ähnlich in meinem Artikel. Manches beurteilte ich anders als sein KI-Assistent.

Was mir nicht klar wurde: Was genau wollte der Leser nun von mir? Wollte er mir sagen, dass ich mit X recht habe, meine Argumentation zu Y aber schwach ist, weil Z? Die Mühe, solche Details auszubuchstabieren, hat er sich nicht gemacht. Ich gab mir also auch keine und löschte die Mail.

Dan Brooks schrieb vor einiger Zeit im Atlantic (Si apre in una nuova finestra): Durch KI ist eine neue Textgattung entstanden - eine, die dem Leser mehr Arbeit macht als dem Autor. Ich finde es respektlos, so etwas zu verschicken und eine Reaktion zu erwarten.

Man könnte LLMs schließlich auch nutzen, um besonders gute, besonders passende Texte zu schreiben. Machen die PR-Agenturen im Postfach von Nils Heck und mir aber nicht. Stattdessen wird mithilfe von KI noch schneller noch mehr Mittelmaß produziert.

In Freundschaften und in der Familie bringt das wenig. Da geht es ohnehin selten darum, schneller, besser und mehr zu kommunizieren, sondern darum, sich gut zu verstehen.

Wenn ich einer Freundin "Na, wie läuft's bei dir?" schreibe, will ich schließlich keine Zusammenfassung ihres Terminkalenders. Ich will Verbindung. Unser Chat über das, was zuletzt so passiert ist, ist dabei mehr Mittel zum Zweck und weniger ein Austausch von Informationen.

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