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being human

Das seltsame, widersprüchliche Abenteuer, ein Mensch zu sein

Eine Kolumne von Christina Emmer
#5 - Ich muss wachbleiben

Diese Woche war umrahmt von den verschiedensten Themen.

Private Verpflichtungen.
Berufliche Verantwortung.
Wie setze ich einen Rahmen, der allen gerecht wird, auch mir selbst?

All das ballte sich zu einem wilden Knäuel von Gedanken, den ich in diesem Gedicht zu entwirren versuche.

***

Ich muss wachbleiben.
Innerlich aufrecht.
Nicht einsinken.
Nicht loslassen.

Ich muss wachbleiben
wenn du sagst, es passt schon
und ich trotzdem spüre,
dass es nicht passt.

Ich muss wachbleiben
für die Menschen,
die meine Struktur brauchen
und meine Kraft.

Ich muss wachbleiben
zwischen Brotdosen
und Freiheitsgedanken,
damit nicht verloren geht,
was gut ist.

Ich muss wachbleiben
im Job,
zwischen all den Geschichten,
die nicht meine sind
und sich trotzdem anfühlen,
als müsste ich sie zu Ende tragen.

Ich muss wachbleiben
für das,
was ich noch nicht lebe.
Damit es nicht leise verschwindet
zwischen Pflichten
und dem, was halt so Alltag ist.

Ich muss wachbleiben,
weil die Welt sich vielleicht nicht weiterdreht,
weil alles zerfällt,
sobald ich wegschaue.

Vielleicht...
aber auch nicht. 

Vielleicht passiert gar nichts.

Vielleicht fällt nichts auseinander.

Vielleicht muss ich nicht alles halten.

Vielleicht darf ich müde sein. 

Nur mal kurz die Augen schließen. 

Mal kurz weg. 

***

Alles Liebe
Christina

PS: Kennst Du das auch? Schreib mir gerne Deine Gedanken dazu in die Kommentare.

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