Da muss er durch (Si apre in una nuova finestra) heißt ein ganz wunderbares Lied von Bodo Wartke, in dem es um eine Wette geht. “Ich schreibe euch ein Lied über jedes Thema, gebt mir einfach einen Titel!” So lautet die Ausgangssituation, die mich nicht nur an die Piontextchen erinnert, sondern auch an die Ausschreibung des Putlitzer Preises 2026 (Si apre in una nuova finestra). Denn Bodo und ich haben uns die Zähne an der gleichen Vorgabe ausgebissen ...
Durch. Ja, so lautete tatsächlich auch das Thema beim Putlitzer Preis®. Vielleicht saßen in der Jury ja ein paar Wartke-Fans, die sich still und heimlich die Hände rieben! Immerhin: Humorvoll durfte es sein. Hauptsache, Kurzgeschichte. Also wie gemacht für mich. Und da man als Autor/Autorin ja immer hübsch bei Wettbewerben mitmachen soll, musste ich da wohl oder übel … durch! 💨
Ich spoiler kurz und schmerzlos: Meine Geschichte ist leider durchgefallen – so wie letztes Jahr (Si apre in una nuova finestra). Ob die Jury beim Durchlesen das Wort gefunden hat, das ich im Text versteckt hab, werde ich deshalb wohl nie erfahren. Aber vielleicht findest du es ja, denn die Sperrfrist der eingereichten Beiträge ist Ende Juni abgelaufen und deshalb darf ich meinen jetzt mit dir teilen. Er hat übrigens 888 Wörter – 111 mehr als das reguläre Piontextchen rund um fünf sommerliche Begriffe, das du nächste Woche bekommst. Welche Kombination (Si apre in una nuova finestra) da wohl gewonnen hat? Lass dich überraschen!

Jetzt erstmal viel Spaß mit diesem Extra-Piontextchen! Das gibt es übrigens auch als Podcast (Si apre in una nuova finestra). Exklusiv für Mitglieder. Zum Dank für die Unterstützung meines Projekts.
Werte Fahrgäste
Wiebke stand am Bahnsteig und war nervös, obwohl ihre Fahrt gut durchgeplant war. 25 verschiedene Verbindungsmöglichkeiten hatte sie durchgespielt und dabei auf eine Umsteigezeit von mindestens 20 Minuten geachtet. Doch sie wusste, wie schnell so ein Reiseplan durcheinandergeraten konnte. Und wenn ihr der Anschluss in Hamm durch die Lappen ginge, wäre das richtig blöd, denn der nächste Zug käme erst geschlagene zwei Stunden später.
„Achtung, eine Durchsage für Gleis 3!“ Sven bemerkte, wie die Frau neben ihm aufhorchte, als sie ein Schreck durchzuckte. Wahrscheinlich rechnete sie damit, dass eine Verspätung nun all ihre Pläne durchkreuzen würde. Als sich das angekündigte Ereignis als Durchfahrt entpuppte, entspannte sie sich merklich. Sven widmete seine Aufmerksamkeit wieder dem durchtrainierten Typen, der einige Meter weiter konzentriert auf sein Smartphone starrte. Was ihm wohl durch den Kopf ging?
Gangplatz, Nummer 57 in Wagen 8, nicht 58 in Wagen 7 – wie oft hatte er das jetzt schon durcheinandergebracht? Das durchdringende Quietschen von Bremsen ließ Martin aufschrecken, als der Zug endlich einfuhr. Die durchnummerierten Wagen rauschten an ihm vorbei und er hoffte inständig, dass er richtig stand in Abschnitt C. Auf dem vollen Bahnsteig wäre so schnell nämlich kein Durchkommen, erst recht nicht mit dem schweren Koffer, in dem er seine neuen Hanteln und diverse Proteinshakes verstaut hatte. Wie gut, dass er sich zu einer Reservierung hatte durchringen können, dachte er, als Wagen 8 doch tatsächlich vor ihm anhielt. Bevor er einstieg, reichte er einer älteren Dame ihr Gepäck durch die geöffnete Waggontür.
Evelin nahm ihre Reisetasche entgegen, dankte dem freundlichen jungen Mann mit dem muskulösen Oberkörper und atmete tief durch. Jetzt musste sie sich nur noch bis zu ihrem Sitz durcharbeiten, was angesichts des vollen Ganges und der vielen zu verstauenden Koffer wohl noch ein bisschen dauern würde. „Können Sie hier vielleicht mal die Leute durchlassen?“, keifte da jemand von hinten und Evelin spürte, wie eine durchgeschwitzte Frau sie unsanft zur Seite drückte.