Passa al contenuto principale

#DerApothekerInformiert - Teil 1330

Meine vier Bücher (Si apre in una nuova finestra)

Aspartam ist ein künstlich hergestellter Süßstoff.

Es ist etwa 200-mal süßer als Saccharose, der Haushaltszucker, und liefert 4 Kilokalorien pro Gramm, da Aspartam im Körper wie ein Eiweißbaustein abgebaut wird.

Da Aspartam von den Bakterien im Mund nicht in Säure umgewandelt wird, verursacht es im Gegensatz zu Zucker keine Karies.

Aspartam liegt als weißes, kristallines Pulver vor, das sich nur wenig in Wasser lösen lässt.

Da allerdings nur kleine Mengen benötigt werden, um die Süße von Zucker zu erhalten, reicht die geringe Wasserlöslichkeit aus.

Aspartam ist jedoch nicht hitzebeständig, weshalb es nicht zum Backen geeignet ist.

Beim Abbau im Körper entstehen die beiden Aminosäuren Phenylalanin und Asparaginsäure sowie Methanol.

Methanol ist ein einfacher Alkohol, der im Körper durch das Enzym Alkoholdehydrogenase (ADH) zu Formaldehyd und dann weiter zu Ameisensäure umgewandelt wird.

Die Ameisensäure kann wiederum das Blut übersäuern und so zu einer schweren Vergiftung führen.

Trinkt man größere Mengen Methanol, wie sie etwa in schwarzgebranntem Alkohol vorkommen können, kann das zur Erblindung oder sogar zum Tod führen.

Beim Abbau von Aspartam entstehen allerdings nur sehr geringe Mengen Methanol.

Methanol nimmt man aber auch dann auf, wenn man Obst oder Gemüse isst, da es ebenfalls beim Abbau von Pektin, einem natürlichen Bestandteil der Pflanzenzellwände, entsteht.

Auch der Körper selbst bildet natürlicherweise Methanol.

Die geringen Mengen, die man also durch Aspartam aufnimmt, gelten daher als unbedenklich.

Das entstandene Phenylalanin kann allerdings für Menschen mit Phenylketonurie gefährlich sein, da sie es nicht abbauen können.

Sie sollten auf Aspartam verzichten, weshalb aspartamhaltige Produkte den Hinweis „enthält eine Phenylalaninquelle“ tragen müssen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam 2013 zu dem Schluss, dass Aspartam auch für Kinder, Schwangere und Säuglinge unbedenklich ist, zumindest dann, wenn die akzeptable Tagesdosis (Acceptable Daily Intake, ADI) nicht überschritten wird.

Diese Dosis gibt an, wie viel von einem Stoff ein Mensch lebenslang täglich aufnehmen kann, ohne dass gesundheitliche Risiken zu erwarten sind.

Für Aspartam liegt diese akzeptable Tagesdosis bei 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Auch die US-amerikanische FDA und andere internationale Behörden bestätigen diese Einschätzung.

Im Jahr 2022 zeigten große Beobachtungsstudien der französischen NutriNet-Santé-Kohorte jedoch, dass Aspartam mit einem höheren Risiko für Brustkrebs und zerebrovaskuläre Ereignisse (z. B. Schlaganfälle) verbunden sein könnte.

Auch insgesamt war der Konsum künstlicher Süßstoffe mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verknüpft.

Diese Studien untersuchten sehr viele Menschen über mehrere Jahre hinweg.

Sie konnten aber nur Zusammenhänge und keine direkten Ursachen nachweisen.

Dass eine Korrelation besteht, also zwei Ereignisse gleichzeitig auftreten, bedeutet nicht, dass auch eine Kausalität vorliegt und ein Ereignis das andere ausgelöst hat.

Ob Aspartam also wirklich die Ursache ist, lässt sich damit nicht sicher beweisen, da auch andere Faktoren wie Übergewicht, Ernährung oder Lebensstil eine Rolle spielen könnten.

Auf Grundlage dieser Daten stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO), genauer die International Agency for Research on Cancer (IARC), Aspartam 2023 als „möglicherweise krebserregend beim Menschen“ ein.

Es bekam die Kategorie 2B, was bedeutet, dass begrenzte Hinweise gefunden wurden, die weitere Forschung notwendig machen.

Trotz dieser Bewertung sehen die EFSA und die FDA jedoch keinen Anlass, die zulässige tägliche Aufnahmemenge zu ändern.

In einer Tierstudie wurde bei Mäusen und nicht-menschlichen Primaten eine erhöhte Insulinfreisetzung nach Aspartam beobachtet.

Bei den Mäusen zeigten sich zusätzlich Entzündungen an den Blutgefäßen und vermehrte Ablagerungen in den Arterien, was die Entstehung von Atherosklerose begünstigen könnte.

Wichtig ist, dass es sich dabei nicht um Studien am Menschen handelte und die Ergebnisse aus Tierexperimenten nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar sind.

So lässt sich aber möglicherweise erklären, warum in Beobachtungsstudien ein Zusammenhang zwischen Aspartam und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefunden wurde.

Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass künstliche Süßstoffe wie Aspartam das Darmmikrobiom beeinflussen können.

In Tierexperimenten wurden Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmflora beobachtet, die mit Übergewicht, Insulinresistenz oder Stoffwechselveränderungen verbunden sein können.

Daten aus Studien am Menschen sind hierzu bisher aber noch begrenzt und teilweise sogar widersprüchlich.

Die einen Studien finden kaum Veränderungen, die anderen hingegen zeigen deutliche Effekte.

Die Effekte sind abhängig von der Dosis, der Dauer und der jeweiligen Zusammensetzung des Mikrobioms, also der Gesamtheit der Mikroorganismen im Dickdarm.

Dass Aspartam angeblich auch in der Tiermast eingesetzt wird, ist für viele ein Argument dafür, dass man damit nicht abnehmen kann.

Aspartam wird üblicherweise nicht in der Tiermast eingesetzt. 

Andere Süßstoffe (z. B. Sucralose, Neotam) hingegen schon, da sie die Schmackhaftigkeit erhöhen und so für eine erhöhte Futteraufnahme sorgen.

Während neuere Untersuchungen auf mögliche gesundheitliche Probleme hinweisen, fanden frühere Studien keine Risiken durch Aspartam – wenn die akzeptable Tagesdosis eingehalten wurde.

Die WHO empfiehlt inzwischen, Süßstoffe nicht als Mittel zur Langzeit-Gewichtskontrolle einzusetzen, auch wenn sie kurzfristig zwar beim Abnehmen helfen können.

ACHTUNG: Mein neues Buch „Von Aspirin bis Zink“ ist um zwei Euro teurer geworden, weil ich rund 80 Seiten mit wichtigen Informationen hinzugefügt habe.

Leider wurden deshalb alle bisherigen Vorbestellungen storniert.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr es einfach erneut vorbestellt.

Mit einer Vorbestellung würdet ihr mir einen großen Gefallen tun!

Danke! ❤

P.S. Achtung Werbung: Ihr könnt mein viertes Buch zum Beispiel hier vorbestellen:

https://amzn.to/4jtDoE8 (Si apre in una nuova finestra)

Ich freue mich über jede Vorbestellung, und wenn ihr Lust habt, postet es gern auf Social Media. 🙃

Die komprimierte Ausgabe - #DerApothekerInformiert: Aufs Wesentliche reduziert - findest du ganz unten.

P.S. Betrachte den Infoletter nicht als Liste von bis zu sieben Ausgaben, die du jede Woche lesen sollst, sondern als Menü, aus dem du dir jede Woche die Ausgaben auswählen kannst, die dich interessieren.

P.P.S. Als Mitglied im #DerApothekerClub hast du Zugriff auf das komplette Menü (Si apre in una nuova finestra).

Der aktuellste Artikel auf meiner Homepage:

https://derapotheker.info/2025/06/08/spagyrik-in-der-apotheke-eine-pseudomedizin/ (Si apre in una nuova finestra)

Achtung Werbung: Mein neues Buch "Die Wahrheit über unsere Drogen", das ich zusammen mit Dr. Carsten Schleh geschrieben habe, ist ab sofort überall erhältlich.

https://amzn.to/41u8Qt4 (Si apre in una nuova finestra)

Meine Homepage

https://derapotheker.info/ (Si apre in una nuova finestra)

#DerApothekerInformiert: Aufs Wesentliche reduziert

Aspartam: Hui oder Pfui?

Aspartam ist ein künstlich hergestellter Süßstoff.

Es ist etwa 200-mal süßer als Zucker und liefert 4 Kilokalorien pro Gramm.

Da es von Bakterien im Mund nicht in Säure umgewandelt wird, verursacht es keine Karies.

Aspartam liegt als weißes Pulver vor, das sich wenig in Wasser löst.

Die Löslichkeit reicht allerdings aus, da nur wenig benötigt wird.

Aspartam ist nicht hitzebeständig und deshalb nicht zum Backen geeignet.

Im Körper entstehen beim Abbau Phenylalanin, Asparaginsäure und Methanol.

Methanol wird zu Formaldehyd und dann zu Ameisensäure umgewandelt, die in großen Mengen eine Vergiftung verursachen kann.

Trinkt man viel Methanol, wie es in gepanschtem Alkohol vorkommt, kann das zur Erblindung oder zum Tod führen.

Beim Abbau von Aspartam entstehen jedoch nur sehr geringe Mengen Methanol.

Auch Obst, Gemüse und der Körper selbst liefern Methanol.

Die kleinen Mengen aus Aspartam gelten als unbedenklich.

Für Menschen mit Phenylketonurie ist Aspartam jedoch gefährlich, da sie Phenylalanin nicht abbauen können.

Sie sollten darauf verzichten, weshalb Produkte den Hinweis „enthält eine Phenylalaninquelle“ tragen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bewertete 2013 Aspartam als unbedenklich, auch für Kinder, Schwangere und Säuglinge, solange die Tagesdosis nicht überschritten wird.

Sie liegt bei 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Auch die US-amerikanische FDA und andere Behörden bestätigen das.

2022 zeigten große Beobachtungsstudien, dass Aspartam mit einem höheren Risiko für Brustkrebs und zerebrovaskuläre Ereignisse (z. B. Schlaganfälle) verbunden sein könnte.

Auch insgesamt war der Konsum künstlicher Süßstoffe mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verknüpft.

Diese Studien konnten aber nur Zusammenhänge und keine direkten Ursachen nachweisen.

2023 stufte die IARC (eine WHO-Agentur) Aspartam als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B) ein.

2B bedeutet, dass es begrenzte Hinweise gibt und weitere Forschung nötig ist.

EFSA und FDA sehen jedoch keinen Grund, die Tagesdosis zu ändern.

In Tierstudien zeigte Aspartam eine Wirkung auf Insulin, Entzündungen und Ablagerungen in Gefäßen.

Das könnte Atherosklerose begünstigen, ist aber nicht direkt auf Menschen übertragbar.

Auch Effekte auf das Darmmikrobiom wurden in Tierversuchen beobachtet.

Beim Menschen sind die Daten dazu begrenzt und widersprüchlich.

Ob und wie stark Aspartam wirkt, hängt von Dosis, Dauer und dem individuellen Mikrobiom ab.

Aspartam wird in der Regel nicht in der Tiermast eingesetzt, wie gerne als Grund gegen Aspartam zum Abnehmen behauptet wird.

Die WHO empfiehlt inzwischen, Süßstoffe nicht zur langfristigen Gewichtskontrolle einzusetzen.

Während neuere Untersuchungen auf mögliche gesundheitliche Probleme hinweisen, fanden frühere Studien keine Risiken durch Aspartam – wenn die akzeptable Tagesdosis eingehalten wurde.

Haftungsausschluss:

Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultiere bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden stets einen Arzt oder Apotheker. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Gewähr übernommen.

Dieser Haftungsausschluss gilt für alle Ausgaben von #DerApothekerInformiert.

0 commenti

Vuoi essere la prima persona a commentare?
Abbonati a #DerApotheker 🥷 e avvia una conversazione.
Sostieni