Dietrich Kuhlbrodt hatte und hat bis heute ein bewegtes und vor allem unkonventionelles Leben. 1932 in Hamburg geboren, war er Hitlerjunge, Filmkritiker, Schauspieler, Oberstaatsanwalt, Autor, Musiker, Nazijäger, Kämpfer für die Aufdeckung der deutschen Euthanasiemorde und Mitherausgeber des Internetmagazins Filmzentrale. Er arbeitete u.a. mit der Künstlergruppe Die Tödliche Doris, Christoph Schlingensief, Lars von Trier und dem Bandkollektiv HGich.T zusammen. Dietrich Kuhlbrodt spielte in zahlreichen Filmen mit, wie z.B. in Decoder (1984), Das deutsche Kettensägenmassaker (1990), Europa (1991), United Trash (1996) und Die 120 Tage von Bottrop (1997).
Arne Körner präsentiert uns in dieser Dokumentation den freiheitsliebenden Tausendsassa und lässt Dietrich Kuhlbrodt durchgehend seine Biografie selbst erzählen - zuweilen auch sehr selbstkritisch. Der Mann ist ein lebendes Kunstwerk. Arne Körners Film zeichnet Kuhlbrodts lebenslangen Kampf gegen die bürgerliche Gesellschaft und ihre teils menschenfeindliche Mentalität nach - als Richter und Künstler. Und dieser Kampf geht weiter und ist in Zeiten, in denen wieder Listen von psychisch Kranken gefordert werden, die Kosten der Behindertenhilfe diskutabel sind und rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien zusammen 50 Prozent erreichen, notwendiger denn je. Untermalt wird Nonkonform durch Musik von Helge Schneider; wir sehen viele Originalaufnahmen: ein Leben deutscher Geschichte.
https://www.imdb.com/de/title/tt33852256/ (Si apre in una nuova finestra)