Der traumatisierte Sportlehrer Sergio Rossetti wird in das abgelegene Bergdorf Remis versetzt. Dem depressiven Sergio fällt sofort auf, dass die Menschen dort ausgesprochen gut gelaunt sind. Der Grund dafür ist ein seltsames Ritual: die Dorfbewohner umarmen regelmäßig einen Jugendlichen namens Matteo Corbin, der sie auf magische Weise von all ihrem Leid und Schmerz befreit. Sergio freundet sich mit Matteo an und versucht, hinter dessen Geheimnis zu kommen. Ist der als Engel von Remis verehrte Jugendliche am Ende gar kein Engel?
The Holy Boy ist ein italienisch-slowenischer Horrorfilm aus dem Jahr 2025, der von Paolo Strippoli inszeniert wurde. In den Hauptrollen spielen Michele Riondino, Giulio Feltri, Romana Maggiora Vergano, Paolo Pierobon und Roberto Citran.
Der Film wird als "italienisches Midsommar" beworben. Das scheint bei Filmen von Paolo Strippoli zum Standard zu gehören. Netflix bewarb dessen Film A Classic Horror Story (2021) mit der selben Marketing-Phrase. Wo dies beim Vorgängerwerk noch irgendwie Sinn machte, weil der Folk-Horrorfilm mit den Erwartungshaltungen, die man nach Midsommar (2019) hatte, spielte und sie brach, hat The Holy Boy für meine Begriffe nur wenig mit Ari Asters Meisterwerk zu tun. Der Film enthält zwar einige Folk-Horror-Elemente, kann aber weder ästhetisch noch inhaltlich daran anknüpfen.
Dennoch ist Paolo Strippolis dritter Spielfilm ein gelungenes Werk. Es stellt die existentielle Frage nach dem Umgang mit Trauer, Trauma und Leid und verhandelt einige illusorische Strategien wie Religion, Verdrängung und Selbstzerstörung. The Holy Boy ist dabei gut gespielt, stimmungsvoll inszeniert, besitzt eine originelle Story und wartet mit einem spannenden Finale auf.
https://www.imdb.com/de/title/tt33382323/ (Si apre in una nuova finestra)