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Devil in Disguise: John Wayne Gacy (2025)

John Wayne Gacy führt jahrelang ein Doppelleben: während er auf Kindergeburtstagen den lustigen Clown Pogo mimt und sich gesellschaftlich engagiert, baut er sein Haus zu einem Gruselkabinett mit mehreren Leichen im Kriechkeller um. Durch sein angepasstes Spießerdasein kommt ihm die Polizei lange nicht auf die Spur. Aufgrund dieser gesellschaftlichen Stereotype zugunsten eines charmanten Mannes und erfolgreichen Unternehmers sowie des Versagens der Ermittlungsbehörden konnte der Vergewaltiger und Serienmörder zwischen 1972 und 1978 mindestens 33 Männer und Jungen im Umkreis von Chicago ermorden. Als er endlich gefasst ist, beginnt ein beispielloses juristisches Theaterstück, denn Gacy redet wie ein Wasserfall. Doch spricht er die Wahrheit?

Die US-amerikanische Mini-Serie von Patrick Macmanus ist die Filmadaption der Dokumentation Der Killerclown: John Wayne Gacy (2021) von Rod Blackhurst, die im englischen Original auch schon John Wayne Gacy: Devil in Disguise hieß. In der Hauptrolle als titelgebenden Serienmörder sehen wir Michael Chernus, der das wirklich ganz großartig macht. Weitere Rollen sind u.a. mit Gabriel Luna, Michael Angarano und James Badge Dale besetzt.

Devil in Disguise: John Wayne Gacy lässt sich guten Gewissens als gelungen produzierte Krimi-Serie bezeichnen, die möglichst nahe an der Realität ist. Leider gibt es in der achtteiligen Serie aber auch viele zähflüssige Strecken, Zeitsprünge, Rückblenden und eine Menge Überflüssiges; der Fokus liegt auf den ermittelnden Polizisten, Gacys Anwalt und einigen Opfern und deren Angehörigen.

Mich konnte das Ganze nicht so sehr mitnehmen - ich bin eben noch verwöhnt von Monster: Die Geschichte von Ed Gein (2025). Devil in Disguise: John Wayne Gacy ist gut gemacht, kann jedoch zu keiner Zeit die kreative Durchschlagskraft und psychologische Faszination von Ryan Murphys Monster-Serie erreichen. Der Serienmörder bleibt hier, wie gewöhnlich in Krimis, "das Andere", auf das angewidert und ängstlich mit dem Finger gezeigt und über das die Nase gerümpft wird - ein Perverser, ein Verrückter, ein böser Mann. Das bringt uns den Kern solch grauenvoller Taten aber nicht näher. Wo die Monster-Serie versucht, die Zuschauer in die Lage zu versetzen, mit dem Täter zu fühlen und ganz nah bei ihm ist, da bleibt Devil in Disguise: John Wayne Gacy ein gewöhnlicher Krimi, der es nicht wirklich schafft, ins Hirn des Serienmörders zu blicken. Hier wird die Gesellschaft, die ihn hervorgebracht hat, allein als Opfer und nicht auch als Ursprung des Täters darstellt.

Mich interessieren in Serienmörderfilmen die Opfer und ihre Lebensgeschichten, die Angehörigen oder irgendwelche Polizisten und Anwälte samt ihrer langweiligen Alltage und Beziehungen überhaupt nicht, sondern allein die Täter, ihre Psychen, ihre Motivationen und vor allem, wie sie zu den Monstern wurden, die sie sind. Das erzählte mir Devil in Disguise: John Wayne Gacy leider so gut wie gar nicht. Wirklich nah kommt man Gacy eigentlich allein in Folge sechs, das reicht mir aber nicht. Für True Crime-Fans ist die Serie dennoch einen Blick wert.

https://www.imdb.com/de/title/tt31314754/ (Si apre in una nuova finestra)
Argomento Serie