Ein Serienmörder treibt sein Unwesen in der New Yorker Cruising-und Gay-Club-Szene und ermordet schwule Männer auf brutale Weise mit einem Messer. Der angehende Kriminalpolizist Steve Burns soll den Täter finden und wird dafür in die Schwulenszene eingeschleust. Dort erblickt er nicht nur Vorlieben und Praktiken, wie Leder- und Uniformfetischismus, Fisting, Natursekt und SM, die ihn anwidern und zugleich faszinieren, sondern er erlebt auch die alltägliche Polizeigewalt und Diskriminierung homosexueller Menschen am eigenen Leibe. Steve gerät bald ins Visier des Killers, was für ihn die Lösung des Falls und zugleich höchste Lebensgefahr bedeutet.
William Friedkin, bekannt für den New-Hollywood-Klassiker Brennpunkt Brooklyn (1971) und den Skandalfilm Der Exorzist (1973), nahm uns im Jahr 1980 mit in die schwule Leder- und SM-Szene New Yorks. Die Handlung basiert lose auf dem gleichnamigen Roman von Gerald Walker aus dem Jahr 1970. Al Pacino in der Rolle des Steve Burns spielt eindringlich und gewohnt überzeugend. Des Weiteren sehen wir hier u.a. Ed O'Neill, James Remar, Mike Starr, Leo Burmester, Paul Sorvino, Karen Allen, Joe Spinell und Jay Acovone.
Der Film löste bereits im Vorfeld heftige Kontroversen in der Schwulenszene aus, weil befürchtet wurde, dass sie zu negativ dargestellt werden könnte. Aus heutiger Sicht betrachtet, ist jede Til-Schweiger-Komödie homophober als Cruising. Friedkin schafft es, die freizügigen Szenen als abgründig und gefährlich darzustellen, ohne dabei deren Protagonisten zu entmenschlichen.
Cruising ist ein wichtiger Film seiner Zeit, der den Zuschauern eindrucksvoll vor Augen hält, dass Sexualität nichts mit Fortpflanzung zu tun haben muss und vielfältig und fantasievoll sein kann. Das macht ihn durchaus zu einem Meilenstein in der queeren Filmgeschichte.
https://www.imdb.com/title/tt0080569/ (Si apre in una nuova finestra)