Der pensionierte Ingenieur Sam Cooper zieht nach dem Tod seiner Frau etwas unwillig in ein KI-überwachtes Haus in der Privatstadt "The Boroughs" in der Wüste von New Mexico. Schon bald wird er mit verstörenden Ereignissen konfrontiert: Der frühere Bewohner seines Hauses steht plötzlich im Flur und greift Sam mit einem Messer an. Wenig später kann er eine spinnenähnliche Kreatur beim Angriff auf einen Nachbarn beobachten. Doch damit nicht genug, die seltsamen Vorfälle häufen sich. Sam und seine Nachbarn Wally, Judy, Art und Renee beginnen, den mysteriösen Geschehnissen nachzugehen.
The Boroughs ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Mystery-Serie nach einer Idee von Jeffrey Addiss und Will Matthews aus dem Jahr 2026. Matt und Ross Duffer, die durch die Serie Stranger Things (2016) bekannt wurden, übernahmen die Funktion der Executive Producers. Die Musik stammt von Filmkomponist John Paesano. In den Hauptrollen sehen wir Alfred Molina als Sam Cooper, Alfre Woodard als Judy Daniels, Clarke Peters als Art Daniels, Denis O’Hare als Wally Baker, Geena Davis als Renee und Carlos Miranda als Paz Navarro. Jena Malone, Bill Pullman, Seth Numrich, Alice Kremelberg und Jane Kaczmarek übernahmen weitere Rollen.
The Boroughs verfolgt formal ein gängiges Rezept mit den typischen Elementen zeitgenössischer Serien. Von Oldie-Hits im Abspann über Rückblenden, Zeitsprünge, Perspektivwechsel und zu vielen Protagonisten bis hin zu den unerträglichen Cliffhanger-Schnitten zeugt alles davon. Doch obwohl am Ende die immer gleichen Science-Fiction-Versatzstücke auftauchen, ist die Serie inhaltlich ein bisschen anders.
Gutgelaunte alte Leute, die sich gegenseitig wertschätzen, küssen, ihr Leben genießen, nicht mehr arbeiten müssen und technologieoffen sowie medizinisch rundumbetreut in einem menschenfreundlichen Umfeld leben - das ist mir dermaßen fremd, das kann nur Science-Fiction sein. Die Protagonisten müssen allesamt Multimillionäre sein, anders lässt sich das nicht erklären - die medizinische Rundumbetreuung und die Privatstadt sprechen dafür. Das Setting bleibt zunächst also extrem befremdlich und irreal.
Es sind vor allem die Protagonisten, die die achtteilige Serie besonders machen. Hier stehen alte Menschen im Mittelpunkt; es geht um ihre Bedürfnisse und Träume. Und wir sehen den Sex einer älteren Frau mit einem jungen Mann. In diesem Stranger Things für Erwachsene sind die Themen allgemein universeller; es geht um Würde, um die großen Fragen und allgemein um starke, alte Menschen, die sich gegen die Herabsetzung innerhalb der Gesellschaft zur Wehr setzen. Die sympathischen Hauptfiguren und deren großartige Darsteller tragen die Serie und verwandeln die doch sehr konventionelle Handlung in etwas immerhin Interessantes. Sie sind auf jeden Fall um einiges vielschichtiger als die obligatorischen Teenager-Nerds.
Mir gefiel gut, dass sich die Heldengruppe mit den Spinnenmonstern und ihrer Mutter verbündet und ihnen hilft - denn das wahre Monster in der Serie ist mal wieder so ein glatt gelecktes CEO-Arschloch. Und doch erleben wir leider - vor allem in der wirren letzten Folge - die immer gleichen und mittlerweile langweiligen Genre-Elemente wie Parallelwelten, gottgleiche Kreaturen, unverständlicher Technikquatsch mit Fernsehern, die die Bösen in ihre Atome auflösen, und ominöse "Glitches", also Verarbeitungsfehler in einem Computerspiel.
Das Ende lässt Raum für eine zweite Staffel, so wird The Boroughs den traurigen Weg vieler erfolgreicher Serien dieser Zeit gehen. Stranger Things war in Staffel eins auch noch zu ertragen.
https://www.imdb.com/de/title/tt27557289/ (Si apre in una nuova finestra)