Räubertochter Ronja lebt zufrieden auf der Burg der Familie, die nach ihrem Vater Mattis benannt ist, der ein berühmter Räuberhauptmann ist und der die umliegenden Wälder und Straßen mit seiner Bande unsicher macht. Als Ronja jedoch alt genug ist und erfährt, mit was der Vater sein Geld verdient, hängt der Burgsegen schief. Als Ronja sich dann auch noch mit dem Sohn von Borka, Mattis größtem Konkurrenten, anfreundet, eskaliert die Beziehung zu ihren Eltern. Dies und die Abenteuer, die sie im Wald erlebt und bei denen sie fantastischen aber auch gefährlichen Wesen begegnet, lassen Ronja erwachsen werden, und sie muss ihren eigenen Weg im Leben finden.
Die schwedische Coming-of-Age-Serie taucht tief in die Fantasy-Welt des gleichnamigen, 1981 erschienenen Kinderbuchs von Astrid Lindgren ein. Messen lassen muss sie sich jedoch nicht am Buch, sondern am Film Ronja - Die Räubertochter (1984) von Tage Danielsson. Relativ nahe am Film wirkt die Serienadaption zumindest zu Beginn, leider stellt sich schnell das bliche Serienproblem ein. Hier wird ein Teil der Handlung eines Zweistundenfilms künstlich auf viereinhalb Stunden ausgedehnt und auf eine zweite Staffel verwiesen. Durch neue Charaktere, Handlungsstränge und Nebenplots, viel Gelaber und anderen dramaturgiezerstörenden Serienquatsch, wie unnötige Rückblenden und der unsägliche Cliffhanger am Schluss, wird die Story so in die Länge gezogen, bis sie langweilig ist. Optisch ist das Ganze sehr schön gemacht und für eine Kinderserie recht düster inszeniert. Die Fabelwesen, wie Graugnome, Wilddruden und Rumpelwichte sind toll gemacht. Es gibt durchaus ein paar schöne Szenen, wenn z.B. die beiden Jungschauspieler Kerstin Linden (Ronja) und Jack Bergenholtz Henriksson (Birk) miteinander agieren, und die Landschaftsaufnahmen der naturnahen Wälder laden zum Träumen ein. Das Thema des Konflikts zwischen Kindern und Eltern angesichts des kriegerischen und räuberischen Verhaltens der Elterngeneration passt bestens in die heutige kriegs- und klimabewegte Zeit. Für Kinder - die ARD-Mediathek empfiehlt die Serie ab zehn Jahren - dürfte diese Neuverfilmung gut geeignet sein. Das ist keine komplett misslungene Serienadaption. Sie schafft durchaus den Spagat zwischen Nostalgie und neuen Ideen. Aber als Film mit professioneller Dramaturgie und nicht nur als Aneinanderreihung von teils langweiligen Szenen, also als typische Serie dieser Zeit, hätte mir diese neue Ronja Räubertochter-Fassung besser gefallen.
https://www.imdb.com/de/title/tt15379396/ (Si apre in una nuova finestra)