Im Berlin der 1930er-Jahre arbeitet der Germanist und angehende Schriftsteller Dr. Jakob Fabian tagsüber als Werbetexter für einen Zigarettenhersteller, um seine Miete zahlen zu können. Deutschland befindet sich im Niedergang, nicht nur wirtschaftlich und politisch, sondern - davon ist Fabian überzeugt - auch moralisch. Trotzdem streift er mit seinem besten Freund Stephan Labude durch die Bars, Kabaretts, Bordelle und Kunstateliers Berlins. Eines Nachts lernt Fabian in einem Nachtclub die junge Cornelia Battenberg kenne; sie verlieben sich.
Fabian oder Der Gang vor die Hunde ist ein deutsches Filmdrama von Dominik Graf aus dem Jahr 2021 und basiert auf dem Roman "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten" von Erich Kästner. Die Titelrolle des Dr. Jakob Fabian ist mit Tom Schilling besetzt. In weiteren Rollen sehen wir Albrecht Schuch, Saskia Rosendahl, Michael Wittenborn, Petra Kalkutschke, Elmar Gutmann, Eva Medusa Gühne und Meret Becker.
"Herr Graf, welche filmischen Elemente möchten Sie benutzen, um Ihren Film möglichst artsy-fartsy zu machen?" Seine Antwort: "Alle!"
Fabian oder Der Gang vor die Hunde wartet mit einer enormen visuellen Sprunghaftigkeit auf: Stummfilm, Tonfilm, körniges Super 8 und hyperrealistische HD-Optiken - hier ist alles vertreten. Wir sehen historische Aufnahmen aus den Dreißigern, Rückblenden, Zeitraffer, Standbilder und Einsprenkelungen von subjektiver Kamera. Auch die Tonspur ist ähnlich überladen: Während die Protagonisten ganz schrecklich nuscheln, rattern und flüstern, hören wir noch mindestens zwei verschiedene Stimmen aus dem Off, die dazwischenschwafeln, einordnen, erklären und teils - ähnlich einer Audiodeskription für Sehbehinderte - die Szenen beschreiben, die wir ohnehin gerade sehen. Doch mit Abstand das Schlimmste an diesem Film ist die Tatsache, dass er drei Stunden dauert. Ich konnte dieses überladene Sammelsurium aus Langeweile, hektischem Gezappel und unverständlichem Geblubber nicht ertragen.
Dieser Film ist ein wichtiger Film; wichtig dahingehend, dass er die Diskrepanz zwischen Kinounterhaltung und gehyptem Arthouse-Film in Deutschland eindrucksvoll aufzeigt. Dominik Grafs Fabian oder Der Gang vor die Hunde ist stark gefördert, zigfach von Fachjurys ausgezeichnet und von der Kritik als Meisterwerk bezeichnet worden. Einen Publikumspreis - wer hätte es gedacht - gewann der Film jedoch nicht. Laut Wikipedia sahen ihn 112.938 Menschen im Kino. Im Fernsehen wurde der Film zumeist werktags zwischen Mitternacht und zwei Uhr nachts ausgestrahlt. Die Mediatheken teilten ihn nicht ohne Grund in vier Teile - dennoch wird er für die meisten Menschen unzugänglich bleiben.
https://www.imdb.com/de/title/tt13846414/ (Si apre in una nuova finestra)