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Im Staub der Sterne (1976)

Die Mannschaft des Raumschiffs "Cynro 19/4" erreicht nach einem empfangenen Notruf den Planeten "TEM 4". Dort finden die Kommandantin Akala, der Navigator Suko und der Rest des Teams aber keine Notsituation vor, sondern ein schlimmes Ausbeutungsverhältnis. Der nur als "Chef" bezeichnete Herrscher des Planeten beutet die Ureinwohner in unterirdischen Bergwerken aus. Dem Sklaventreiber und Unterdrücker ist jedes Mittel recht, um seine Ziele durchzusetzen, auch Folter und Bewusstseinsmanipulation. Wird die Besatzung des Raumschiffs den versklavten Ureinwohnern zu Hilfe kommen?

Im Staub der Sterne ist ein Science-Fiction-Film von Gottfried Kolditz aus dem Jahr 1976. Produziert wurde er von der künstlerischen Arbeitsgruppe "Futurum", einigen Filmemachern des staatseigenen Filmunternehmens DEFA der DDR. Ziel dieser Gruppe war die filmdokumentarische Begleitung von Zukunftsentwicklungen in der DDR sowie deren Inszenierung in Spielfilmen und Dokumentationen. Propaganda haben im Kalten Krieg und darüber hinaus alle gemacht, nicht nur die USA. Filme wie Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel (1986), Der König der Löwen (1994), Independence Day (1996), Armageddon - Das jüngste Gericht (1998) oder Paw Patrol - Der Mighty Kinofilm (2023) triefen vor nationalistischen, kapitalistischen und neoliberalen Messages. Seit dem rassistischen Machwerk Die Geburt einer Nation (1915) hat das in den USA eine lange Tradition. Doch auch die kommunistische Sowjetunion versuchte, den Zuschauern ins Denken zu pfuschen. Mit Im Staub der Sterne haben wir solch einen Propagandafilm aus der DDR vorliegen. Auch wenn das ganze nicht so platt gestaltet ist, wie bei so manchem US-amerikanischen Film, und die Retrofuturismus-Ästhetik zu gefallen weiß, darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies kein reines Kunstwerk ist, sondern einen politischen Zweck im Auftrag eines Regimes erfüllen sollte. Und sowas macht mir persönlich jeden Kunstgenuss etwas madig.

Storymäßig ist Im Staub der Sterne so langweilig, wie viele Science-Fiction-Serien und -filme dieser Zeit. Das Ganze wirkt heute streckenweise etwas seltsam und das Fantasy-Technikgelaber albern. Wer aber auf den alten Perry-Rhodan-Charme, Raumschiff Enterprise (1966), auf bunte 70er-Jahre-Ausstattung steht und wen die Tatsache, dass die Tonspur zu gefühlt 90 Prozent aus Schritten, Fußgetrappel und Sandalengeknatsche besteht, nicht abschreckt, kann hier durchaus einen Blick riskieren. Aber immer daran denken: kritisch bleiben.

https://www.imdb.com/de/title/tt0074671/ (Si apre in una nuova finestra)
Argomento Film