Die frisch ernannte Rangerin Lennon durchstreift alleine die Wildnis eines gigantischen Nationalparks in den USA. In diesen Wäldern verschwinden immer wieder Personen spurlos. Dort scheint etwas zu lauern. Oder ist es nur der Wahnsinn, den die Einsamkeit der unberührten Natur in die Köpfe der Menschen pflanzt? Von ihrer Vergangenheit eingeholt, weiß auch Lennon irgendwann nicht mehr, was real ist und was ihr angegriffener Geist erzeugt. Um den Ursprung einer Tragödie zu ergründen, die sie seit ihrer Kindheit verfolgt, begibt sie sich tief in den Wald und in ihr Unterbewusstsein.
Teresa Sutherlands Film aus dem Jahr 2023 beginnt vielversprechend und hat eigentlich einen subtilen Ansatz von Horror. Leider verliert der Film ab der Mitte diese Stringenz und belästigt mit einer auf Dauer sehr aufdringliche Tonspur, nervigen Jump-Scares, einigen sehr konventionellen Horrorszenen und einer vorhersehbaren Story mit standardisiert wirkenden Lebenserinnerungen einer traumatisierten Frau. Alles das habe ich schon tausendmal gesehen. Das einzig Innovative ist die kurze Szene eines seltsam stacheligen Kopfes.
Georgina Campbell, bekannt aus Barbarian (2022), mimt die psychisch desolate Rangerin Lennon nicht schlecht, aber auch nicht besonders herausragend. Lovely, Dark, and Deep spielt mit den Erwartungen der Zuschauer, die bei der unheilvollen Ambient-Musik und den Bildern von unendlich weiten Waldgebieten einen Horror kosmischen Ausmaßes erwarten, enttäuscht aber auf ganzer Linie. Letztendlich sehen wir nur eine psychotische Frau, die durch den Wald läuft.
Dennoch muss man der Nachwuchsfilmemacherin Teresa Sutherland, die auch das Drehbuch zu dem ebenso enttäuschenden Film The Wind (2018) verfasste, für den gescheiterten Versuch, einen subtilen und etwas anderen Horrorfilm zu machen, Respekt zollen. Lovely, Dark, and Deep hat ein interessantes Setting und einige schöne Ideen, versagt aber kläglich an der Dramaturgie.
https://www.imdb.com/de/title/tt15560132/ (Si apre in una nuova finestra)