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Das Ding aus einer anderen Welt (1982)

Die Mitglieder einer US-amerikanischen Forschungsstation in der Antarktis erhalten überraschend Besuch von zwei Norwegern, die mit einem Hubschrauber einen Schlittenhund jagen. Doch der Hund kann seinen Häschern entkommen und die Forscher behalten den Husky bei sich. Ein außerirdischer Organismus, der in der Nähe mit seinem Raumschiff abgestürzt ist, lauert in dem Hund und mutiert zu einem grotesken Ungeheuer, das die Stationsbewohner angreift, absorbiert und kopiert. Der Pilot R. J. MacReady muss dem Alienwesen mit einem Flammenwerfer zu Leibe rücken. Doch das ist gar nicht so einfach, denn jeder könnte das Alien sein.

Der Film aus dem Jahr 1982 wurde von Altmeister John Carpenter inszeniert, während die Filmmusik aus der Feder von Ennio Morricone stammt. Besetzt ist der Film mit Kurt Russell als R. J. MacReady, Keith David als Childs, Wilford Brimley als Blair, T. K. Carter als Nauls, Thomas Waites als Windows und Peter Maloney als Bennings. Für die Spezialeffekte des Films waren Rob Bottin und Stan Winston zustädig; Winston war später als Maskenbildner an Aliens: Die Rückkehr (1986) und Predator (1987) beteiligt.

Die Urfassung des Films wurde 1984 in Deutschland indiziert; seitdem bekam man zumeist nur gekürzte Versionen zu sehen. Ich schaute den Film unzensiert erst 2009, da das Werk in diesem Jahr von der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen wurde.

Das Ding aus einer anderen Welt ist der erste Teil von Carpenters Apokalypse-Trilogie, zu der noch Die Fürsten der Dunkelheit (1987) und Die Mächte des Wahnsinns (1994) gehören. Der Film ist sowohl eine Adaption der gleichnamigen Novelle von John W. Campbell Jr. aus dem Jahr 1938 als auch eine Neuverfilmung von Christian Nybys und Howard Hawks´Film Das Ding aus einer anderen Welt (1951).

Das Werk ist einer meiner liebsten cthuloiden Filme. Nicht nur durch sein Südpol-Setting erinnert der Science-Fiction-Horror-Film an H. P. Lovecrafts Roman "Berge des Wahnsinns"; auch das aus den Abgründen des Alls stammende Alien ist mit seiner biologischen Beschaffenheit und der kalten Intelligenz so anders und unverständlich, dass es Lovecrafts kosmischem Horror hätte entspringen können. Atmosphärisch gesehen ist Carpenters Kultfilm für mich eine der stimmungsvollsten Verfilmungen kosmischen Horrors im Stile Lovecrafts.

Aber vor allem ist es der genreweisende Body-Horror, der hier auffällt. John Carpenter verquickt ihn meisterhaft mit einem spannenden und actiongeladenen Plot. Die klassischen Body-Horror-Motive der Zellimitation und Wirtsveränderung wurden - ähnlich wie in den Werken von David Cronenberg - prägend für das Genre und fanden später mit “Venom” sogar Eingang in das moderne Superheldengenre. Neben der innovativen Trick- und Maskentechnik muss unbedingt noch die Filmmusik hervorgehoben werden. Carpenter war mit der Musik von Ennio Morricone nicht ganz zufrieden und komponierte noch weitere Musikstücke hinzu, die dann im fertigen Film verwendet wurden. Die eindringlichen Klänge tragen enorm zur Gesamtatmosphäre des Films bei.

Laut Aussagen von Mitarbeitern der Amundsen-Scott-Südpolstation ist es zur Tradition geworden, dass sich alle nach Abflug des letzten Flugzeugs zu Beginn des Südpolwinters die beiden Versionen von Das Ding aus einer anderen Welt ansehen. Wenn das nicht eines echten Kultfilms würdig ist?

https://www.imdb.com/de/title/tt0084787/ (Si apre in una nuova finestra)
Argomento Film