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Possession

Der polnische Regisseur Andrzej Zulawski zeigt uns in seinem Film aus dem Jahre 1981 ein Ehepaar am Rande des Ehe-Wahnsinns. Während Anna sich mit anderen Männern vergnügt und allmählich in einen chaotischen Irrsinn verfällt, versucht ihr Mann Mark krampfhaft die Ehe zu retten. Beide steigern sich hinein in ihre mentalen Ausfälle und finden sich alsbald in einem wahrlich abgrundtief kaputten Alptraum wieder, der es in sich hat. Der Film ist nicht einfach zu verarbeiten, da Andrzej Zulawski ein eher fragmentarisch aufgebautes Werk inszenierte, dass zwischen schauspielerischen Exzessen und ekelhaftem Body-Horror hin und her sirrt, ohne dem Publikum irgendeine Art von Halt zu geben.

Das ist mehr Kunst als Film, dennoch weiß der Regisseur zu fesseln - auf eine sehr unbestimmte und sexuell aufgeladene Art, die in einem Blutrausch und einer bizarren Auflösung kulminiert. Technisch ist der Film für 1981 seiner Zeit vorraus, denn die irrisierenden Bilder, die schwungvollen Kamerafahrten und die kalt-düstere Optik sind extrem einnehmend und auf ihre Art auch sehr schön. Unterstützt von starken Berlin-Bildern und einem schnodderig-experimentellen elektronischen Soundtrack wird daraus eine irrsinnige Achterbahnfahrt. Allerdings sind die raumfordernden und oft nicht nachvollziehbaren Handlungen der Darsteller:innen reichlich anstrengend. Das ist dann mehr experimentelles Theaterspiel, dem der Mief der späten 70er noch anhaftet. Schauspielkunst die in Hysterie versinkt - schwierg.

Wobei man trotz allem sehen kann, wie Sam Neill und Isabelle Adjani über sich hinaus wachsen und eine wahnsinnig machende Leistung abliefern. Wie in einem Fiebertraum spielen sie sich über den Rand der eigenen Existenz hinaus und lassen sich durch die finsteren Abgründe treiben. Das grenzt mitunter an purem Overacting, was dem Ganzen zwar einen Dämpfer verpasst, sich aber dennoch konsequent einfügt. Ein Balance-Akt der schwierigen Art, der oft auswuchert. Mich persönlich hat das sehr aufdringliche Gebahren des deutschen Theater- und Filmschauspielers Heinz Bennet (Vater von David Bennet (Die Blechtrommel / Legende) ziemlich angewidert, was allerdings ebenso ins Konzept passt wie alles andere. Im Grunde ist Possession ein alptraumhafter Gegenentwurf zu unseren gesellschaftlichen Normen, was den Reiz des Films ausmacht. Das ist auf einer gewissen Ebene reichlich verstörend, verströmt aber auch eine exzessive Anziehungskraft, wie man sie so eher von David Lynch kennt.

Kein einfacher Film, dafür aber ein Sprung ins Ungewisse, den man als Fan absonderlicher Filme wagen sollte

Ein exzessives, sexuell extrem aufgeladenes Body-Horror-Werk, das nicht einfach zu verdauen ist. Dennoch sehenswert, allein schon wegen der Creature-Effekte.

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