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PETITION: Stärkt die Stimmen von Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt im sozialen Nahraum: Berufung von Betroffenenräten JETZT auf Bundesländer- und Bundesebene

Redaktion free.fem.minds MAGAZIN

In einem großen Interview in dieser Ausgabe sprachen wir mit Romy Stangl über die Bedeutung von Betroffenenbeiräten im Land. Mit ihrer aktuellen Petition macht die Vorstandsfrau von One Billion Rising München e.V. ihre Forderungen an die Bundesregierung sowie die Landesregierungen der Bundesländer, insbesondere die zuständigen Ministerien für Familie, Frauen, Soziales, Inneres und Justiz noch einmal deutlich:

Hier der Petitionstext von Romy Stangl

Der gefährlichste Ort für eine Frau ist ihr eigenes Zuhause

In Deutschland erlebt alle vier Minuten eine Frau Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner. Die Gewalt reicht von psychischer und ökonomischer  Gewalt bis hin zu physischer, sexualisierter und digitaler Gewalt, sowie Nachtrennungsgewalt. Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann  seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten und jeden zweiten Tag wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Häufig sind auch Kinder von dieser Gewalt betroffen oder werden im Kontext von Femiziden getötet.

Viele Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt im sozialen Nahraum und Hinterbliebene von Femizidopfern bleiben ungehört.  

Ihre Stimmen fehlen noch immer dort, wo über Schutz, Gesetze und Hilfesysteme entschieden wird.

Institutionell müssen Betroffene aktiv teilhaben an dem was man besser machen kann. Und ihre Perspektiven müssen wirksam in politische und strukturelle Entscheidungen eingebracht werden.


Betroffenenräte wirken, wenn sie verbindlich verankert und direkt in politische Entscheidungsprozesse eingebunden sind – wie etwa in Bremen mit dem Betroffenenbeirat Istanbul-Konvention: (https://bremen-sagt-nein.de/betroffenenbeirat/ (Si apre in una nuova finestra)

Bremen versteht die Einbindung von Betroffenenexpertise ausdrücklich als Qualitätsmerkmal – weil fundierte Erkenntnisse aus Erfahrung ein Schlüssel für wirksamere Prävention, Schutz und Unterstützung sind.

In Deutschland fehlen solche, verbindlichen Strukturen bislang flächendeckenden und vorhandene Initiativen bleiben regional begrenzt. 

Ich will erreichen, dass solche Strukturen nicht punktuell bleiben, sondern auf Bundes- und Bundesländerebene verankert werden. Dass Beteiligung von Betroffenen auf Augenhöhe stattfindet.

Deshalb fordere ich:
  • die Berufung von Betroffenenräten auf Bundes- und Bundesländerebene

  • ✅ strukturelle Beteiligung von Betroffenen an politischen Entscheidungen

  • ✅ Umsetzung der Istanbul-Konvention auf Bundesebene unter Einbeziehung der Betroffenenexpertise

  • ✅ die verbindliche Mitgestaltung und Mitevaluierung von Landesaktionsplänen der Bundesländer zur Umsetzung der Istanbul-Konvention durch Betroffene

  • ✅ die systematische Evaluierung bestehender Gesetze zum Schutz vor
     geschlechtsspezifischer Gewalt – wie dem Gewalthilfe- und  Gewaltschutzgesetz – sowie bestehender Maßnahmen und Schutzkonzepte unter verbindlicher Einbeziehung der Perspektiven von Betroffenen. 

Denn nachhaltige Veränderungen im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt im sozialen Nahraum beginnt dort, wo die Erfahrungen und Perspektiven Betroffener ernst genommen und einbezogen werden.

Wir brauchen eine Politik die nicht nur über Betroffene spricht sondern mit Ihnen und gemeinsam mit ihnen Lösungen entwickelt im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt im sozialen Nahraum.

Unterzeichne jetzt diese Petition und setze ein klares Zeichen:  Für die  Berufung von Betroffenenräten auf Bundes- und Bundesländerebene

Argomento Stimme gegen Gewalt

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