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Message an dein Ego: Du bist super!

Ganz egal, wie toll alle anderen sind.

Ich kenne einen guten Trick, wie man sich in Nullkommanichts selbst sabotiert: sich einfach immer wieder sagen, wieviel toller die anderen sind. Was ich bereits herausfand, als ich als Elfjährige meiner Oma in der Zittauer Bimmelbahn gegenübersaß und sie mir von der Enkelin ihrer besten Freundin vorschwärmte. Die Ute, also die Ute, die könne ja so toll stricken! Und auch ihre Schulnoten in Mathe seien tadellos. Und erst ihre Gelenkigkeit beim Turnen! Doch weder applaudierte ich Ute später beim Kaffeekränzchen, als sie ungefragt vor mir in den Spagat sprang, noch hatte sie auch nur die geringste Chance, dass ich sie mochte. Im nächsten Sommer berichtete ich ihr, dass ich jetzt Model sei, nachdem mich eine Frau auf der Straße angesprochen hatte, ob ich nicht in ihrer kleinen Kindermodegruppe mitmachen wolle. Beides war wahr: Sie war gelenkig, ich war irgendwie süß. Vielleicht wäre unsere Freundschaft anders verlaufen und mein Selbstwert resistent gegenüber dem Talent der anderen geblieben, wenn meine Oma ihre Bewunderung für sich behalten oder anders formuliert hätte. Sie meinte es gut, ich weiß das, es sollte Ansporn sein, aber bei mir blieb nur hängen: Ich kann das alles nicht so gut. Ich bin nicht gut genug. Ich bin nicht genug.

40 Jahre liegen zwischen damals und heute. Zwischen dem verunsicherten Mädchen mit dem messy Dutt und der Frau, die ich heute bin. Man sollte meinen, dass ich mein kleines Bimmelbahn-Trauma längst verdaut und in unerschütterliche Selbstachtung umgewandelt habe. Ich selbst dachte das auch lange von mir. Schließlich bin ich der Auffassung, dass man sich nicht ein Leben lang auf die unglücklichen Äußerungen seiner Vorfahren berufen sollte. Was bringt das schon außer Frust und hängende Mundwinkel? Wir müssen uns alle unseren Aufgaben im Leben stellen, nicht wahr? Und sei es, seine Dämonen in Schach zu halten, sein Selbstbild zu korrigieren und dann die Dinge einfach anzupacken. So Sachen eben. Ich meine, ich bin doch ein großes Mädchen, das genau weiß, wer es ist, was es kann, und wo es steht.

Ach ja? Naja, vielleicht vergesse ich das hin und wieder ein bisschen. Die Wahrheit ist: Sogar heute noch, mit fast 100, ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich die Lippen zu einem Strich zusammenpresse, wenn

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