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Es duftet nach Frühling, Glück und Heimat

Unsere Autorin geht schon mal dem Starnberger Sommer entgegen. Dabei wollte sie doch gerade noch einen toskanischen Steinhaufen renovieren.

Das ist mir in fast drei Jahren, in denen ich nun schon meine Sonntagsnotizen verfasse, noch nie passiert. Ich hätte beinahe den Abgabetermin für meine Kolumne verschwitzt. Keine Ahnung, wie mir die Deadline durchrutschen konnte, vermute, es lag an dieser zügellosen Frühlingswoche. Ist überhaupt schon Frühling? Nee, oder? Hab mal eben gegoogelt, wann die Uhren auf Sommerzeit umgestellt werden. Exakt in zwei Wochen, wir müssen uns also noch ein bisschen gedulden, bis die Tage wieder länger hell sind. Egal, Temperaturen über zehn Grad haben zurzeit dieselbe Wirkung auf mich wie affeinheiße Sommer an der Versilia, ich wurde derart ins süße Leben hineinkatapultiert, dass ich lieber mein Gemüt ein bisschen aufhellen wollte, statt meine To-do’s abzuarbeiten. Weswegen ich am Montag im Office saß und entschied: Ach, morgen ist auch noch ein Tag. Am Dienstag sagte ich das auch, am Mittwoch auch, am Donnerstag auch, am Freitag auch, und, huch, plötzlich war Samstagnachmittag, und ich hatte meine Kolumne noch nicht getippt.

Wenn ich so die Woche rekapituliere, ergibt sich daraus das Bild einer friedlichen, frischluftfanatischen Frau mit einem Hang zur Freizeit. Aber mal ehrlich, was hätte ich denn machen sollen? Auf einen Schlag war Frühling, alles Dunkle hatte sich in Luft aufgelöst, auch die Gespenster, die ich selber rief zu einer Zeit, als die Tage noch trüb und trostlos waren. Und plötzlich war Mitte März, ich stand draußen im Garten und entdeckte diesen Strauch, genau an der Stelle, an der ich mir mein privates Straßencafé baute, damals im Lockdown vor vielen Sommern. Ein Tisch und zwei Stühle, immer reserviert für mich und meine männliche Begleitung. Kann man es erkennen? Da, rechts im Bild, das Rosarote? Das sind Blüten, Anfang der Woche waren es erst ein paar wenige, aber als ich sie sah, durchzuckte es mich bis unter die Herzspitze. Um was für einen Strauch es sich handelt? Weiß ich gar nicht. Es sind so viele Bäume und Sträucher rings ums Haus, ich kann ja wirklich nicht alles wissen. Aber es gibt eine App, die einem sagen soll, welches Gewächs man vor seiner Linse hat. Ich werde also bald herausfinden, ob es sich um eine Zierkirsche oder eine Bonsai-Kastanie handelt. Vielleicht liege ich auch total daneben, und es ist ein Bananenbaum. Wir werden das beobachten, und ich werde fachkundig berichten, sobald der Sommer da ist.

Das kann nicht mehr lange dauern, dachte

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