
Havanna, 5. April 2026
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kuba-Interessierte,
als ich heute mit einer Freundin essen war, fragte sie mich, ob ich glaube, dass Trump komme. Vor ein paar Wochen hätte sie noch gedacht, dass der US-Präsident Kuba angreife, mittlerweile tue sie das nicht mehr.
Die Frage, wie es mit Kuba weitergeht, treibt weiterhin viele Menschen auf und außerhalb Kubas um. Vor einigen Tagen habe ich dazu einen interessanten Beitrag in der mexikanischen Wirtschaftszeitung El Economísta gelesen. Der Autor, Horacio Esquivel, Leiter des Masterstudiengangs Mikrofinanzierung an der UNAM, analysiert in seiner Kolumne das Dilemma der US-Blockade gegen Kuba aus spieltheoretischer Sicht, um zu verstehen, warum der Status quo trotz seiner ineffizienten Ergebnisse aufrechterhalten wird.
Die Interaktion zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba lasse sich im Wesentlichen als ein Spiel interpretieren, in dem, so Esquivel, beide Akteure vor Entscheidungen stehen, die von der Reaktion des jeweils anderen abhängen. Die Vereinigten Staaten können sich dafür entscheiden, die Blockade aufrechtzuerhalten oder aufzuheben, während die kubanische Regierung – Esquivel spricht vom Regime – zwischen der Beibehaltung des Status quo und der Einleitung wirtschaftlicher und politischer Reformen wählen kann.
Das zentrale Problem, so die These des Autors, bestehe darin, dass es zwar ein potenziell besseres Ergebnis für beide Seiten gibt – die Aufhebung der Blockade in Verbindung mit Reformen –, die derzeitigen Anreize jedoch zu einem anderen Gleichgewicht führen.
In diesem Gleichgewicht hält Washington an seiner Blockadepolitik fest, während auch die Regierung in Havanna die derzeitige Struktur beibehält. Keine der beiden Seiten habe ausreichende Anreize, ihre Strategie einseitig zu ändern: Wenn Washington die Blockade ohne Garantien aufhebt, läuft es Gefahr, das kubanische Regierung zu stärken, ohne Reformen zu bewirken; wenn Havanna ohne externe Erleichterungen Reformen durchführt, sieht es sich politischen und wirtschaftlichen Kosten ohne klare Vorteile gegenüber. Das Ergebnis sei ein suboptimales Gleichgewicht, bei dem die kubanische Bevölkerung einen Großteil der Kosten trägt, befindet Esquivel.
Angesichts einer solchen Situation hänge die Wirksamkeit jeder Strategie von glaubwürdigen Drohungen und Belohnungen ab, argumentiert er mit Verweis auf den US-Ökonomen Thomas Schelling, der für seine spieltheoretischen (Si apre in una nuova finestra) Analysen den Wirtschaftsnobelpreis erhielt. Im Falle Kubas habe das Fehlen von Mechanismen, die die Einhaltung von Verpflichtungen gewährleisten, Fortschritte hin zu einem effizienteren Gleichgewicht verhindert, so Esquivel. Er plädiert für eine „Zuckerbrot-und-Peitsche“-Strategie. In der Praxis würde dies einen schrittweisen und an Bedingungen geknüpften Ansatz bedeuten: teilweise Aufhebung von Sanktionen, Zugang zu Finanzmitteln oder stärkere wirtschaftliche Integration im Austausch für konkrete und überprüfbare Reformen. Es gehe nicht nur darum, Anreize zu bieten, sondern einen Prozess zu entwerfen, bei dem jede Phase an messbare Ergebnisse geknüpft ist. Dadurch werde das Risiko der Nichteinhaltung verringert.
Diese Strategie stoße jedoch auf erhebliche Hindernisse. Für die kubanische Regierung bergen Reformen das Risiko eines Verlusts der politischen Kontrolle; für die Vereinigten Staaten könnte jede Lockerung ohne greifbare Ergebnisse als einseitiges Zugeständnis wahrgenommen werden. Dieses Dilemma verstärkt die Trägheit des derzeitigen Gleichgewichts, so Esquivel.
Der Fall Kubas veranschauliche, wie ineffiziente Gleichgewichte jahrzehntelang fortbestehen können, wenn es keine glaubwürdigen Koordinierungsmechanismen gibt, schreibt Esquivel. Für ist die Lehre daraus klar: „Ohne Glaubwürdigkeit und internationale Koordinierung bleiben selbst scheinbar naheliegende Lösungen unerreichbar.“
Eine überzeugende Antwort, wie die von ihm als Dilemma bezeichnete Situation überwunden werden kann, hat Esquivel also nicht. Trotzdem erscheint mir der spieltheoretische Ansatz vor dem Hintergrund der laufenden Verhandlungen zwischen Washington und Havanna und in Anbetracht der jüngsten Ereignisse interessant.
Am Dienstag dockte der mit Sanktionen belegte russische Öltanker „Anatoly Kolodkin“ am Ölterminal von Matanzas an und entlud rund 700.000 Barrel Rohöl. Augenscheinlich war dem Schiff trotz der von US-Präsident Donald Trump verfügten Ölblockade gegen Kuba die Durchfahrt gestattet worden. Der Kreml bestätigte Absprachen im Vorfeld zwischen Washington und Moskau. Unklar blieb, warum die Genehmigung erteilt wurde, nachdem Trump im Januar in den sozialen Medien in Großbuchstaben gedroht hatte: „ES WERDEN KEIN ÖL UND KEIN GELD MEHR NACH KUBA FLIESSEN – NULL!“ – und diese Drohung auch durchsetzte.
Beobachter führten die Ankunft des Tankers auf die sich durch den Treibstoffmangel zuspitzende Krise auf der Insel zurück. „Eine Möglichkeit ist, dass es sich um einen taktischen Schachzug des Weißen Hauses handelt“, sagte ein nicht näher genannter Botschafter in Kuba gegenüber dem britischen The Guardian. „Damit sie [die USA] – während sich der humanitäre Notstand verschärft – auf etwas Konkretes verweisen können, das sie unternommen haben; auch wenn wir wissen, dass dies im großen Ganzen betrachtet eigentlich nichts bedeutet.“ Trump selbst sprach von humanitären Gründen.
Am Donnerstag folgte dann die Nachricht, dass Kuba 2.010 Häftlinge freilassen werde. Die kubanische Regierung stellte diesen Schritt als humanitäre Geste anlässlich der Karwoche dar. Doch die Begnadigungen lassen die Ankunft des Tankers in einem anderen Licht erscheinen. Beide Ereignisse könnten miteinander zu tun haben. Vielleicht handelt es sich um wechselseitige Gesten des guten Willens, vertrauensbildende Maßnahmen gewissermaßen, um die laufenden Gespräche voranzubringen. Das wäre ein hoffnungsvolles Zeichen.
Andererseits sprach Trump zuletzt davon, er werde die „Ehre“ haben, Kuba „in irgendeiner Form zu übernehmen“. Er könne mit dem Land tun, was er wolle, so Trump. Daraufhin ließ sich der kubanische Liedermacher Silvio Rodríguez medienwirksam eine Kalaschnikow überreichen, um Kuba zu verteidigen, sollte die Vereinigten Staaten „einen Angriff starten“. Das wiederum verdeutlichte ein anderes Dilemma: Ein 79-jähriger Sängerbarde mit Sturmgewehr, der auf US-Marines wartet. Ein trauriges Bild, das aktuelle Kräfteverhältnis in diesem Konflikt veranschaulicht.
In diesem Kuba-Brief geht es um die jüngsten Entwicklungen auf der Insel. Ich wünsche eine interessante Lektüre! Schreiben Sie mir gern; wie gehabt freue ich mich über Rückmeldungen, Anregungen und Kritik.
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1. Russischer Öltanker erreicht Kuba. Damit hatten die wenigsten Beobachter gerechnet: Ein russischer Tanker hat nach Monaten einer de facto bestehenden US-Ölblockade Kuba erreicht. Der Tanker „Anatoly Kolodkin“ legte am Dienstag mit einer Ladung von schätzungsweise 730 000 Barrel Rohöl im Hafen von Matanzas an. Ein Barrel entspricht knapp 159 Litern. Es ist der erste Öltanker seit knapp drei Monaten, der nach Kuba gelangt. Und einen Tag vor Karfreitag kündigte Moskau an, einen weiteren Tanker nach Kuba zu schicken.
Zwei vor der Küste patrouillierende US-Militärschiffe hätten die Order erhalten, den Tanker passieren zu lassen, berichtet die US-Tageszeitung New York Times unter Berufung auf anonyme Quellen aus der US-Regierung. Der Schritt kommt überraschend …
Zum Weiterlesen:
Atempause für Kuba (nd) (Si apre in una nuova finestra)
03.04.2026 Russische Öllieferung lindert die akuten Engpässe, doch die US-Blockade hat drastische Auswirkungen auf viele Bereiche des öffentlichen Lebens.

2. CNN-Homestory mit Sandro Castro. Dass ein Spross der Castro-Familie ausländischen Medien die Türen zu seinem Domizil öffnet, kommt eigentlich nicht vor. Nun aber hat der Fidel-Enkel Sandro Castro den US-Sender CNN zu sich nach Hause eingeladen. Im Gegensatz zu seinen übrigen, äußerst zurückhaltenden Verwandten sucht der 34-Jährige, der einen Nachtclub in Havannas Stadtteil Vedado betreibt, das Licht der Öffentlichkeit. Über seinen Instagram-Account mit mehr als 150.000 Followern bietet Castro einen seltenen Einblick in ein Leben voller Privilegien.
Mit teilweise bizarren Posts sorgt der junge Mann mit stylisher Frisur und einer Vorliebe für hippe Sonnenbrillen immer wieder für Polemik …
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Sandro Castro spaltet die Gemüter (nd) (Si apre in una nuova finestra)
03.04.2026 Die Homestory des US-Senders CNN über den Enkel von Fidel sorgt in Kuba für viele Schlagzeilen. Castro plädiert für Kapitalismus mit Souveränität.

3. Kubas Wirtschaft in der Krise. Dieser Tage meldete sich eine unerwartete Leidtragende der von US-Präsident Donald Trump verhängten Ölblockade gegen Kuba: die US-amerikanische Botschaft in Havanna. Der diplomatischen Vertretung geht der Treibstoff aus. Sie stellte deswegen einen Antrag bei der kubanischen Regierung, Benzin und Diesel für den Eigenbedarf einzuführen. Doch diese lehnte ab. Man betrachte „den Versuch der diplomatischen Mission, Zugang zu einem Gut zu erlangen – ein Privileg, das es dem kubanischen Volk verwehrt –, als einen Akt der Dreistigkeit“, hieß es in einem Schreiben des kubanischen Außenministeriums. Seit Wochen hat kein Öl mehr die Insel erreicht …
Zum Weiterlesen:
Trumps Ölblockade treibt Kuba in die Krise (Finanz und Wirtschaft) (Si apre in una nuova finestra)
26.03.2026 Selbst der US-Botschaft in Havanna geht das Benzin aus. Die Insel leidet unter Stromausfällen und Versorgungsnot. Die Regierung antwortet mit zögerlichen Reformen, auch Auslandskubaner können jetzt investieren.

4. Das politische System Kubas ist kein Gegenstand von Verhandlungen. Sie schwenkten Kuba- und Palästina-Flaggen und reckten Fäuste in die Luft – am frühen Dienstagmorgen fuhren rund zwei Dutzend Aktivist*innen an Bord des Schiffes „Maguro“ in die Bucht von Havanna ein. Das auf den Namen „Granma 2.0“ umgetaufte Schiff – in Anlehnung an die Yacht, die den Guerillakampf einleitete, der 1959 im Triumph der kubanischen Revolution gipfelte – war im mexikanischen Hafen Puerto Progreso gestartet. Wegen Wetterkapriolen hatte sich die Ankunft immer wieder verzögert. Zwei Tage später als geplant erreichte das Schiff mit mehreren Tonnen Hilfsgütern an Bord, darunter Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel, Fahrräder und Solarpaneele, nun Havanna. Es gehört zu der kleinen Hilfsflotte »Nuestra América« (»Unser Amerika«), einer an die Gaza-Flotte angelehnten Initiative …
Zum Weiterlesen:
Kuba wehrt sich mit solidarischer Hilfe (nd) (Si apre in una nuova finestra)
25.03.2026 Mitten in der Ölblockade durch die USA hat eine Initiative Lebensmittel, Medikamente und weitere Hilfsgüter nach Havanna gebracht. Die Regierung bringt wirtschaftliche Reformen voran, die den USA aber nicht genügen.
5. Kubas Energieversorgung am Anschlag. Nicht nur wegen der Hilfsflotte „Nuestra América“ ging in den vergangenen Tagen der Blick von Havannas Uferpromenade wieder öfter hoffnungsvoll aufs Meer. Hunderttausende Barrel russischen Öls seien auf dem Weg nach Kuba, hieß es. Nach Daten des Schiffsanalyseunternehmens Kpler hat der russische Tanker „Anatoly Kolodkin“ Anfang März den russischen Hafen Primorsk mit 730.000 Barrel Rohöl Richtung Matanzas verlassen. Ein weiterer Tanker, die unter der Flagge Hongkongs fahrende „Sea Horse“, steuerte mit fast 200 000 Barrel Diesel schon länger in westlicher Richtung über den Atlantik – das Ziel ebenfalls Kuba …
Zum Weiterlesen:
„Seit drei Monaten hat kein Tanker mehr in Kuba angelegt“ (nd) (Si apre in una nuova finestra)
25.03.2026 Kubas Energiesystem operiert am Limit. Es erzeugt nur knapp 40 Prozent der benötigten Strommenge von gut 3.000 Megawatt (MW). Die Ölblockade durch die USA sorgt bei den Brennstoffen für zusätzliche Knappheit.

6. Wachsender Unmut in Kuba. Der Blackout ist beendet, der Frust mancher Kubaner*innen nicht. Am Dienstagabend sei das Stromnetz im gesamten Staatsgebiet wieder in Betrieb genommen worden, teilten die Behörden mit. Kubas veraltetes Stromerzeugungssystem ist in einem schlechten Zustand, Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Am Wochenende hatten brennende Büromöbel einer Parteizentrale der Kommunistischen Partei in einer kubanischen Provinzstadt weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Unmut der Bevölkerung der Insel nimmt zu angesichts immer längerer Stromausfälle, befeuert durch eine faktische Ölblockade der USA. Am Montag war einmal mehr das nationale Stromnetz komplett zusammengebrochen …
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Wachsender Unmut in Kuba (nd) (Si apre in una nuova finestra)
18.03.2026 In Kuba kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten. Auch wenn das Stromnetz seit Dienstagabend wieder funktioniert, bleibt die Versorgungslage kritisch.

7. Mexiko als Rettungsanker. Bereits zum dritten Mal innerhalb eines Monats haben am Freitag zwei Schiffe der mexikanischen Marine mit insgesamt 1.200 Tonnen humanitärer Hilfe an Bord in der Bucht von Havanna angelegt. Die Versorgungsschiffe „Papaloapan“ und „Huasteco“ transportierten vor allem schwarze Bohnen und Milchpulver, die umgehend in das nationale Vertriebsnetz aufgenommen werden, um die direkte Verteilung an die Bevölkerung zu gewährleisten, wie Kubas Ministerin für Binnenhandel, Betsy Díaz Velázquez, erklärte. Mexiko ist das Land, das in den vergangenen Wochen die meisten Hilfsgüter nach Kuba geschickt hat …
Zum Weiterlesen:
Lebensmittel und Medikamente für Havanna (nd) (Si apre in una nuova finestra)
16.03.2026 Mexiko war nach Venezuela Kubas zweitgrößter Ölversorger. Nachdem Washington Venezuelas Lieferungen stoppte, stellte auch Mexiko seine Öllieferungen wegen des Drucks der USA ein, die humanitäre Hilfe rund um Lebensmittel geht weiter.
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Neue Steuer in US-Dollar für importiertes Bier. Die kubanische Regierung erhebt auf die Einfuhr alkoholischer Getränke künftig eine Sondersteuer in Höhe von 30 Dollar-Cent pro Liter. Der im Amtsblatt der Republik Nr. 27 vom 18. März 2026 veröffentlichte Beschluss Nr. 56 (PDF (Si apre in una nuova finestra)) legt eine Sondersteuer auf die Einfuhr von Bier, Whisky, Wodka, Gin, Liköre, Spirituosen und andere alkoholische Getränke fest. Diese ist sowohl von staatlichen wie nichtstaatlichen Wirtschaftsakteuren zu entrichten, die diese Produkte nach Kuba einführen. Die Steuer trat am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.
„Die Anwendung dieser Steuerart ist international üblich und dient der Einnahmenerzielung. Die Einnahmen fließen in den Staatshaushalt und bekräftigen damit den Grundsatz, dass das kubanische Steuersystem die wichtigste Einnahmequelle des Staatshaushalts darstellt. Die Mittel werden über Sozialprogramme in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Sicherheit und Sozialhilfe, Kultur und anderen Bereichen verteilt“, heißt es in einer Mitteilung des zuständigen Finanzministeriums (Si apre in una nuova finestra).
Es ist anzunehmen, dass sich die Steuer auf die Verkaufspreise auswirken wird. Eine 355-Milliliter-Dose Bier wird im Import um 10 Cent teurer; eine Ein-Liter-Flasche um mindestens 30 Cent. Die neue Steuer gilt nicht für zum Zeitpunkt ihres Inkrafttretens bereits bestellte oder im Transit befindliche Waren. Ziel der Maßnahme ist es, die staatlichen Deviseneinnahmen zu steigern und die nationale Produktion anzukurbeln.
Kuba begnadigt zu Ostern mehr als 2.000 Gefangene. In einer „humanitären und souveränen Geste“ lässt die kubanische Regierung 2.010 Verurteilte frei, darunter junge Menschen, Frauen, Erwachsene über 60 Jahre, die in der zweiten Jahreshälfte oder im kommenden Jahr ihr Haftende erreicht hätten, sowie Ausländer und im Ausland lebende kubanische Staatsbürger. Von den Begnadigungen ausgeschlossen wurden Personen, die Sexualdelikte, Pädophilie, Gewaltverbrechen, Drogendelikte, Diebstahl und Viehdiebstahl, gewalttätigen Raub oder Straftaten gegen die Staatsgewalt begangen haben, sowie Rückfällige, Mehrfach- und Wiederholungstäter. „Es handelt sich um die zweite Entlassung von Inhaftierten in diesem Jahr, im Rahmen der religiösen Feierlichkeiten der Karwoche, was eine gängige Praxis in unserem Strafrechtssystem und der humanitären Tradition der Revolution darstellt“, heißt es in einer Regierungserklärung vom 2. April. Demnach ist es die fünfte Begnadigung der kubanischen Regierung seit 2011; mehr als 11.000 Personen haben davon profitiert.
Kubas Zentralbank genehmigt die Verwendung von Kryptowährungen für internationale Zahlungen. Die kubanische Zentralbank (BCC) hat mehreren privaten Wirtschaftsakteuren Lizenzen für die Nutzung von Kryptowährungen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr erteilt. Laut dem im außerordentlichen Amtsblatt Nr. 46 vom 23. März (PDF (Si apre in una nuova finestra)) veröffentlichten Beschluss 4/2026 dürfen die zehn Unternehmen – neun private kleine oder mittlere Unternehmen sowie ein Joint Venture aus dem Gesundheitssektor – Zahlungen über von der BCC lizenzierte Anbieter virtueller Vermögenswerte abwickeln.
Unter den neun privaten Unternehmen befinden sich sechs aus dem Bereich Softwareentwicklung und IT-Dienstleistungen (Dofleini, Ingenius Tecnologías, Cema Soltec, Pasarela Digital SURL, Ara und DASQOM SURL), zwei aus dem Bereich Gastronomie/Handel (La Calesa Real, El Asadito) und eines aus dem Transportsektor (La Meknica). Hinzu kommt das Joint Venture für Sanitärprodukte PROSA, das u. a. medizinische Güter importiert.
Die Lizenzen gelten ausschließlich für Zahlungen außerhalb Kubas und im Zusammenhang mit dem jeweiligen Gesellschaftszweck. Jede andere Verwendung erfordert eine neue Genehmigung. Die Unternehmen müssen der Zentralbank zudem vierteljährlich eine detaillierte Übersicht über die Beträge und genutzten Plattformen vorlegen. Die Lizenzen sind für ein Jahr gültig und auf Antrag verlängerbar. Bei Verstößen droht die sofortige Aufhebung.
Damit gibt es nun erstmals konkrete Genehmigungen für Privatunternehmen für den Einsatz von Kryptowährungen bei Auslandsgeschäften, seit Kuba im Jahr 2021 deren Verwendung im Geschäftsverkehr anerkannt hat. Staatliche Banken und Unternehmen dürfen Kryptowährungen nur mit Genehmigung der Zentralbank verwenden; Anbieter von Kryptowährungsdienstleistungen wiederum müssen eine Lizenz der Zentralbank beantragen.
Die US-Blockade und immer neue Maßnahmen Washingtons gegen den kubanischen Finanzsektor schneiden Kuba von konventionellen internationalen Zahlungssystemen und Finanzmärkten ab; alternative Zahlungsmechanismen wie Kryptowährungen gewinnen vor diesem Hintergrund an Bedeutung.
Kuba öffnet seine Wirtschaft für Exilkubaner. Angesichts des zunehmenden Drucks der Vereinigten Staaten öffnet Kuba seine Wirtschaft für die kubanische Diaspora. Im Ausland lebende Kubaner können künftig private Unternehmen in Kuba besitzen, Konten bei kubanischen Banken eröffnen und sich an Infrastrukturprojekten und strategischen Sektoren beteiligen.
Der Schritt erfolgt in einer Zeit zunehmender Spannungen mit Washington, einer sich verschärfenden Wirtschafts- und Energiekrise, Treibstoffknappheit und einer sichtbaren Verschlechterung der Grundversorgung, die durch eine von der Trump-Regierung verfügte Ölblockade noch verschärft wird. In dieser Gemengelage setzt die kubanische Regierung darauf, die eigene Diaspora zu einem aktiven Wirtschaftsakteur auf der Insel zu machen.
Außenhandelsminister Óscar Pérez-Oliva Fraga kündigte den Schritt Mitte März zunächst in einem Exklusivinterview mit dem US-amerikanischen Fernsehsender NBC (Si apre in una nuova finestra) an. Später erläuterte er Einzelheiten der Neuregelung im kubanischen Fernsehen (Si apre in una nuova finestra).
Im Ausland lebende Kubaner erhalten die Möglichkeit, ein privates Unternehmen in Kuba zu besitzen und zu leiten, ohne hierfür einen tatsächlichen Wohnsitz im Land begründen oder ihren derzeitigen Wohnsitz aufgeben zu müssen. Pérez-Oliva Fraga unterstrich, dass es keine Obergrenzen oder branchenspezifischen Beschränkungen hinsichtlich der Art des zu gründenden Unternehmens gebe. Die Größe des Unternehmens, so der Minister, „wird von der Leistungsfähigkeit und den tatsächlichen Möglichkeiten seiner Realisierung abhängen. Es gibt keine administrativen oder rechtlichen Hürden, die dies verhindern würden.“ Dies öffnet die Tür für großangelegte Unternehmungen in Sektoren wie dem verarbeitenden Gewerbe, dem Tourismus und anderen.
Zudem ist es im Ausland ansässigen Kubanern, die Unternehmen in Kuba besitzen, künftig erlaubt, Devisenkonten bei kubanischen Banken zu eröffnen und zu führen. Dies ermöglicht geschäftliche Transaktionen, ohne auf Mittelsmänner, informelle Absprachen oder alternative Mechanismen angewiesen zu sein, und schafft somit eine größere Rechtssicherheit.
Darüber hinaus eröffnet sich Diaspora-Kubanern die Möglichkeit, sich über im Ausland registrierte Unternehmen an großangelegten Investitionsprojekten zu beteiligen. Dazu gehören die Bereiche Infrastruktur, Landwirtschaft, Energie und strategische Dienstleistungen. Das kann über im Gesetz über ausländische Investitionen festgelegte Mechanismen erfolgen, über Partnerschaften mit privaten kubanischen Unternehmen oder über die direkte Beteiligung an der Gründung oder dem Erwerb privater Unternehmen innerhalb Kubas.
Allerdings stellt die US-Blockadegesetzgebung ein strukturelles Hindernis für eine erfolgreiche Umsetzung der angekündigten Reformen dar. Dazu zählen insbesondere Beschränkungen des Zugangs Kubas zu den internationalen Finanzmärkten, die Behinderung von Transaktionen in US-Dollar sowie Handelsbeschränkungen.
Kuba gestattet Ausländern die Beteiligung an Werbung, Sponsoring und Finanzierung im Sport. Kuba wird Ausländern und nicht auf der Insel ansässigen Kubanern die Beteiligung an Werbung, Sponsoring und Finanzierung im Sportsektor gestatten. Dies sieht das neue Gesetz über das Sportsystem vor, das im Mai in Kraft treten wird. Zugleich eröffnet der neue Rechtsrahmen auch staatlichen und privaten kubanischen Unternehmen diese Möglichkeit. Die Regelung umfasst die Produktion von Gütern, die Erbringung von Dienstleistungen sowie Innovation und Wissensentwicklung mit dem Ziel, das kubanische Sportsystem zu stärken.
Private Treibstoffimporte nach Kuba steigen. Allein Lieferanten aus den Vereinigten Staaten haben von Anfang Februar bis Ende März rund 30.000 Barrel Kraftstoff (4,8 Millionen Liter) an den kubanischen Privatsektor geliefert. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters (Si apre in una nuova finestra) mit Verweis auf Frachtdokumente und Versanddaten. Die Menge entspricht etwas mehr als einem Zehntel der Kapazität eines mittelgroßen Tankers und ist damit nur ein Bruchteil des Bedarfs des Landes. Die Lieferungen ermöglichen es aber einigen Unternehmen, ihren Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.
Nachdem die Regierung von US-Präsident Donald Trump ausländische Öllieferungen nach Kuba blockiert, erlaubt sie US-Unternehmen, Treibstoff an private Unternehmen auf der Insel zu liefern, solange die Lieferungen nicht für Unternehmen, Gruppen oder Einzelpersonen bestimmt sind, die mit der kubanischen Regierung, dem Militär oder staatlichen Institutionen in Verbindung stehen. Zugleich lockerte der kubanische Staat sein Importmonopol und genehmigte die Einfuhr von Treibstoff durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) für den Eigenbedarf. Seitdem importieren Privatpersonen und -unternehmen kleine Mengen Diesel aus den USA, Panama und anderen Ländern. Das geschieht auf Frachtschiffen in ISO-Tankcontainer mit einem Fassungsvermögen von 25.000 Litern (157 Barrel). Der Diesel wird in Kuba zum Teil unter der Hand weiterverkauft.
Den von Reuters eingesehenen Unterlagen zufolge wurden in Kuba bis Ende März rund 200 solcher ISO-Tanks entladen. Der überwiegende Teil der Importe besteht aus Diesel; nur ein Prozent der Tanks enthielt Benzin. Die Versanddaten zeigten, dass der Großteil aus den Vereinigten Staaten stammte. Laut Reuters haben in diesem Jahr bislang 61 Containerschiffe mit einer Vielzahl von Produkten, die von privaten Unternehmen importiert wurden – darunter auch Treibstoff –, in Kuba entladen. Oft pendelten die Schiffe zwischen kubanischen und US-amerikanischen, europäischen und anderen karibischen Häfen hin und her. Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum mit 75 Containerschiffen sind die Ankünfte leicht zurückgegangen.
Dazu passend hat die private kubanische Unternehmensberatung AUGE mit „CONECTO“ das erste Netzwerk für den gemeinsamen Einkauf von Kraftstoff in Kuba ins Leben gerufen. Das Modell soll es Unternehmen auf der Insel ermöglichen, Zugang zum internationalen Markt zu erhalten, ohne sich allein um die Mengen an Treibstoff, die Logistik oder die behördlichen Abläufe kümmern zu müssen. AUGE verspricht, sich um alles zu kümmern: „Wir organisieren die Einkaufsgruppen, verhandeln mit Lieferanten und erledigen die Formalitäten“. Interessenten werden gebeten, ein Kontaktformular (Si apre in una nuova finestra) auszufüllen.
Regierung stellt Wirtschafts- und Sozialprogramm vor. Anfang April hat die kubanische Regierung ihr Wirtschafts- und Sozialprogramm für 2026 vorgestellt, eine Art Krisenplan, um der Wirtschaft des Landes neue Impulse zu verleihen. Das gut einhundert Seiten umfassende „Wirtschafts- und Sozialprogramm der Regierung 2026“ (PDF (Si apre in una nuova finestra)) umfasst zehn allgemeine Ziele, darunter die Schaffung eines makroökonomischen Umfelds zur Förderung der Wirtschaftstätigkeit und Steigerung der Auslandseinnahmen; die Steigerung und Diversifizierung der Exporteinnahmen des Landes; die Steigerung der heimischen Produktion, vor allem von Lebensmitteln; die Stärkung der Rolle der Staatsunternehmen sowie die Sanierung des nationalen Stromnetzes und Stärkung der Energiesouveränität.
Das Regierungsprogramm ist das Resultat breiter Konsultationen in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres und baut auf dem sogenannten „Programm zur Korrektur von Verzerrungen und zur Wiederbelebung der Wirtschaft“ auf, einem makroökonomischen Stabilisierungsplan zur Überwindung der schweren Wirtschaftskrise, den die Regierung im Oktober zur öffentlichen Aussprache stellte.
Neue Preisanreize für den Ausbau von Photovoltaik. Um Investitionen in erneuerbare Energien zu fördern, stärkt die kubanische Regierung ein seit 2021 bestehendes Instrument. Die am 26. März im Amtsblatt veröffentlichte Resolution Nr. 76/2025 (Si apre in una nuova finestra) (PDF (Si apre in una nuova finestra)) des Ministeriums für Energie und Bergbau ermöglicht es juristischen und natürlichen Personen, die Erzeugung erneuerbarer Energie indirekt zu finanzieren, indem sie eine bestimmte Strommenge bereits installierter Leistung vertraglich abnehmen. Die auf die Weise vom Staat generierten Einnahmen sollen für den Ausbau der Solarinfrastruktur verwendet werden.
An den im Land geltenden Stromtarifen in kubanischen Pesos (CUP) ändere sich nichts; es entstehen keine zusätzlichen Belastungen für die Bevölkerung ein, stellte Ramsés Montes Calzadilla, Direktor für Energiepolitik und -strategie des Energieministeriums, gegenüber dem staatlichen Onlineportal Cubadebate (Si apre in una nuova finestra) klar, nachdem in den sozialen Netzwerken entsprechende Gerüchte kursierten.
In der Praxis handelt es sich um eine Art „virtuelle Anlage“: Der Kunde installiert keine Solarmodule an seinem physischen Standort, sondern finanziert deren Äquivalent in einer anderen Anlage und erhält im Gegenzug einen monatlichen Rabatt auf seinen Stromverbrauch. Für jedes vertraglich vereinbarte Kilowatt (kW) während der vereinbarten Laufzeit zwischen zwei und 20 Jahren erhält der Verbraucher monatlich 125 kWh auf seine Rechnung gutgeschrieben. Die Tarife sind in US-Dollar zu entrichten. „Das Ziel ist es, das Verhalten eines echten Solarmoduls nachzubilden, ohne es physisch installieren zu müssen“, so Montes Calzadilla. Dieses Modell habe sich als nützlich für Einrichtungen erwiesen, die zwar einen hohen Stromverbrauch haben, aber aus Platzgründen keine eigene Solarstrominfrastruktur aufbauen können.
In der Praxis werden die Vertragspreise im Vergleich zu bisherigen Bestimmungen sogar gesenkt. Damit werde dem Rückgang der Kosten für Photovoltaik-Technologie auf dem Weltmarkt Rechnung getragen, heißt es in der Resolution. Für ein kW mit einer Laufzeit von 20 Jahren sind künftig 600 US-Dollar fällig; bisher waren es 1.500 US-Dollar.
Die Preisanpassung zielt darauf ab, die Anreize für Investitionen in erneuerbare Energien zu erhöhen. Das Vertragsmodell sei nicht verpflichtend, sondern stelle eine zusätzliche Option vor allem für Unternehmen dar, so Montes Calzadilla. Das Modell stehe zwar auch natürlichen Personen zur Verfügung; angesichts des gestaffelten Stromtarifs für Privatkunden, in den unteren Stufen stark subventioniert ist, erscheint das aktualisierte Vertragsmodell allerdings für Privathaushalte wenig rentabel.
Flughafen in Varadero erhält autarke Energieversorgung. Der internationale Flughafen „Juan Gualberto Gómez Ferrer“ in Varadero bekommt einen eigenen Photovoltaikpark und soll seinen gesamten Strombedarf eigenständig decken können. Der Bau des Solarparks befindet sich nach Berichten lokaler Medien (Si apre in una nuova finestra) aktuell in der Vorbereitungsphase. Das Projekt ist darauf ausgelegt, 212 Megawatt (MW) in das Stromnetz einzuspeisen und damit 100 Prozent des Flughafenbedarfs abzudecken, vor allem tagsüber zwischen 10 und 15 Uhr. Dies ermögliche es dem Flughafen in Varadero, unabhängiger vom nationalen Stromnetz (SEN) zu agieren – insbesondere während der Stunden mit hoher Sonneneinstrahlung. Das auf fünf Stunden ausgelegte Speichersystem soll die Stromversorgung während Spitzenlastzeiten oder Phasen geringer Stromerzeugung sichern und auf diese Weise die Betriebsabläufe des Flughafenterminals – wie Check-in-Schalter, Gepäckabfertigung, Klimatisierung und Navigationssysteme – im Fall von Blackouts schützen. Der Solarpark dient zugleich als Modell für künftige Anlagen auf anderen Flughäfen des Landes.
Tests mit Batteriespeichern für das Stromnetz. Inmitten der sich verschärfenden Energiekrise mit immer längeren Stromausfälle hatt die kubanische Regierung mit Testläufen für sogenannte Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) begonnen. Die Tests begannen Anfang März in der Umspannstation in Havannas Stadtteil El Cotorro. Dort befindet sich einer der vier von China erworbenen Batterieblöcke, deren Lieferung auf die Insel im vergangenen August begann, berichtete die Tageszeitung Granma (Si apre in una nuova finestra). Offiziellen Angaben zufolge verfügt jeder dieser Blöcke über eine Speicherkapazität von 50 Megawatt (MW), die zur sofortigen Regulierung der Primärfrequenz des Netzes genutzt werden kann.
Laut Experten hilft die BESS-Technologie bei der optimalen Nutzung erneuerbarer Energiequellen im Stromnetz. Die Batterien ermöglichen es demnach, Energie „innerhalb von Sekunden“ einzuspeisen oder zu absorbieren, um plötzlichen Frequenzschwankungen entgegenzuwirken. Diese Schwankungen im nationalen Stromnetz (SEN) führen immer wieder zu Stromausfällen oder technischen Störungen.
Nach der Inbetriebnahme kann das in El Cotorro installierte BESS dem Bericht zufolge die gesamte Energie speichern, die vom Photovoltaikpark dieses Gebiets sowie von den Solarparks in Guanabacoa und Boyeros erzeugt wird. Dies verhindere, dass die Schwankungen der Sonneneinstrahlung das Stromnetz destabilisieren. Anders ausgedrückt: Die BESS verleihen dem SEN mehr Widerstandsfähigkeit, was dazu beiträgt, das Risiko von vollständigen oder teilweisen Ausfällen zu verringern. Die vom staatlichen Stromanbieter Unión Eléctrica (UNE) entworfene Strategie sieht vor, dass ein weiteres BESS-System im Umspannwerk Habana 220 installiert wird und die übrigen in den Umspannwerken Cueto 220 (Holguín) und Bayamo 220 (Granma) eingesetzt werden. Die kubanische Regierung stellte jedoch klar, dass ihre Installation der Batterien allein das Erzeugungsdefizit des Landes nicht beheben wird.
Kuba muss diplomatisches Personal aus Costa Rica abziehen. Die Regierung in San José hat Kuba aufgefordert, sein in Costa Rica akkreditiertes diplomatisches Personal abzuziehen. Noch-Präsident Rodrigo Chaves folgt einem ähnlichen Schritt Ecuadors, das Anfang März das gesamte kubanische Missionspersonal zu unerwünschten Personen erklärt hatte. Chaves scheidet in Kürze aus dem Amt – bei den Präsidentschaftswahlen Anfang Februar hatte er nicht für eine weitere Amtszeit antreten dürfen. Sowohl Ecuador als auch Costa Rica sind unter ihren derzeitigen rechten Regierungen enge Verbündete der USA unter Präsident Donald Trump. „Wir müssen die Hemisphäre von Kommunisten säubern, jedes Volk muss dies für sich selbst tun, aber wir werden dem Regime, das fast zehn Millionen Einwohner unterdrückt und foltert, keine Legitimität verleihen“, begründete Chaves bei einer feierlichen Zeremonie an der Grenze zu Nicaragua in Anwesenheit der US-Botschafterin Melinda Hildebrand die Maßnahme. Streng genommen gibt es keinen Abbruch der seit 2009 bestehenden diplomatischen Beziehungen, diese werden sich jedoch in der Praxis künftig auf konsularische Angelegenheiten beschränken. Costa Rica teilte Kuba mit, dass es bis Ende März Zeit habe, seine Diplomaten aus San José abzuziehen und den Verbleib eines Kernteams zu gewährleisten, um die rund 10.000 im Land lebenden Kubaner zu betreuen, von denen die meisten einen Flüchtlingsstatus haben.
Auswärtiges Amt rät dringend von Reisen nach Kuba ab. Das Auswärtige Amt hat zum 31. März seine Reisehinweise für Kuba aktualisiert. „Von Reisen nach Kuba wird derzeit dringend abgeraten“, heißt es auf der Seite der Deutschen Botschaft in Havanna (Si apre in una nuova finestra). Die medizinische Versorgung, der Nahverkehr und der Flugbetrieb seien durch die Energiekrise stark eingeschränkt. „Das Ausbleiben von Öl- und Treibstofflieferungen aus dem Ausland führt zu erheblichen Ausfällen bei der Energie- und Treibstoffversorgung, die sich auf alle Lebensbereiche auswirken“, ist unter Reise- und Sicherheitshinweisen zu lesen. „Vor allem die ohnehin stark eingeschränkte medizinische Versorgung im Land (einschließlich Notfallversorgung sowie medizinisch notwendige Rücktransporte) wird durch die Energiekrise weiter erheblich beeinträchtigt werden.“ Daher die Warnung, von nicht notwendigen Reisen nach Kuba abzusehen, „insbesondere wenn Sie behandlungsbedürftige Vorerkrankungen haben“. Hinzu kämen Einschränkungen des Luftverkehrs nach Europa. Seit dem 9. Februar 2026 können Flugzeuge aus dem Ausland in Kuba nicht mehr betankt werden, weshalb viele Airlines Direktflüge aus Europa zwischenzeitlich ausgesetzt oder Flugfrequenzen reduziert haben.
Turkish Airlines stellt Flüge nach Kuba ein. Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines hat Ende März die Einstellung ihrer Flüge nach Kuba bekanntgegeben, da nicht mehr möglich ist, die Flugzeuge auf der Insel mit Treibstoff zu versorgen. Damit verliert Kuba eine weitere Flugverbindung nach Europa und Asien. Auch andere internationale Fluggesellschaften haben ihre Flüge nach Kuba wegen des Kerosinmangels vorübergehend eingestellt. Air France hat ihre Strecke zwischen Paris und Havanna ausgesetzt; auch kanadische und russische Airlines fliegen Kuba im Moment nicht mehr an. Nach der Einstellung der Flüge durch Turkish Airlines gibt es nur noch wenige europäische Fluggesellschaften, die Strecken nach Kuba bedienen. Iberia, Air Europa und World2Fly bieten derzeit weiterhin Flüge zwischen Havanna und Madrid an, während Air China ihre Verbindung mit Zwischenstopp in der spanischen Hauptstadt beibehält und Neos Flüge nach Rom durchführt.


Neue Geldscheine im Umlauf. Die kubanische Zentralbank hat Ende März angekündigt, im Zuge der Aktualisierung des Geldumlaufs des Landes zwei neue Stückelungen (2.000 und 5.000 kubanische Pesos) einzuführen. Ab Mittwoch, dem 1. April 2026, wurden in Havanna die ersten 5.000-Peso-Scheine in Umlauf gebracht und schrittweise im ganzen Land eingeführt; ebenso wird es mit dem 2.000-Peso-Schein geschehen, worüber zu gegebener Zeit informiert wird. Die neue Serie kubanischer Banknoten weicht vom traditionellen Design ab und enthält neue Sicherheitsmerkmale. Zum ersten Mal in der Geschichte der nationalen Numismatik werden auf den neuen Banknoten kubanische Patriotinnen abgebildet sein. Auf der 2.000-CUP-Banknote ist die „Mutter des Vaterlandes“, Mariana Grajales Cuello zu sehen, und auf der 5.000-CUP-Banknote die „Heldin der Sierra Maestra“, Celia Sánchez Manduley.
Termine
Alle geplanten Messen wurden aufgrund der Energiesituation bis auf Weiteres abgesagt.
Ansprechpartner:
Andreas Knobloch
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MEZ -6h
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