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Was Publikationen im KI-Zeitalter wertvoll macht

Hallo und herzlich Willkommen zur 18. Ausgabe „Mediapreneur“.

Hier schreiben Sören Mannschitz und David Reiter jede Woche abwechselnd für Medienschaffende, die unabhängig publizieren.
Das sind wir (Si apre in una nuova finestra)

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TrennerAutor dieser Ausgabe ist Sören Mannschitz (Si apre in una nuova finestra)

In den letzten Wochen hat der Mediapreneur Martin Fehrensen vom Social Media Watchblog seinen Newsletter umgebaut. Sein Warum dazu hat er vor ein paar Tagen auf LinkedIn geteilt (Si apre in una nuova finestra) (spannend auch das dazugehörige Gespräch mit Gregor Schmalzried in diesem Podcast (Si apre in una nuova finestra)).

Martins Problem: KI ist mittlerweile sehr sehr gut darin geworden, Nachrichten zu sammeln und zusammenzufassen. Und genau das hat seinen Newsletter bisher ausgemacht.

Seine Lösung: Weniger News, mehr Persönlichkeit.

Seitdem denke ich über die gleiche Frage nach:

Was macht eine Publikation im KI-Zeitalter eigentlich wertvoll?

Und ich fand es sehr ergiebig, mich der Fragestellung mit dem Konzept der sieben Burggräben zu nähern. Spoiler: Nicht alle helfen weiter. (Looking at you, Burggraben 1-3.) Aber die anderen haben dafür umso mehr Power.

(Zum Verständnis: Ein Burggraben (oder auch moat“) schützt ein Unternehmen davor, austauschbar zu werden.)

Burggraben 1: Skaleneffekte

Bedeutet: Wer mehr produziert, wird effizienter und günstiger. Unternehmen sind abgesichert, weil sie Kostenvorteile haben und geringere Preise aufrufen können als die (kleinere) Konkurrenz.

Für Mediapreneure hat das im KI-Zeitalter keine Kraft, weil die Kosten, um Inhalte zu erstellen, immer weiter sinken. Und KI skaliert für alle gleich.

Burggraben 2: Überlegene Prozesse

Bedeutet: Ein Unternehmen ist durch überlegene, meist recht komplexe Abläufe abgesichert, da Konkurrenten sie nur schwer, mit sehr viel Ressourcen-Aufwand (oder sogar gar nicht) nachbauen können.

Auch das hat für Mediapreneure keinen Absicherungseffekt, denn KI bringt ähnliche Prozesse mit überschaubarem Aufwand in fast jedes Setup.

Burggraben 3: Hohe Wechselkosten

Bedeutet: Der hohe Aufwand zu wechseln schützt ein Unternehmen davor, Kunden an die Konkurrenz zu verlieren. Dieses Konzept wird zwar durch KI nicht ausgehebelt. Ich persönlich sehe aber nicht, dass das für Mediapreneure groß relevant ist. Meist reicht ein Klick, um ein Media-Ökosystem zu verlassen. (Freue mich über jedes Gegenbeispiel.)

Burggraben 4: Begrenzte/Seltene Ressourcen

Bedeutet: Ein Unternehmen hat Zugang zu einer begehrten Ressource. Am besten sogar exklusiv.

Das bleibt stark. Beispiele wären der Zugang zu wichtigen Quellen, dein einzigartiger Schatz an Erfahrungen, Wissen und Können oder auch die Möglichkeit, auf originäre, nicht frei zugängliche Daten zugreifen zu können. Auch spannend: Selbst erhobene Daten (z.B. aus Umfragen).

Burggraben 5: Netzwerkeffekte

Bedeutet: Der Wert für jeden Kunden steigt mit der Zahl der Nutzer.

Das halte ich für sehr relevant. Das beste Beispiel aus der Mediapreneur-Welt sind hier sicherlich die Communities, deren Wert mit der Anzahl der Menschen steigt, die Teil der Community sind. Ein weiteres Beispiel wäre eine eigene Plattformen (z.B. ein Nischen-Marktplatz oder eine Nischen-Stellenbörse).

Burggraben 6: Marke

Bedeutet: Bekanntheit und Vertrauen schützen ein Unternehmen davor, Kunden an die Konkurrenz zu verlieren.

Ich denke, das wird in Zukunft sogar noch stärker und wichtiger. Deine Bekanntheit und das Vertrauen deines Publikums schützen dich und werden in Zeiten der Inhalte-Flut noch wichtiger. Es wird nicht an Angeboten fehlen. Sondern an Zeit. Und deswegen werden immer mehr Menschen sich fragen: „Wem schenke ich meine Zeit und Aufmerksamkeit?“

DIE entscheidende Kriterien dabei sind,
- was ich überhaupt kenne
- und wem ich vertraue.

Gute Zeiten also auch für das Thema Werbung verkaufen, weil der Bedarf weiter steigen wird.


Burggraben 7: Gegenpositionierung

Bedeutet: Ein Unternehmen setzt auf ein Geschäftsmodell, das von der Konkurrenz nicht kopiert werden kann, weil es deren Geschäftsmodell kannibalisieren würde. Gemeint sind damit ursprünglich etablierte Unternehmen, die bereits länger erfolgreich am Markt sind und die ihr Geschäftsmodell nur unter großen (finanziellen) Schmerzen ändern können. Oder besser: könnten. Denn nur die wenigsten gehen den wirklich schwierigen und schmerzhaften Schritt, bevor es zu spät ist.

Und das ist wahrscheinlich der sicherste Weg, um sich vor der KI-Flut zu schützen: Die Gegenposition zu KI einnehmen und bewusst auf KI zu verzichten. Also z.B. kein KI-Avatar, keine geklonte Stimme, keine KI-Texte etc..

Oder auch: Auf Fähigkeiten setzen, die KI nicht hat, wie z.B. Geschmack, Urteilsvermögen oder – siehe Martins Ansatz von oben – Persönlichkeit. Wir gehen diesen Weg übrigens auch, indem wir zukünftig noch mehr auf eine Fähigkeit setzen, die KI einfach nicht hat: Das Zusammenkommen von echten Menschen. (Mehr dazu weiter unten.)

Wie sieht das bei dir aus, treibt dich ebenfalls die Sorge um, wie du dein Mediabusiness im KI-Zeitalter weiterführen kannst?

Falls ja, hast du bereits was angepasst?

Ich freue mich von dir zu lesen :)

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Auto-Dubbing: Der bekannte Youtuber Mr. Beast hat fünf sehr reichweitenstarke Youtube-Kanäle aufgegeben, auf denen er seine Inhalte bisher zusätzlich in anderen Sprachen veröffentlicht hat. Stattdessen setzt er künftig auf die automatische Übersetzung von Youtube. Wie du diese Funktion auch nutzen kannst, erfährst du hier (Si apre in una nuova finestra).

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Signatur der Woche: Einer meiner Lieblingshacks ist es ja, den eigenen Podcast oder Newsletter in die Signatur mit aufzunehmen. So hilft jede Mail nebenbei beim Aufbau von Reichweite und Bekanntheit. Vergangene Woche habe ich stattdessen diese charmante Lösung gesehen, die sehr schön auf die Gegenpositionierung (s.o.) einzahlt.

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re:publica I: Wie in der letzten Ausgabe von David erwähnt, setzen wir in Zukunft ebenfalls noch mehr auf eine Fähigkeit, die KI einfach nicht hat: Das Zusammenkommen von echten Menschen. Sowohl digital, als auch in der physischen Welt. Unsere These dahinter: Wir brauchen nicht mehr Content. Sondern wir brauchen mehr Wir. Daher freue ich mich schon sehr auf die re:publica26 kommende Woche hier in Berlin. Markus Beckedahl hat dafür sehr schön zusammengetragen, auf welche Auftritte und Sessions er sich besonders freut. Mehr dazu hier (Si apre in una nuova finestra).

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re:publica II: Falls du kommende Woche auch auf der re:publica bist, dann lass und dort doch gern treffen. Wir werden alle drei Tage vor Ort sein. Bei Interesse wären wir auch offen dafür, kurzfristig ein kleines Mediapreneur-Treffen direkt auf dem Event oder im Umfeld zu organisieren. Antworte einfach auf diese Mail, wenn du Lust auf mehr Wir hast. :)

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re:publica III: Am Donnerstag Abend werden wir in unserem Live-Call ab 20.15 Uhr gemeinsam mit euch auf die diesjährige re:publica zurückblicken und Eindrücke und Erlebnisse miteinander teilen. Wertvoll für alle, die leider nicht dabei sein konnten. Aber sicherlich auch interessant für die, die da waren. Mehr dazu dann kommenden Mittwoch, wenn David wieder dran ist.

In diesem Sinne: Vielen Dank, dass du bis hierher gelesen hast. Ich hoffe du hast etwas für dein Mediapreneur-Dasein mitnehmen können? Ich freue mich wieder auf viele Antworten. :)

Frische Grüße
sendet dir
Sören

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