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Dein Klimajourno-Update

Der Header zeigt den Titel "Netzwerk Newsletter" in groĂźen, schwarzen Buchstaben. Darunter klein: Januar 2026.

Heute schreiben dir: Josephine Andreoli, Jana Rogmann und Linda Tonn

Drei Porträt-Fotos zeigen Josephine Andreoli, Jana Rogmann und Linda Tonn. Josephine hat schulterlange wellige Haare und trägt einen grünen Blazer und ein weißes Oberteil. Jana trägt eine gelbe Jacke und hat kurzes gestuftes Haar. Linsa sitzt mit einer Jeansjacke am Strand, sie lacht in die Kamera und trägt eine Sonnenbrille auf dem Kopf.

Liebes Netzwerk,

das Jahr 2025 war in der Klimapolitik vor allem von Zögern und fehlendem politischen Mut geprägt. Zu viele Entscheidungen wurden verschoben, abgeschwächt oder sogar gänzlich revidiert.

Dabei betrifft Klimapolitik weit mehr als nur Emissionsziele und Umweltauflagen. Sie ist entscheidend für unsere Sicherheit, Gesundheit und die industrielle Zukunft. Sie beeinflusst die Wettbewerbsfähigkeit, die Energiesicherheit und die gesellschaftliche Handlungsfähigkeit – und damit auch die Resilienz in einer Welt, die zunehmend von geopolitischen Spannungen geprägt ist.

Auch wenn die aktuellen politischen Entwicklungen wenig Anlass zu Optimismus geben, stehen in den kommenden zwölf Monaten eine Vielzahl von politischen Entscheidungen und Wahlen bevor, die maßgeblichen Einfluss auf unsere Zukunft haben werden. Die Kolleg*innen von Clean Energy Wire blicken in einem Dossier (Si apre in una nuova finestra) auf das Jahr 2026, mit Hintergründen, Terminen und einen Ausblick auf die Klima- und Energiewende in Deutschland und der EU.

Welche Themen im Bereich Klima, Energie und Umwelt 2026 wichtig werden, haben wir auĂźerdem fĂĽnf tolle Kolleg*innen gefragt:

Clara Pfeffer (RTL)

Foto: Patrick Rosen

2026 ist in Deutschland ein Superwahljahr: Fünf Landtage und mehrere Kommunalparlamente, in Hessen, Bayern und Niedersachsen, werden neu gewählt. Genau dort entscheidet sich, ob Klima-, Energie- und Umweltpolitik wirklich umgesetzt werden kann (Stichwort Wärmeplanung). Auch weltweit stehen entscheidende Abstimmungen an, darunter die Präsidentschaftswahl in Brasilien mit großem Einfluss auf die globale Klimapolitik. Außerdem schaue ich gespannt auf die zahlreichen laufenden Gerichtsverfahren – nach dem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs in 2025 dürfte die Justiz 2026 wieder eine wegweisende Rolle für den Klimaschutz spielen. 

Petra Pinzler (Die Zeit)

Politisch relevant und interessant sind diese beiden Fragen: Wie schädlich ist die deutsche Wirtschaftsministerin für die Energiewende wirklich? Und werden die Konservativen gemeinsam mit den Populisten den Green Deal weiter zerstören und so die grüne Transformation der EU immer stärker bremsen? Und last but not least: Wann und in welchem Land gewinnt mal wieder eine Partei mit einem offensiv umweltfreundlichen Kurs eine Wahl?

Ajit Niranjan (The Guardian)

Die wichtigsten Klimathemen im Jahr 2026 werden sich um Politik drehen, nicht um Emissionen oder Extremwetter. Die USA haben das Jahr mit einem Angriff auf Venezuela begonnen, für den Präsident Donald Trump Öl als Motiv genannt hat, und bedrohen weiterhin Kanada und Grönland, wo wichtige Mineralien und der Zugang zur schnell schmelzenden Arktis Teil der expansionistischen Anziehungskraft sind. Im eigenen Land hat sich die USA voll und ganz hinter fossile Brennstoffe gestellt – teilweise gerechtfertigt durch den KI-Boom –, während die EU wichtige Teile ihres Green Deal zurücknimmt. Dies ist zum Teil auf eine Entwicklung zurückzuführen, die sich in allen reichen Ländern widerspiegelt: Der Anteil der Menschen, die für die extreme Rechte stimmen, steigt weiter an, was die regierenden Mitte-Parteien von Klimapolitik abschreckt, von der sie vielleicht nie wirklich überzeugt waren. Was ich mir für dieses Jahr wünschen würde, ist, dass Journalist*innen eine überzeugende Erklärung dafür liefern, wie es dazu gekommen ist.

Jule Zentek (@klima.neutral)

Foto: Tilman Schenk / WDR

Ich bin mir sicher: Wir müssen 2026 journalistisch noch wachsamer sein, mit welchen Erzählungen Klimaschutz verzögert und aufgehalten wird, und offenlegen, welche politischen und wirtschaftlichen Interessen dahinterstecken. Besonders im Narrativ der “Technologieoffenheit”: Während die eine Technologie verzögert wird (siehe E-Mobilität), werden andere als die Klimalösung verkauft (siehe CCS).

Bernhard Pötter (Table.Media)

In Deutschland wird sich zeigen, wie die Bundesregierung bis März ihr laut KSG erforderliches Klimaschutzprogramm so zuschneiden will, dass die Emissionen wie gefordert bis 2030 und darüber hinaus sinken sollen – und wie das mit den bisherigen Plänen der Regierung zusammenpasst. Denn bei der Gebäudesanierung im GEG/GMG, beim “Aus vom Verbrenner-Aus” oder bei der Nutzung des KTF vor allem für nicht-Klima-Investitionen wie die Gasumlage arbeitet die Bundesregierung teilweise gegen diese Pläne. Dazu kommt die Frage, ob und wie das Bundesverfassungsgericht nach mehreren Klagen diese Politik im Licht seines Beschlusses von 2021 akzeptiert. Allerdings wird sich die Bundesregierung in diesem Jahr vor allem auf Wirtschaftswachstum und fünf Landtagswahlen konzentrieren und macht im Moment nicht den Eindruck, als stünde Klimapolitik und allgemein die grüne Transformation dabei oben auf der Agenda.

In der EU wird sich zeigen, wie sehr der Green Deal weiter unter Druck gerät. Und international wird interessant, ob Brasilien als COP-Präsident und eine Allianz aus Vorreiterstaaten rund um Kolumbien und Dänemark einen Prozess anstoßen können, der den fossilen Ausstieg forciert – gegen die Marktkräfte, die teilweise in die Gegenrichtung gehen.

🔥 Netzwerk News

Deutscher Preis für Klimajournalismus 2026 🏆

16.755 Euro – das ist der Spendenstand nach unserer Online-Gala mit Maren Urner, den Kolleg*innen von ZDF Frontal und dem Mannheimer Morgen und vielen (von uns intern liebevoll genannten) Klimajournalismus-Ultras. Jeder Euro zeigt uns, dass wir nicht die einzigen sind, denen die mediale Klimadebatte am Herzen liegt. Vielen Dank für eure Unterstützung. Denn es war nie wichtiger, die Verantwortlichen für die Klimakrise zu benennen.

Auch wenn wir damit das Budget von 2025 noch nicht erreicht haben, steht fĂĽr uns fest: Wir werden 2026 wieder den Deutschen Preis fĂĽr Klimajournalismus (Si apre in una nuova finestra) vergeben.

Das geht jedoch nur mit verstärktem ehrenamtlichen Einsatz. Wenn ihr dabei sein wollt und Kapazitäten habt, meldet euch gerne unter netzwerk@klimajournalismus.de (Si apre in una nuova finestra). Und natürlich könnt ihr den Preis nach wie vor mit Spenden unterstützen (Si apre in una nuova finestra) – und/oder euch in der nächsten Ausschreibungsrunde selbst bewerben!

đź’ˇ Klimajournalismus: Unsere aktuellen Empfehlungen

In unserem Netzwerk-Slack sammeln wir aktuelle Recherchen und Empfehlungen aller Mitglieder. Einmal im Monat stellen wir hier im Newsletter eine Auswahl gemeinsam mit persönlichen Fundstücken vor.

BR: Schnee war gestern – Klimawandel in den Alpen

Die Alpen sind nicht nur Naturparadies und Sehnsuchtsort für Wintersportler, sondern auch ein Hotspot der Klimakrise. Welche Konsequenzen steigende Temperaturen für die Skigebiete haben, haben die Kolleg*innen Constanze Bayer, Sebastian Bayerl und Simon Wörz für BR Data unter anderem auf Basis von Klimaprojektionen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD) anschaulich aufgearbeitet (Si apre in una nuova finestra). In einem Scrolly kann man sich durch verschiedene Skigebiete bewegen (es gibt sogar eine Suchfunktion). Ein super Beispiel für guten Datenjournalismus, der die Auswirkungen des Klimawandels eindringlich veranschaulicht.

“TAZ”: Rechte Anti-Windrad-Kampagne in Baden

Wie Initiativen im Kleinen Stimmung gegen die Energiewende machen, hat unsere Kollegin Aline Papst recherchiert. Sie war im badischen Bruchsal unterwegs, wo im Dezember per Bürgerentscheid über vier Windräder abgestimmt wurde. Ihr Artikel für die “TAZ” (Si apre in una nuova finestra) schildert eine regelrechte Kampagne gegen das Projekt, er handelt von Falschinformationen und Verbindungen zur rechten Klimawandelleugner-Szene. In Bruchsal setzten sich letztlich die Befürworter*innen durch: Die Windkraftgegner*innen erreichten nicht die nötige Stimmenzahl. 

Podcast “Nice & Nötig”: Klimakrise – Diese Zeitung macht Mut statt Angst

Dass die Berichterstattung über den Klimawandel gerade in vielen Redaktionen nicht auf Platz 1 der Agenda steht, spüren wir hier im Netzwerk allzu gut. Gerade deswegen macht die Folge des Übermedien-Podcasts “Nice & Nötig” (Si apre in una nuova finestra) mit Miriam Richter vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag richtig Mut. Sie koordiniert die Berichterstattung in ihrem Verlag, der zur Mediengruppe NOZ/mh:n gehört. Statt nur Probleme zu wälzen und Katastrophenszenarien auszumalen, berichten die Reporter*innen in den Lokalredaktionen, was Menschen in Schleswig-Holstein konkret gegen die Klimakrise unternehmen. Mit Erfolg: Miriam berichtet, dass das auch bei den Leser*innen gut ankommt. Eine große Hörempfehlung. 

Rechercheprojekt “Windgeld”: Wer verdient an Windkraft-​ und Solaranlagen?

Vielen Gemeinden in Brandenburg steht Geld aus benachbarten Windparks zu. Der Journalist Fabian Dietrich hat mithilfe eines Recherchestipendiums vom Netzwerk Recherche und der Olin-Stiftung transparent gemacht, wie viel von dem Geld auch wirklich ankommt. Das Ergebnis: In manchen Kommunen fehlten bis zu 90 Prozent der Einnahmen, die ihnen eigentlich zustehen. Aus seiner Recherche hat Dietrich die Website Windgeld (Si apre in una nuova finestra) erstellt, auf der Leser*innen testen können, wie der Stand für ihre Gemeinde ist. Schaut vorbei!

🗓️ Wichtige Termine im Januar

Was passiert in diesem Monat rund um Klima, Umwelt und Energie? Wir empfehlen spannende Termine fĂĽr die Berichterstattung. Ihr habt Tipps? Schreibt uns unter netzwerk@klimajournalismus.de (Si apre in una nuova finestra).

  • 13. Januar: BMUKN-Agrarkongress 2026 (Si apre in una nuova finestra). Im Vorfeld der GrĂĽnen Woche wird auf dem Kongress die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) thematisiert, die sich derzeit in einer wichtigen Phase befindet: Auf EU-Ebene wird ĂĽber die EntwĂĽrfe der Europäischen Kommission zum EU-Haushalt und zur GAP nach 2027 verhandelt. 

  • 16. bis 25. Januar: GrĂĽne Woche 2026 (Si apre in una nuova finestra). Die bekannte Messe rund um Ernährung und Landwirtschaft feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum. 

  • 20. Januar: Energiedialog – Der energiepolitische Jahresauftakt (Si apre in una nuova finestra) des Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE). Nach einem “Herbst der Reformen” dient der Dialog als Diskussionsplattform zum politischen Vorgehen, der Ableitung notwendiger MaĂźnahmen sowie dem Austausch zwischen Wirtschaft und Politik.

  • 26. Januar: North Sea Summit (Si apre in una nuova finestra) der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Im Mittelpunkt des Events steht die Frage, wie der Ausbau der Offshore-Energie – insbesondere der Offshore-Windkraft – in der Nordsee durch internationale Zusammenarbeit, abgestimmte Infrastruktur, innovative Geschäftsmodelle und kosteneffiziente Finanzierung beschleunigt werden kann.

📢 Jobs, Stipendien und Ressourcen

Wir wünschen allen ein gesundes neues Jahr ✨!

Josephine, Linda, Jana, Sara & Leoni

P.S.: Kennst du die Arbeit unserer Kolleg*innen in Ă–sterreich? Der Newsletter des Netzwerk Klimajournalismus (Si apre in una nuova finestra) Ă–sterreich informiert jeden Monat ĂĽber Termine, Stipendien, Ressourcen und Klimajournalismus, der aufgefallen ist. Wir sind Fan.

P.P.S.: Zum Abschied gibt es ab jetzt unser Klimajourno-Meme des Monats 🔥. Dieses wird dich 2026 sicher begleiten:

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