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Denkmalpflege mit Kettensäge: Altentreptow hat's mal wieder schön gemacht

Ausgabe vom Sonntag 27 Juli 2025 

Denkmalpflege mit Kettensäge: Altentreptow hat's mal wieder schön gemacht
Unter Linden keine Ruhe – unter Steinen kein Trost

Denkmalpflege mit Kettensäge: Altentreptow hat's mal wieder schön gemacht
Denkmalpflege in Altentreptow - Erna Schippel - Nicht mein Amt

In Altentreptow, dem Herz der mecklenburgischen Tiefenentschleunigung, wo die Uhren nicht nur langsamer, sondern manchmal rückwärts gehen, wurde ein dramatischer Kahlschlag inszeniert – allerdings nicht im Theater, sondern auf dem Friedhof. Denn dort, wo früher knorrige Linden ehrfürchtig ihre Äste über die alte Friedhofsmauer streckten, sägte im letzten Jahr das Geräusch der Kettensäge an den Nerven der Einwohner.

„Die Mauer muss saniert werden!“, ruft das Amt, als wäre Walter Ulbricht persönlich wieder auferstanden. Und wie sanieren deutsche Verwaltungen? Richtig: erst mal alles plattmachen, was im Weg steht. Besonders wenn es atmet, rauscht oder Schatten spendet. Und so traf es die betagten Linden, jene grünlaubige Garde, die Wind und Wetter, Kriegsgeheul und Sonntagsglocken überdauert hatte – zack, weg damit. Ratzfatz. Ohne öffentliche Debatte. Ohne Träne im Amtsauge.

Dass Bäume keine Lobby haben, wussten wir. Aber dass man ihnen auf einem Friedhof das Zeitliche segnet, um Steine zu retten, ist selbst für die Region, in der Spargel wichtiger ist als Schulbücher, ein neuer Tiefpunkt.

Argomento Satire aus Altentreptow

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