Passa al contenuto principale

#25 Dry January - das Jahr nüchtern starten

Liebe*r Psychoaktiv-Leser*in,

ich wünsche dir zuerst ein Frohes Neues Jahr! Ich hoffe du bist gut in das Jahr gestartet und freue mich auf ein neues Jahr Psychoaktiv mit dir!

Es ist heute der 2. im Monat und damit ist es Zeit für den psychoaktiven Newsletter - dem begleitenden Newsletter zum Podcast Psychoaktiv. Das bedeutet spannende Denkanstöße und einen Monatsrückblick zu den Themen Drogen & Sucht. Außerdem gibt es die wichtigsten AHA-Erlebnisse aus den zwei Podcast-Folgen, die ich in dem Monat herausgebracht habe.

Liebe Grüße

Stefanie

Um was geht es heute?

  1. Dry January - das Jahr nüchtern starten

  2. Kann ich mir nicht mehr trauen? Bauchgefühl und Sucht

  3. Psychoaktiv Presseschau im Dezember

  4. PsychoGRAMM für Januar

Psychoaktiv finanziert sich durch Mitgliedschaften. Erhalte Bonusfolgen & -artikel, nimm an Webinaren teil und genieße Psychoaktiv werbefrei!

Top-Thema

1. Dry January - das Jahr nüchtern starten

Alle Jahre wieder starten wir das neue Jahr mit dem Dry January. Für einen Monat liegt ein großes Fokusthema der Medien auf Alkohol und dessen Verzicht. Bevor wir inhaltlich in das Thema reingehen, möchte ich jedoch kurz innehalten und betonen, was für ein großer Erfolg diese Präventionskampagne ist! Der Dry January kommt ursprünglich aus Großbritannien und hat sich in den letzten 15 Jahren in ganz Europa ausgebreitet. Mir fällt spontan keine vergleichbare Konsumkampagne ein, die solch eine Verbreitung und Etablierung feiern konnte. Einfach nur beeindruckend!

Der Dry January wird von vielen Menschen genutzt, um einen Monat auf Alkohol zu verzichten. Gerade nach den vielen Weihnachtsfeiern und glühweinintensiven Weihnachtsmärkten scheint es vielen sinnvoll, dem Körper mal eine Alkoholauszeit zu gönnen. Doch wer macht eigentlich einen Dry January?

Menschen, die ohnehin sehr selten Alkohol konsumieren, verstehen den Sinn von einem Dry January häufig gar nicht, da alkoholfreie Monate ganz automatisch immer wieder vorkommen. Wäre dieses Konsummuster das etablierte in unserer Gesellschaft, wäre ein Dry January obsolet. Doch Alkohol ist als „Kulturgut“ so fest in Deutschland verankert, dass die Politik es nicht als positive Nachricht ansieht, wenn der Absatzmarkt von Wein sinkt und sich als Reaktion darauf überlegt, wie man Menschen in Deutschland dazu anregen könnte, mehr Wein zu kaufen. Wirklich kein gutes Biotop für fruchtbare Alkoholprävention.

Denn die Realität ist: Viele Menschen konsumieren regelmäßig Alkohol. Sie sind sich dessen oft gar nicht bewusst oder reflektieren es nicht, weil Alkohol so tief in die sozialen und kulturellen Praktiken eingebunden ist. Sei es beim Feierabendbier, beim Glas Wein am Abend oder bei geselligen Runden. Dieser regelmäßige Konsum macht es notwendig, über das eigene Verhalten nachzudenken und genau deswegen ist ein Dry January bei uns überhaupt nötig!

Doch es gibt auch eine Kehrseite. Einige Menschen nutzen den Dry January als eine Art Bestätigung: „Ich habe es geschafft, also habe ich kein Problem.“ Diese Denkweise ist leider sehr verbreitet. Denn der einmalige Verzicht auf Alkohol für einen Monat gibt keine verlässliche Auskunft darüber, wie gesund oder problematisch der Konsum im Rest des Jahres ist. Ein trockener Januar ist kein Test auf die Frage „Habe ich ein Problem?“, sondern vielmehr eine Gelegenheit zur Reflexion, nicht mehr und nicht weniger.

Was passiert aber, wenn man den Dry January nicht schafft? Das ist ein Thema, von dem ich mir wünschen würde, dass es viel mehr in diesem Monat angesprochen wird. Denn sicher gibt es einige Menschen, die sich fest vornehmen auf Alkohol zu verzichten und bei einer herausfordernden Situation doch wieder konsumieren. Das kann zu Frustration führen und den Gedanken verstärken, dass man „schwach“ ist oder den Verzicht einfach nicht „gekonnt“ hat. Doch hier ist es wichtig, sich von einem zu strengen Selbsturteil zu lösen und im besten Fall eine Hand von der professionellen Sucht- und Drogenhilfe gereicht zu bekommen.

Der Dry January ist keine „Prüfung“ auf den Alkoholgehalt einer Person, sondern eine Chance, das eigene Konsumverhalten zu reflektieren. Ein Rückfall ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Hinweis darauf, dass der Konsum tiefer in das Leben integriert ist, als man vielleicht dachte.

Ich habe auf Spotify eine Playlist zu passenden Psychoaktiv-Folgen zum Thema Dry January erstellt, die Denkanstöße und Wissen rund um Alkohol und dessen Konsum beinhaltet.

Argomento 💌 Newsletter

0 commenti

Vuoi essere la prima persona a commentare?
Abbonati a 🍄Psychoaktiv+ | Drogen, Konsum & Sucht mit Stefanie Bötsch e avvia una conversazione.
Sostieni