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Pause-Stop-Go

Hallo in die Runde, ich hoffe es geht euch gut (und wenn nicht ist natürlich auch ok in allerherzlichster Drinnie-Manier). Es gibt ein paar minimale Änderungen im Newsletter, gebt gerne Bescheid ob sie euch gefallen. :)

In diesem Sinne: Lasst uns in den Newsletter für diesen Monat einsteigen:

Pausieren von Social Media Inhalten

Nach längerer Überlegung werden die Social-Media-Kanäle auf Facebook, Youtube, Mastodon und bluesky bis auf Weiteres nicht mehr bespielt.

Natürlich war der Hintergrundgedanke, dass durch die Sichtbarkeit auch eine Offenheit dargeboten wird, dass unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Interessensgruppen sich über Queermed-Inhalte informieren können.

Jedoch ist Social-Media-Arbeit intensiv und auch das Community-Management braucht entsprechend Kapazitäten, die aufgrund fehlender Kapazitäten auf Queermed-Seite nicht so ausgeübt werden kann, wie man sich das zu Beginn vorgestellt hat.

Deswegen wird nur noch ein Fokus auf Instagram, Linkedin und Tiktok gelegt.

Hilft viel auch?

In den letzten Monaten habe ich mich immer wieder mit der Frage beschäftigt, welche Aufgaben, Projekte und anderweitige Kooperationen in der Arbeit bei Queermed noch Sinn ergeben.

Denn auch, wenn Queermed mittlerweile wie eine größere Organisation wirkt, bringt das dann doch an anderer Stelle vereinzelt Nachteile, vor allem, wenn es um die Kommunikation geht. Trotz der ganzen Transparenz auf Website und in Interviews gehen sehr viele Menschen davon aus, dass ein ganzes Team hinter Queermed steckt. Auch wenn die Realität eine andere ist. Dementsprechend sind die Bedarfe als auch Anforderungen, die Menschen vereinzelt stellen, sehr hoch. Teilweise, wenn auch sehr vereinzelt, in einem in meiner Wahrnehmung aggressiven und fordernden Ton.

Mich erinnert das sehr an ein Dienstleistungskontext, dass Menschen von Grund auf eine Erwartung haben, die es zu erfüllen geht. Und im Kontext der Gesundheitsversorgung stimme ich komplett zu, dass wir ganzheitlich denken müssen und eine Versorgung für alle nach ihren individuellen Bedürfnissen ermöglichen müssen. Jedoch sollte dies nicht in Form von Frust im ehrenamtlichen Kontext auf die ehrenamtlich Arbeitenden abgeladen werden. Ehrenamt ist dazu da, die Fehlstellen gerade so zu flicken, die durch eine Fehlfinanzierung innerhalb einer Gesellschaft nicht vom Staat getragen werden kann. Der Staat hat eigentlich dafür zu sorgen, dass bestimmte Dinge für alle Menschen in einem Land zur Verfügung stehen. Jedoch hat sich dieser ehrenamtliche Aspekt über die Jahre weiter etabliert.

Ich finde es schwierig, denn ich bin der Meinung, dass es Ehrenamt eigentlich nicht geben sollte, zumindest nicht in dem Umfang. Menschen sollten sich auf den Staat verlassen können. Und das es so viele ehrenamtlich tätigende Menschen gibt, die ihre Zeit, ihre Ressourcen, ihre Expertise und ihre Kapazitäten dafür nutzen, damit Menschen es besser haben, ist gleichzeitig ein Privileg und gleichzeitig eine Notwendigkeit.

Als selbst mehrfachmarginalisierte Person verstehe ich den Frust zu gut. Jedoch möchte ich meine persönlichen Erfahrungen bei Queermed so gut es geht rausnehmen, weil es nicht um mich geht. Ich möchte weder Mitleid noch Mitgefühl, weil ich auch weiß wie schnell es je nach Empfänger auch als Inkompetenz gelesen werden könnte. Und auch ich möchte meine Privatsphäre ein Stück weit schützen und überlege sehr genau, welche Aspekte ich wann teile. Bei Queermed, gehören sie aber sehr selten dazu. Es ist mir wichtig, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Forderungen unterschiedlicher Gruppen in der Gesundheitsversorgung sichtbar zu machen. Doch wenn es nicht genügend finanzielle, zeitliche, kapazitive Ressourcen gibt, kann ich leider auch nicht mehr tun. Auch nicht, wenn die Forderungen lauter und der Ton harscher wird. Und ich möchte solchen Forderungen nicht nachgehen. Denn ich bin der Meinung, gerade jetzt sollten wir stärker zusammen halten und aufeinander achten, anstatt mit dem Finger auf die Leute zu zeigen, die sowieso viel leisten und an ihre Grenzen gehen. Ich bin gerne sonst der Sandsack und kümmere mich um die Kommunikation nach außen, während ich den einzelnen Ehrenamtlichen bei Queermed lieber andere Aufgaben übergebe. Denn ich finde nicht, dass man bei ehrenamtlicher Arbeit sowas nicht ausgesetzt sein sollte.

Gleichzeitig merke ich anhand meiner persönlichen Gesundheit, dass ich ein Level an “Leistung” für Queermed und mein sonstiges Leben erreicht habe, wo ich eine Grenze ziehen muss, damit ich genug Ausdauer für die kommenden Monate und Jahre habe, wo es noch Queermed braucht. Und leider kann ich nicht alles schaffen, was ich mir vornehme. Wenn es mit den kommenden Förderanträgen, hoffentlich neuen Ehrenamtlichen, mit potenziellen Spendenaufrufen klappt, dann stehen die Chancen besser.

Aber solange die Lage aussieht, wie sie aussieht und das Leben nun mal ein Marathon anstatt ein Sprint ist, muss ich auch für mich lernen, auch wenn mir die Arbeit bei Queermed sehr nah am Herzen liegt, dass ich öfter inne halten muss. Damit die Kernarbeit von Queermed, nämlich die Website und die Bildungsarbeit, langfristig weiter laufen kann. Und andere Dinge, wie eben Social Media - Arbeit, muss dann stückweise runtergefahren werden. Vielleicht ergeben sich irgendwann neue Kapazitäten.

Share what you have, share what you know

In den letzten Wochen und Monaten sind immer wieder Personen, ausschließlich weiblich sozialisierte Menschen an mich herangetreten, die gerne wissen wollten, was es bei einer gemeinnützigen Gründung zu beachten gilt.

Für mich war dieser Prozess teilweise sehr undurchsichtig, zumal ich mich offen reingestürzt habe und keinerlei vorheriges Wissen hatte, auf das ich mich hätte verlassen können. Vieles musste ich während der Gründung und der Geschäftsleitung von Queermed lernen. Ich bin dankbar für die Menschen, die mich auf dem Weg bis hier hin mit ihrem Wissen unterstützt haben. Bei manch anderen Dingen musste ich es sprichwörtlich auf die harte Tour lernen.

Deshalb verstehe ich es gut und finde es absolut wertvoll, wenn wir solches Wissen offen miteinander teilen. Vor allem, wenn wir wissen, dass es vergleichsweise weniger marginalisierte Gründer*innen gibt als weiße Gründer (!).

Also sollte jemand von euch sich für das Thema gemeinnütziges Gründen interessieren, meldet euch gerne auf diese E-Mail oder über sara.grzybek@queermed-deutschland.de (Si apre in una nuova finestra)

Ich kann nicht versprechen, dass wir sofort einen gemeinsamen Termin zum Austausch finden, aber ich hoffe dennoch, dass ich irgendwie unterstützen kann.

mis(s)understood Bodies & Queermed

In einer neuen Kooperation mit den Menschen hinter mis(s)undertsood Bodies dürfte ich als Gründer*in von Queermed mehrere Fragen zum Thema Konsens in der Gesundheitsversorgung beantworten. Das erste Video ist diese Woche rausgegangen, in den kommenden Wochen werden die anderen sechs Videos veröffentlicht (Hier geht es zum ersten Video auf Instagram) (Si apre in una nuova finestra).

Queermed liest

Einige von euch kennen sicherlich die Queermed-Bücherliste auf der Website, auf der eine Menge handverlesene Empfehlungen zu Büchern zu allen möglichen Themen dabei sind. Hierbei handelt es sich um unbezahlte, freiwillige Buchnennungen, die im Rahmen von persönlicher Weiterbildung gelesen wurden. In dieser Rubrik gebe ich euch eine meiner neuesten Empfehlungen:

Arbeit Macht Missbrauch Marbacher, Lena

Dr. Lena Marbacher - Arbeit Macht Missbrauch. Eine Gesellschaftskritik

Lena Marbacher beschreibt in diesem Buch die unterschiedlichen Formen der Macht und worum es eigentlich geht.

Während man sich als Außenstehende*r häufig die Frage stellt, wie Machtmissbrauch passieren kann, veranschaulicht Lena Marbacher im Buch die Zusammenhänge zwischen den Menschen, die Macht missbrauchen und den Menschen, die in diesen Situationen missbraucht werden.

Machtmissbrauch kann in vielen Kontexten stattfinden und muss nicht sofort mit sexuellem Missbrauch einhergehen. Im Buch wird einfach und verständlich veranschaulicht, wie Macht zwischen Menschen entstehen kann und wie wir in so ein Abhängigkeitsverhältnis geraten können. Und warum es immer wieder dazu kommt, obwohl wir es eigentlich besser wissen sollten.

Gerade wenn wir uns in Positionen mit potentiell viel Macht befinden, sollten wir uns damit auseinander setzen, was diese Macht mit uns macht und gleichzeitig auch mit denen um uns herum.

(Hinweis: Dieses Buch ist privat erworben worden.)

Queermed fürs Ohr

Im November ist eine neue Podcast-Folge mit Queermed live gegangen:

Kommende Termine

Für das Ende des Jahres als auch das kommende Jahr erhalte ich bereits einige Anfragen. Fest stehen bereits diese Termine bzw. Blocker:

  • 05. Dezember 2024 - Vortrag & Workshop an der Universitätsmedizin Frankfurt am Main

  • Januar 2025 - Teilnahme und Online-Vortrat am trans* Gesundheitsfachtag der HS für Gesundheit, Bochum

  • 20. Januar 2025 - Teilnahme Fachtag zu diskriminierungssensibler Psychotherapie, Mainz

  • 12. Februar 2025 - Online-Workshop: Adultismus im Gesundheitswesen (Si apre in una nuova finestra) in Zusammenarbeit mit der FUMA: Fachstelle Gender & Diversität NRW 

    1. März 2025 - Präsenzworkshop an der TH Köln für TIN*-Studierende

    1. April 2025 - Präsenzlesung mit Hengameh Yaghoobifarah und dem neuen Roman Schwindel, eine Betrachtung von polyamoren Beziehungen, Köln (genauer Ort & Ticketing wird noch mitgeteilt)

Sobald es mehr Informationen zur Anmeldung oder weiteren Veranstaltungen gibt, werden diese zeitnah auf der Website hinterlegt:

Bei Interesse an Webinaren, Workshops, Vorträgen oder was auch immer ihr euch wünscht, hier eine kleine Übersicht an Themen, die bisher das größte Interesse hatten:

  • Vorstellung und Funktionalität von Queermed

  • Queere Lebensrealitäten und Versorgungsbedarf von queeren Menschen im Gesundheitswesen

  • Sensibilisierte Gesundheitsversorgung

  • Patient*innenempowerment

  • Kritische Selbstreflektion / Privilegien bei der Arbeit mit Patient*innen

  • Machtstrukturen im und außerhalb des Gesundheitswesens

  • Intersektionale Lebensrealitäten und deren Versorgungsbedarfe im Gesundheitswesen

  • Diskriminierungsebenen im Gesundheitswesen

  • Empowerment von Kindern und Jugendlichen / "Das erste Mal allein beim Arzt"

  • (mentale) Belastung von Diskriminierungserfahrungen

Meldet euch gerne jederzeit mit eurer Anfrage unter Angabe von Datum, Formatwunsch, Länge, Honorar (mit Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten unter: info@queermed-deutschland.de (Si apre in una nuova finestra) )

Credits: Jana Rodenbusch

Das war es wieder für diesen Monat. Danke, wenn ihr bis hierhin gekommen seid. Passt auf euch auf!

Steady Support

Danke an alle, die den Newsletter fleißig mitlesen und darüber hinaus Queermed über Mitgliedschaften unterstützen.

Aktuell haben wir 113 (+16) Newsletter-Abonennt*innen und 72 (~) Steady-Mitglieder, die ebenfalls den Newsletter erhalten. Vor allem beim Newsletter haben wir einen kleinen Zuwachs erhalten. Also hallo und herzlich Willkommen!

See You Later Goodbye GIF by Holler Studios

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