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Dieser Zürcher suchte rastlos nach Erdöl

Liebe Politikinteressierte

Der Krieg der USA und von Israel gegen den Iran hat verheerende Auswirkungen für die Menschen vor Ort. Die Eskalation im Nahen Osten wirbelt auch die Weltwirtschaft durcheinander. Die grosse Frage ist, wie es jetzt weitergehen könnte beziehungsweise wohin dieser Krieg noch führen wird. Eine gute Übersicht zu den neusten Entwicklungen liefert jeweils die “Neue Zürcher Zeitung”. (Si apre in una nuova finestra) Spannend ist auch, dass jede Äusserung aus dem Weissen Haus – überlegt oder unüberlegt – Einfluss auf den Ölpreis zu haben scheint.

Vor über 100 Jahren arbeiteten viele Schweizer Geologen für Erdölunternehmen. Ab 1910 und in den 1920er-Jahren kam es zu einer Professionalisierung in der Erdölforschung. Die Nachfrage nach Spezialisten stieg. “Erdölunternehmen heuerten fortan regelmässig ausgebildete Geologen für verschiedene Teile der Welt an, zunächst überwiegend mit temporären Verträgen, später mit Festanstellungen”, heisst es dazu im Buch “‘Swiss Gang’ – Pioniere der Erdölexploration”. Auch Schweizer erhielten Jobs.

Ein älterer Mann im Anzug steht auf einer Plattform neben grossen grünen Industrieventilen und blickt nachdenklich in die Ferne.
Der Zürcher Geologe Arnold Heim 1958 bei erfolgreichen Bohrungen im Iran. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Dia_023g-026

Einer von ihnen war der Zürcher Arnold Heim, der am 20. März 1882 auf die Welt kam. Er reiste um die Welt, um Öl zu finden. Arnold Heim hatte an der ETH studiert und trat in die Fussstapfen seines Vaters Albert Heim. Dieser gilt als einer der bedeutendsten Geologen seiner Zeit. Arnold Heims Mutter war die erste Schweizer Ärztin, Marie Heim-Vögtlin.

Solch einflussreiche Eltern zu haben, dürfte für Arnold Heim auch eine Bürde gewesen sein. Er entwickelte sich zu einem Experten, blieb jedoch ein Umgetriebener. Den Wunsch des Vaters, eine akademische Laufbahn einzuschlagen, erfüllte er nicht. Heim lehrte zwar als Privatdozent an der Universität Zürich und der ETH, war kurze Zeit Professor an der Sun-Yat-sen-Universität im chinesischen Guangzhou. Mehrheitlich war er aber als Forscher und zeitweise im Auftrag von Erdölgesellschaften unterwegs. Sein Interesse galt nicht nur der Geologie, sondern der Naturbeobachtung. Heim kritisierte auch das Verhalten des weissen Menschen gegenüber anderen Völkern.

Seine erste gesicherte Stelle erhielt Arnold Heim erst 1949. Der bald 70-Jährige wurde Chefgeologe der staatlichen Iran Oil Co. Wer noch mehr wissen will, dem empfehlen wir einen älteren Artikel von Pascal Turin. (Si apre in una nuova finestra) Dieser ist 2020 während der Corona-Krise in den Quartierzeitungen “Zürich 2” und “Zürich West” erschienen. Die Pandemie hatte die Erdölbranche ebenfalls auf den Kopf gestellt. Weil die Abnehmer fehlten, ging vorübergehend die Nachfrage drastisch zurück, und die Preise fielen.

Übrigens hat unser Redaktionshund eine hörenswerte Podcast-Folge zum Thema Erdöl, der Wachstumsdroge der Moderne, erschnüffelt. (Si apre in una nuova finestra) Ebenfalls in seine Medienschau geschafft haben es ein spannendes Stück mit vielen Bildern über ein ganz altes Haus in Winterthur und ein dicht geschriebener Artikel über eine geheimnisvolle Plakatkampagne. Waldo empfiehlt ausserdem eine zum Nachdenken anregende Reportage über Trumps Mauer und einen unterhaltsamen Text darüber, was das Schlimmste an der Limmatstadt ist.

Lesestoff à go­go

Wem das Thema Erdöl und Iran-Krieg schon zu den Ohren raushängt, für den halten wir unseren locker-flockigen Rathuus-Fragebogen bereit. Der Thalwiler SP-Kantonsrat Davide Loss hat ihn ausgefüllt. (Si apre in una nuova finestra) Der Politiker verrät unter anderem, dass er mit Winston Churchill über dessen Europa-Ideen diskutieren möchte und was er an Huldrych Zwingli gut findet. “Frei nach Max Frisch würde ich sagen: Moralisch sind für mich jene Staatsmänner und -frauen, die Macht begrenzen, Verantwortung übernehmen und bereit sind, Fehler einzugestehen – auch wenn es sie Stimmen kostet”, sagt Loss in unserem Interview.

Dann wollen wir auf den Text von Lorenz Steinmann zu einem Sturm im Wasserglas hinweisen: (Si apre in una nuova finestra) Wer nämlich die Schlagzeilen in der NZZ und im “Tages-Anzeiger” verfolgte, musste Schlimmes ahnen. Die Wogen gingen hoch, als bekannt wurde, dass die Stadt Zürich am Neumühlequai in der Nähe des Hauptbahnhofs eine Autospur zum temporären Veloweg umfunktioniert hat. Die Betonung liegt auf temporär – und der Aufschrei der Autolobby ist übertrieben.

Zu guter Letzt wäre da noch die 29. Folge des Rathuus-Podcasts. Lorenz und Pascal sprechen über die Grünliberalen. Die GLP gehört neben Grünen und EVP nämlich zu den Verlierern der Gemeinderatswahlen in Zürich. Und bei den Stadtratswahlen schaffte Gesundheitsvorsteher Andreas Hauri die Wiederwahl nur knapp. Diskutiert wird die steile These: Blüht der GLP dereinst das gleiche Schicksal wie dem Landesring der Unabhängigen? Zudem schwärmen die Hosts in der Episode vom mediterranen Flair Luganos. (Si apre in una nuova finestra)

So, das war’s für heute. Wir wünschen viel Spass beim Lesen und Hören.

Liebe Grüsse

Lorenz Steinmann und Pascal Turin

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