Ich höre es immer wieder und immer öfter: Coaches oder Beraterinnen sagen, dass sie ihre Texte mit KI schreiben, bzw. von KI (Künstlicher Intelligenz) verfassen lassen. Das geht manchmal bis hin zum Buch.
Natürlich kann man es sich leicht machen und der KI sagen: Schreib mal was zu diesem oder jenem Thema. Dann wird irgendein Ergebnis dabei rauskommen. Doch ob es passt, hängt von einigen Faktoren ab.
Erstens: Wie gut kennt dich die KI?
Weiß sie schon etwas über dich und dein Business? Oder weiß sie noch gar nichts? Je weniger die KI über dich weiß, desto schlechter werden die Ergebnisse, bzw. die KI schlägt dir dann irgendetwas Allgemeines zu deinem Thema vor. Womöglich sogar einen Text, der von anderen Internetseiten so übernommen wurde, denn KI arbeitet mit dem, was im Internet veröffentlicht wurde.
Wenn ich verschiedene KI-Modelle nutze, merke ich immer, dass ChatGPT, welches ich am meisten nutze, mir die besten Ergebnisse liefert, weil es auf meine gespeicherten Daten zurückgreift. Nehme ich hingegen ein KI-Modell, was mich noch gar nicht kennt, dann besteht das Ergebnis aus Allgemeinplätzen und hat mit meiner Einzigartigkeit gar nichts zu tun.
Deshalb mein erster Tipp: Wenn du eine KI nutzen willst, konzentriere dich vielleicht erstmal auf ein Modell, z. B. ChatGPT (Si apre in una nuova finestra), Claude AI (Si apre in una nuova finestra)oder Gemini von Google (Si apre in una nuova finestra). Die kostenlosen Varianten reichen für den Anfang völlig. Und dann beginne, der KI zu sagen, was du haben möchtest.
Ich arbeite viel mit ChatGPT, allerdings nicht, um Texte schreiben zu lassen, sondern um mich inspirieren zu lassen. Mittlerweile kennt ChatGPT mein Wording gut und die Ergebnisse werden auch immer besser.
Zweitens: Ohne einen guten Prompt läuft nichts
Ein Prompt ist der „Befehl“ für die KI, der ihr sagt, was sie machen soll. Je genauer er ist, desto besser ist das Ergebnis. Formuliere deine Frage so genau wie möglich.
Dabei kannst du z. B. folgenden Trick anwenden, wie in diesem Beispiel: Du bist ein XYZ (dort schreibst du deinen Beruf hin, z. B. Coach für … oder Ernährungsberaterin.) und willst Texte für Posts bei LinkedIn zum Thema XYZ schreiben (dein Thema). Bitte verwende das Wording wie auf dieser Internetseite (der Link zu deiner Seite). Und dann schau, was dir die KI vorschlägt. Ich verändere die Vorschläge meistens noch und formuliere sie um, aber sie können eine gute Grundlage sein, wenn der Prompt gut war.
Drittens: KI ist ein gutes Werkzeug zur Inspiration
Wie schon oben geschrieben, ich lasse mich von KI inspirieren, verwende sie aber nicht, damit sie mir einen kompletten Text schreibt. Es sei denn, ich nehme einen Blogartikel, den ich vor einiger Zeit selbst geschrieben habe und bitte darum, ihn ein wenig umzuschreiben, damit ich ihn woanders veröffentlichen kann. Oder ich bitte darum, von der „Sie“-Anrede in die „Du“-Anrede zu wechseln und den Beitrag dahingehend umzuschreiben.
Ich lasse mir aber sehr gerne von der KI, in diesem Fall ChatGPT, Ideen zur Inspiration geben. Dann schreibe ich beispielsweise: Gib mir bitte 30 Tipps rund um mein Thema für Facebook-Posts. Sicherheitshalber teile ich dann noch den Link zur kompletten Internetseite oder zu einer Unterseite oder Verkaufsseite.
Viertens: Warum ich immer noch auf Einzigartigkeit und Intuition stehe
Mit KI kann es sehr leicht passieren, dass unsere Texte plattitüdenhaft und wenig einzigartig wirken. Wir werden austauschbar und unterscheiden uns kaum noch von unseren Mitbewerbern. Daher empfehle ich es immer – und mache es selbst auch – die Intuition einzuschalten und nach innen zu horchen, ob ein von der KI generierter Text wirklich passt.
Außerdem schreibe ich die meisten Texte, ohne mich vorher von der KI inspirieren zu lassen. Lieber lasse ich mich von der Intuition inspirieren. Dafür überlege ich mir ein Thema, recherchiere im Internet oder in Büchern und horche nach innen. Was sagt mir die Intuition? Was ist für die Menschen wichtig? Was kann ich ihnen mit meinem Thema geben,was ihr Leben verbessert und was davon spiegelt meine Einzigartigkeit wider?
Sprich deinen Text mit einer Audio-App in eine Audiodatei und höre dir an, ob er deine Einzigartigkeit widerspiegelt. Oft merkt man es leichter, ob ein Text holpert, wenn man ihn sich anhört.
In diesem Chip-Artikel findest du weitere Infos ,wie du deine Stimme an Mac, PC oder Handy aufnehmen kannst:
https://praxistipps.chip.de/stimme-aufnehmen-so-gehts-bei-windows-ios-und-co_124168 (Si apre in una nuova finestra)Fünftens: Nutze deinen inneren Schreibraum!
Prüfe immer wieder, ob deine Texte wirklich deine Einzigartigkeit widerspiegeln. Lass dich nicht aus Bequemlichkeit auf Texte ein, die ausschließlich von KI stammen.
Hier eine kurze Übung, wie du deinen inneren Schreibraum installieren und nutzen kannst:
Schalte für 30 Minuten alle Telefone auf stumm und nimm dir Zeit für eine kurze Fantasiereise.
Setze dich bequem hin, entspanne dich und schließe die Augen. Sage zu dir innerlich: Ich gehe jetzt in meinen inneren Schreibraum. Dort habe ich das Wissen und die Weisheit, die ich brauche, um Texte zu schreiben und zu veröffentlichen, die meine Einzigartigkeit widerspiegeln.
Stelle dir vor, wie du in ein Gebäude hineingehst, vielleicht eine Bibliothek. Dort ist dein Schreibraum. Du öffnest die Tür und schaust dich um.
Was siehst du? Was fühlst du? Welche kreativen Ideen bekommst du?
Stelle dir vor, du nimmst einen fertigen Text und bearbeitest ihn in deinem Schreibraum. Achte auf die inneren Impulse, die du durch deine Intuition bekommst.
Komme nach 10 bis maximal 20 Minuten wieder in den Raum zurück, in dem du sitzt und schreibe dir die Impulse auf, die du bekommen hast. Überarbeite deinen Text dementsprechend. Wenn du neue Ideen bekommen hast, sammle sie in einem Notizbuch oder in einer Notiz-App, wie z. B. Evernote (Si apre in una nuova finestra).
Viel Erfolg!
Deine Anne-Kerstin
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