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Gruß aus dem ICE!

Drei lachende Personen vor einem Brompton, ich in der Mitte mit einem farbenfrohen Anzug.

Nach vier viel zu heißen Tagen in Wien und einem im Frankfurt bin ich froh zurück nach Hamburg zu kommen. Dort zu wohnen erweist sich immer mehr als echter klimatischer Vorteil. Da können Freund*innen von mir noch so ätzen, wenn sie mit mir am Telefon sprechen: “Na? Regnet es wieder?” - ich glaube, bald werden sie neidisch sein :)

Hinter diesem Einwurf stecken natürlich ernste Themen. Auch mir ging es an einem Tag ein paar Stunden richtig mies. Mein Kreislauf war im Keller nach dem dritten Tag mit über 30 Grad und einem Gewitter, was die Luft zum schneiden dick machte, aber nicht wirklich Abkühlung bewirkte. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie wichtig diese nicht stattfindende Mobilitätswende in Deutschland für all unsere Lebensqualität ist. Entsiegelung und das Schaffen von Schatten und Wasser - nur möglich, wenn wir Menschen statt Autos fokussieren.

Im Rahmen der Diskussionen um das Deutschlandticket durfte ich auch ein paar Zitate geben - hier für euch, ich weiß, dass solche “Quotes” in Diskussionen beizeiten hilfreich sein können ;)

Während seit Jahren fossile Autosubventionen unangetastet bleiben, steht ein nachweislich nachhaltiges Angebot wie das Deutschlandticket immer wieder zur Disposition. Das verunsichert Fahrgäste und Verkehrsunternehmen gleichermaßen.
Die steigenden Fahrgastzahlen zeigen es: Die Gesellschaft stimmt mit den Füßen für eine klima- und sozial gerechte Verkehrswende ab. Schade nur, dass die Politik hier nicht nach dem Prinzip "Der Markt regelt“ agiert und diese Entwicklung unterstützt!

In Zentren wie Berlin und Hamburg gehen Autozulassung und -verkehr zurück.
Es wird dennoch Autopolitik gemacht, beides powered by SPD btw.
Während der Radverkehr und die Nachfrage nach ÖV steigen.
In Sachen Auto hieße das achtspurige Bahnen erhalten.

Wer in Deutschland nicht Auto fahren kann oder will, muss es seit Jahrzehnten ertragen, als Bürger*in zweiter Klasse behandelt zu werden. Dabei wird im Grundgesetz sowohl die freie Entfaltung als auch die körperliche Unversehrtheit zugesichert.

Obwohl ich gefühlt die gesamte Zeit unterwegs war, habe ich diese Woche dennoch richtig viel gebloggt:

Katja steht in einem Bahnhof, neben ihr eine S-Bahn. Das Bild ist auf den Kopf gestellt.

Kinderliebe = Autohass!?

„Ich bin privilegiert und nicht auf ein eigenes Auto angewiesen. Aber vollelektrisch ist der einzig fahrbare Weg. Dennoch sehe ich auch auf diesem Foto ein echt großes Fahrzeug. DAS wiederum entsetzt mich bei der Elektrifizierung. Eigentlich sollte diese für alltagstaugliche Autos sorgen :(„

Das schrieb ich unter einem aktuellen LinkedIn Beitrag von Alexandra Wander.

Marc-Oliver Nandy schrieb nach einem kurzen Austausch:
„Katja Diehl das mag alles sein, mit Hass auf Autos und zu viel Druck auf die Menschen bewirken wir aber das Gegenteil. Daher individuelle Mobilität eletrifizieren, Kreislaufwirtschaft etablieren, Strom regenerativ erzeugen, Bahn und ÖPNV ausbauen und verbessern, und positive Zielbilder entwickeln.“

https://katja-diehl.de/kinderliebe-autohass/ (Si apre in una nuova finestra)Foto von Katja, die hinter einem Durchfahrt verboten für Autos und Motorräder Schild steht. Im Hintergrund als Bildmontage eine grüne Zufahrt zum Brandenburger Tor ohne Autos.

Berlins höchstes Gericht ebnet den Weg in eine autofreie Zukunft!

Am 25. Juni 2025 hat das Berliner Verfassungsgericht Geschichte geschrieben.
Mit einem wegweisenden Urteil erklärte es den Gesetzesentwurf für eine weitgehend autofreie Innenstadt für zulässig – und stellte klar: Es gibt kein Grundrecht darauf, mit dem Auto durch den öffentlichen Raum zu fahren.

Dieses Urteil macht den Weg frei für einen Volksentscheid im Jahr 2026 und setzt ein starkes Signal für Klimaschutz, urbane Gerechtigkeit und demokratische Gestaltung – im Kontrast zur rückwärtsgewandten Politik des aktuellen Berliner Senats.

https://katja-diehl.de/berlins-hoechstes-gericht-ebnet-den-weg-in-eine-autofreie-zukunft/ (Si apre in una nuova finestra)Gebt uns endlich autofrei!

Was kostet es statt was ist es uns wert. Wie rauskommen aus falscher Denke in der Mobilität!?

Man muss natürlich sehen, das Angebot kostet den Staat unter dem Strich eine ganze Menge.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder

Worüber hat er das wohl gesagt? Über das Auto?

Ich habe euch mal ein paar Studien zusammengestellt, die den Wert, den öffentlicher Verkehr für die Gesellschaft schafft, zusammengestellt.

https://katja-diehl.de/was-kostet-es-statt-was-ist-es-uns-wert-wie-rauskommen-aus-falscher-denke-in-der-mobilitaet/ (Si apre in una nuova finestra)Deutschland fehlt seit Jahrzehnten:
• verkehrspolitische Vision und Strategie
• konsistente
Meilensteinplanung
• Interdisziplinarität
• Kopplung von Kernkompetenzen.
Folge:
Jede Mobilitätsindustrie arbeitet für sich und Deutschland insgesamt rutscht damit in einen klima- und sozial ungerechten Abgrund.

In Deutschland wird viel diskutiert, aber wenig gebaut – und wertvolle Zeit verloren. Besonders im Bereich der Mobilität zeigt sich seit Jahrzehnten eine chronische Schieflage: Es fehlt an Richtung, Koordination und dem Mut zu echten Veränderungen.

Eine Bestandsaufnahme.

https://katja-diehl.de/deutschland-dir-fehlt-seit-jahrzehnten-etwas/ (Si apre in una nuova finestra)

Christian Lindner und seine Definition von Gleichberechtigung habe ich grad gesehen und ich denke immer noch: Hä!?

Posting von Christian Lindner auf LinkedIn. Es zeigt drei Männer vor einem orangen Schild, auf dem Women steht.
Sein Text:
Bei WoMen on Top ging es gestern Abend um eine Gesellschaft mit echter Chancengerechtigkeit und Fairness zwischen den Geschlechtern. Das ist ein Anliegen auch für Männer wie Philipp Welte, Fabian Kienbaum, Caspar N. Brockhaus und mich. 

Ich bin sehr stolz, dass die drei Initiatorinnen Nena Brockhaus, Vivien Wulf und meine Frau Franca Lehfeldt eine starke Initiative auf den Weg gebracht haben, die etwas in der Debatte bewegt. Und mehr: Mit dem Award wurde wieder eine Studentin für außergewöhnliche Leistungen ausgezeichnet, indem ihr Studienkredit in Höhe von 30.000 Euro zurückgezahlt wird.

In Deutschland brauchen wir mehr Initiativen dieser Art und mehr Stipendien, um Menschen Weg zu höhere Bildung zu erleichtern. CL

Heute ist eine neue und ganz besondere Folge von She Drives Mobility online gegangen. Ich arbeite noch an den Untertiteln, aber bald werdet ihr auch das Video vom Gespräch mit Winfried Hermann exklusiv als Abonnent*innen in der Academy anschauen können!

Cover der aktuellen Podcastfolge. (Si apre in una nuova finestra)

Winfried Hermann im Gespräch über nachhaltige Mobilität, politische Resilienz und das Ringen um gesellschaftlichen Wandel.

In der aktuellen Folge des Podcasts She Drives Mobility (Si apre in una nuova finestra) spreche ich mit einem Mann, der wie kaum ein anderer für langfristige politische Gestaltung steht: Winfried Hermann, seit 14 Jahren Verkehrsminister in Baden-Württemberg und dienstältester Ressortchef in Deutschland – vielleicht sogar europaweit. Unbedingt verbreiten!!!

Was ihn auszeichnet, ist weniger Lautstärke als Standhaftigkeit. In einem Bundesland, das als Heimat großer Automobilkonzerne gilt, hat er früh angefangen, die Weichen anders zu stellen: weg von der autozentrierten Planung hin zu einer gerechten, nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilitätspolitik. Und das, ohne ideologisch zu polarisieren oder wirtschaftliche Interessen auszublenden.

„Ich möchte diese Welt nicht den Leuten überlassen, die alles falsch machen.“

Der Einstieg ins Gespräch ist persönlich – Hermann schildert eindrucksvoll, was ihn politisiert hat: Umweltzerstörung, Lärm, Flächenfraß. Was ihn damals bewegte, bewegt ihn noch heute. Sein Weg ist geprägt von inhaltlicher Überzeugung, nicht von Machterhalt. Er kritisiert eine Politikergeneration, die in Ämtern verharrt, statt Veränderung zu ermöglichen – und ermutigt die nächste Generation, mutiger Verantwortung zu übernehmen.

Die Realität der Transformation: Widerstand, Wandel und Fortschritt

Als er 2011 als erster grüner Verkehrsminister in einem Autoland antrat, war die Skepsis groß. Er wurde belächelt, unterschätzt – und gleichzeitig kritisch beobachtet:

„Man hatte Angst, ich würde das Autofahren abschaffen.“

Heute hat sich vieles verändert. Die Wirtschaft erkennt den Wandel als Chance, Kommunen beantragen Förderprogramme für Radwege und ÖPNV-Ausbau, und auch in der Bevölkerung wächst das Verständnis für neue Mobilitätsformen.

Hermann ist dabei kein Gegner des Autos – aber ein klarer Kritiker der autozentrierten Stadtplanung:

„Es gibt 1,4 Milliarden Autos auf der Welt – man kann den Menschen das nicht verbieten. Aber man muss den Rahmen anders setzen.“

„Verkehr darf nicht auf Kosten des Planeten oder sozialer Gerechtigkeit organisiert sein.“

Nachhaltige Mobilität heißt: sozial gerecht, ökologisch wirksam, strategisch klug

Hermann liefert im Gespräch eine klare Definition: Nachhaltige Mobilität bedeutet, Mobilität für alle zu ermöglichen, ohne Umwelt und Klima zu schädigen – und dabei soziale Gerechtigkeit zu sichern:

„Nicht die einen fahren mit dem SUV durch alle Zonen, während die anderen den Lärm und die Abgase ertragen.“

Deshalb setzt Baden-Württemberg auf einen Mobilitätsmix aus Fuß-, Rad-, Bahn- und Busverkehr. Besonders im Fokus: der ländliche Raum. Hier braucht es pragmatische, technologiegestützte Lösungen – z. B. in Form autonomer Kleinbusse oder On-Demand-Angebote.

„Autonomes Fahren macht dann Sinn, wenn es kollektive Mobilität stärkt – nicht den Individualverkehr.“

Technologieoffenheit als Ausrede – oder Rückschritt?

Ein kritischer Punkt des Gesprächs ist die Rolle der Bundespolitik in der Mobilitätswende. Hermann benennt die Folgen der Verzögerungstaktik bei der Elektromobilität deutlich:

„Die Industrie war auf dem Weg, sich neu zu erfinden – und dann hat die Politik sie wieder verunsichert.“

Er verweist auf die psychologischen Wirkungen von Kaufanreizen, die Bedeutung klarer Zielvorgaben – und den immensen Schaden, der entsteht, wenn politische Führung sich wegduckt.

Dabei hat die Autoindustrie selbst gezeigt, dass sie wandlungsfähig ist – wenn sie denn ernsthaft unterstützt und strategisch eingebunden wird.

Verkehrswende braucht Bilder, Beteiligung und politische Klarheit

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist der kommunikative Umgang mit Veränderung. Hermann betont, dass Wandel nur gelingt, wenn er als Gewinn kommuniziert wird – nicht als Verlust:

„Wir nehmen nicht den fünften Parkplatz weg – wir pflanzen dort einen Baum.“

Politik muss dabei nicht nur Programme auflegen, sondern auch Visionen vermitteln. Das Ministerium stellt z. B. Möblierungen und Visualisierungsmaterial bereit, damit Kommunen temporär Straßenräume umgestalten und neue Nutzung sichtbar machen können.

Appell an die Gesellschaft: Demokratie ist keine Dienstleistung

Am Ende des Gesprächs steht ein Aufruf: Verkehrswende ist keine Aufgabe der Politik allein. Sie gelingt nur, wenn Bürger*innen, Verwaltungen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft mitziehen:

„Demokratie lebt vom Mitmachen. Es reicht nicht, gute Ideen zu fordern – man muss sie auch mittragen.“

Es geht darum, sich einzumischen, Ideen vorzuschlagen, lokale Initiativen zu starten – ob als Elternteil, Planerin oder Anwohner.

Fazit: Wandel ist möglich – mit Haltung, Strategie und Beharrlichkeit

Diese Podcastfolge ist kein technokratischer Lagebericht. Sie ist ein Beispiel dafür, wie Wandel mit demokratischer Tiefe, ökologischer Verantwortung und menschlicher Haltung gestaltet werden kann. Hermann zeigt: Veränderung braucht Zeit, aber vor allem Klarheit im Ziel und Offenheit im Dialog.

Und damit zu den Links der Woche!

Die Vertreter:innen des Straßenverkehrs gerieren sich immer wieder als Opfer einer Umverteilung, die Autofahrer:innen schröpft und dadurch andere Verkehrsträger quersubventioniert. Eine vom NEE beauftragte explorative Studie widerlegt diese Behauptung. Tatsächlich deckt der Straßenverkehr seine unmittelbaren Kosten nicht, er wird mit zweistelligen Milliardenbeträgen aus Steuermitteln unterstützt. Die Güterbahnen fordern, dass die Regierung nach Jahren endlich auf ihre eigene Monopolkommission hört und der Intransparenz ein Ende bereitet. Deutschland sollte dem Beispiel der Schweiz folgen und eine Analyse der Kosten und Finanzierung des Verkehrs vornehmen.

https://die-gueterbahnen.com/news/wie-sehr-die-strasse-finanziell-bevorzugt-wird-und-warum-transparenz-jetzt-der-erste-schritt-ist.html (Si apre in una nuova finestra)

Im neuen Plan für den Verteidigungshaushalt finden sich plötzlich auch 1,2 Milliarden für Autobahn- und Bahnprojekte. Wofür das Geld vorgesehen ist, kann die Regierung nicht sagen.

https://www.spiegel.de/panorama/verteidigungsetat-die-gruenen-wittern-verschiebebahnhof-fuer-verkehrsausgaben-a-23adadde-c0ef-477c-b391-4901ad932e55 (Si apre in una nuova finestra)

Volkswagen steckt weitere Milliarden in Luxusverbrenner

Der Verkauf von E-Autos läuft schleppend. Deshalb denkt VW darüber nach, seine Verbrenner mit einer neuen technologischen Basis aufzumotzen. Vor allem Luxusmarken wie Lamborghini sollen damit konkurrenzfähig bleiben.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/volkswagen-vw-steckt-weitere-milliarden-in-luxus-verbrenner-a-e4960af4-4a66-4bb5-a0cd-0103596d357a (Si apre in una nuova finestra)

Für den internationalen EMW-Preis (MOBILITYAWARD) wurden Leipzig, Bologna (Italien) und Braga (Portugal) nominiert. Für den MOBILITYACTIONS-Preis wurden Pěšky městem (Tschechien), Amics de ca la Cileta (Spanien) und Bucharest-ILFOV TPBI (Rumänien) nominiert.

https://www.umweltbundesamt.de/leipzig-unter-den-finalisten-fuer-den (Si apre in una nuova finestra)

Das Interview mit Burkhard Jung, dem Oberbürgermeister von Leipzig, findet ihr hier in eurer Academy (Si apre in una nuova finestra).

Während sich der Bestand der elektrischen Pkw in den westlichen Bundesländern auf 3,43 % aller Pkw beläuft, liegt der Anteil im Osten bei lediglich 1,82 %. Besonders gering ist der Bestand in Landkreisen in Sachsen-Anhalt, Thüringen oder dem Altenburger Land, während Metropolregionen wie Stuttgart, München, Wolfsburg oder auch Berlin zu den Spitzenreitern zählen.

Spannend finde ich, dass es in allen Berichten zur schleppenden Antriebswende nahezu unreflektiert übernommen wird, dass die kurz eingestellten Kaufprämien der Grund dafür sind. Meiner Meinung nach ist das bei einem 70%igen Anteil von Dienstwagen an Neuwagen kaum möglich, zumal 2/3 der Autos eh finanziert werden…

https://www.fnp.de/na-pressemitteilungen/mobilitaetswende-auf-der-kippe-was-bleibt-vom-auto-versprechen-studie-zr-93697340.html (Si apre in una nuova finestra)

Das Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme der Universität Kassel hat im Rahmen des Forschungsprojektes „NRVP 2020 – Welche Kosten verursachen verschiedene Verkehrsmittel wirklich?“ (VB1513) u.a. zwei IT-gestützte Tools entwickelt (inkl. der dazugehörigen Anwenderleitfäden). Die Leitfäden und die IT-gestützten Tools werden allen interessierten Anwendern kostenlos zur Verfügung gestellt:

https://www.uni-kassel.de/fb14bau/institute/institut-fuer-verkehrswesen-ifv/verkehrsplanung-und-verkehrssysteme-kassel-mobility-lab/forschung/it-gestuetzte-tools/costtool (Si apre in una nuova finestra)

Und ich war zu Gast bei

Zukunft gestalten – Der Podcast über Planetary Health

https://planetary-health-academy.de/podcasts/ (Si apre in una nuova finestra)

Bleibt gesund und zuversichtlich!

Eure

Katja

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