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Wenn „ungefähr“ zum Problem wird

Als wir neu nach Gambia kamen, begegnete mir zum ersten Mal etwas, das ich in den folgenden Jahren immer wieder erleben sollte. Ich wollte meinen Schreibtisch in die Ecke des Zimmers stellen. Ich schob ihn an die linke Wand – auf der rechten Seite blieb ein Spalt. Also drehte ich den Tisch und stellte ihn an die andere Wand. Wieder blieb ein Spalt. Erst nach einigem Probieren wurde mir klar: Nicht der Tisch war das Problem. Die beiden Wände bildeten schlicht keinen rechten Winkel. Der Blick auf die Fliesen am Boden und die Zimmerdecke bestätigte es. Die Fliesenleger taten mir im Nachhinein noch leid.

Bei unseren Moskito-Türen mussten kürzlich die Netze ausgewechselt werden. Der Tischler nahm die Tür ab, wechselte das Netz aus und befestigte die Tür anschließend wieder – allerdings so, dass sie sich nicht mehr schließen ließ. Der eigentliche Zweck einer Moskito-Tür war damit verfehlt.

Immer wieder fragte ich mich, warum solche Fehler offenbar niemandem auffielen. Wurde die Arbeit nach ihrer Fertigstellung überhaupt noch einmal überprüft? Oder spielte das Ergebnis einfach eine geringere Rolle, solange der eigentliche Zweck erfüllt war? Fehler können schließlich überall passieren. Aber in jedem Gewerk, immer wieder?

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