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Als ich begann, Sterbeurkunden zu kontrollieren

Als wir Ende der 90er Jahre unsere ersten Hilfsprojekte durchführten, war unsere Welt noch einfach. Wir kannten jede Familie persönlich. Vertrauen war selbstverständlich. Niemand hätte damals gedacht, dass ich viele Jahre später einmal Sterbeurkunden kontrollieren würde.

Unsere ersten Projekte waren klein. Wir halfen einzelnen Menschen mit Medikamenten oder Verbandsmaterial. Etwas später verteilten wir unsere ersten elf Hammel zum Opferfest.

Es war alles sehr familiär und überschaubar. Wir kannten alle Bedürftigen persönlich, und auch die Gruppe der Spenderinnen fühlte sich wie eine Familie an.

Doch als wir größer wurden und Bedürftige zu uns ins Büro kamen, die wir nicht kannten, begann es unübersichtlich zu werden. Der erste Fall, den ich persönlich als Betrugsversuch aufdeckte, betraf eine ältere Frau, die für ihren Enkel Schulgebühren beantragen wollte.

Es war die Zeit, als wir noch Schulgebühren für einzelne Kinder übernahmen. Nie gaben wir den Eltern das Geld bar in die Hand. Sie mussten uns die Schulrechnung bringen, und wir bezahlten die Gebühren direkt an die Schule.

Nun brachte die Großmutter uns die Rechnung für ein Quartal der Newtown-Grundschule.

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