
Liebe Leser*innen,
Sie Glückspilze sind gerade dabei, einen der interaktivsten Newsletter der deutschen Satirebranche zu lesen. Und diese Woche wartet ein ganz besonderes Mitmachangebot auf Sie. Das Prinzip ist kinderleicht:
Im ersten Schritt besorgen Sie sich die heute erscheinende November-TITANIC. Diese ist im Onlineshop als Print (Si apre in una nuova finestra) oder PDF (Si apre in una nuova finestra) erhältlich, oder am Bahnhofskiosk – allerdings erst ab Samstag und nicht als PDF.
Haben Sie sich für die Printausgabe entschieden, trennen Sie im zweiten Schritt das Titelblatt sauber ab. Die PDF-Tech-Geeks unter Ihnen drucken die erste Seite (bitte in Farbe!) aus.
Kreuzen Sie im dritten Schritt die aus Ihrer Sicht richtige Antwort auf die folgende Frage an.
(Si apre in una nuova finestra)Ab Samstag am Bahnhofskiosk, jetzt schon im Onlineshop (Print (Si apre in una nuova finestra) oder PDF (Si apre in una nuova finestra) oder in der App (Si apre in una nuova finestra)) – oder am besten: mit Prämie im Abo (Si apre in una nuova finestra)!
Schicken Sie das ausgefüllte Formular im vierten Schritt per Post an die TITANIC-Redaktion zurück. Hier werden Ihre Antworten ausgewertet, sodass wir Ihnen bei reger Teilnahme schon kommende Woche den wahrscheinlichsten neuen Kult-Krisenherd präsentieren können. Seien Sie dabei!
Wer vom Mitmachen immer noch nicht genug hat, kann Friedrich Merz dabei helfen, deutsche Städte endlich wieder vorzeigbar zu machen:

(Si apre in una nuova finestra)Obwohl der Kanzler auf Unterstützung angewiesen sein wird, steht für ihn bereits felsenfest, dass die AfD an seinem Projekt nicht mitwirken soll.

Während man hierzulande auf eine relativ ereignislose Woche zurückschauen kann, dürfte der gemeine Franzose beim Blick in die Zeitung seinen Augen wohl nicht getraut haben. TITANIC hat für Sie den Einbruch im Louvre minutiös rekonstruiert:

Vortag, 23:22 Uhr: Als vier Pariser Freunde in einem Café die Rechnung für ihre Froschschenkel nicht begleichen können, reift die Idee, durch Diebstahl kurzfristig reich zu werden. Man heckt einen Schlachtplan aus.
4:17 Uhr: Ein befreundeter Landwirt aus dem Norden schuldet einem der Monsieurs noch einen Gefallen. Schnell sind vier Mofas ausgeliehen. Einen lustigen Umtrunk später ist man zurück auf dem Weg nach Paris.
9:25 Uhr: Während einer der Diebe über eine schwach gesicherte Seite den Zugang zum Louvre öffnet, schalten seine drei Komplizen mit Betäubungspfeilen aus Pusterohren die Wachen aus. Jetzt rächt sich der viele Wein bei Bauer Jacques.
9:33 Uhr: Alles muss schnell gehen! Ein Selfie vor der Mona Lisa wäre der Bande fast zum Verhängnis geworden, als ein Streit ausbricht, ob man das schwer gesicherte Gemälde mitnehmen solle. Der Konflikt eskaliert, als einer der Räuber den Anführer konfrontiert, mit dessen Freundin geschlafen zu haben. In letzter Sekunde reißen sich alle zusammen.
9:36 Uhr: In der Galerie d'Apollon wird zunächst herumgealbert, die eine oder andere Herrscherkrone aufgesetzt. Da man vergessen hat, Taschen o. Ä. mitzunehmen, fällt die Beute etwas kleiner aus. Jeder stopft sich in die Hose, so viel er tragen kann. Dann geht es auf Mofas Richtung Ausgang.
9:38 Uhr: Im Museumsshop werden noch einige Souvenirs erworben. Mangels Kleingeld bezahlt man mit Schmuckstücken aus der Apollon-Galerie. Ein Café au Lait geht aufs Haus, wird jedoch »to go« verlangt.
9:42 Uhr: Die wertvolle Krone der Kaiserin Eugénie war nur auf den Gepäckträger geklemmt und hüpft beim wilden Mofaritt über holprige Seitenstraßen in den Rinnstein. Merde! Für die Froschschenkelrechnung wird der Gewinn beim Trödler trotzdem reichen.
(Si apre in una nuova finestra)Nach diesem kurzen Exkurs ins Nachbarland beginnt nun der nächste interaktive Teil dieses Newsletters: Versuchen Sie, in weniger als fünf Minuten die folgende Mathe-Aufgabe von TITANIC-Herausgeberin und -Kolumnistin Ella Carina Werner zu lösen.

Wenn Sie die richtige Lösung gefunden haben, legen Sie diese gerne dem ausgefüllten Formular bei und schicken Sie beides zusammen an die Redaktionsadresse.
Sobald Sie das erledigt haben, können Sie sich entspannt zurücklehnen und die neueste Ausgabe »Zweite Tasse, bitte!« von Torsten Gaitzsch genießen:

Heute: Fremden Händen ausgeliefert
Neulich war mal wieder ein Friseurbesuch zu absolvieren. Dabei musste ich zu meinem Verdruss einer-, zu meiner Erleichterung andererseits gewärtigen, dass ein neuer Mitarbeiter in meinem Stammsalon eingestellt worden war. Erleichterung, weil sein Vorgänger reichlich ungepflegt und geistesabwesend seinen Dienst verrichtete; Verdruss, weil ich nun einer völlig unbekannten Person zu schildern hatte, welches Prozedere ich meinem Haupt standardmäßig angedeihen lasse. Kurios war, dass der Mann, der sich zum Glück als schweigsam und extrem sorgfältig herausstellte, das Wort »Scheitel« nicht kannte. »Was ist Scheitel?« fragte er, nachdem ich – mich der personellen Veränderung mit modischem Wagemut hingebend – erklärt hatte, dass mir heute nicht unbedingt ein Scheitel gelegt zu werden brauchte, sondern das Fronthaar locker in die Stirn fallen dürfe. Mit den Händen unterm Umhang versuchte ich den Begriff des Scheitels zu verdeutlichen, worauf der Hairstylist sagte: »Ach so. Nein, so was mach ich nicht, das ist für Kinder!« Er muss mich falsch verstanden haben, denn das Ergebnis war ein derart akkurat gezogener Scheitel, dass man mich zurzeit, wäre ich zwanzig Jahre jünger, für ein Mitglied der Fußballnationalmannschaft oder der Identitären Bewegung halten könnte.
Ganz zum Ende überprüfte der Friseur noch meine Ohren und befand mit dem Ausruf »Sauber!«, dass diese keiner gesonderten Behandlung bedurften. Wie diese wohl ausgesehen hätte, wären die Ohren nicht »sauber« gewesen?
Eine Zeitlang war es auch üblich, dass mir nach der Schur ein medizinisch riechendes Tonikum auf dem Schädel verrieben wurde – »gegen Haarpilz, aber das gibt’s bei uns sowieso nicht«, wie mir stets versichert wurde. Erinnern Sie sich noch an die Haarpilzpanik? Im Akkord arbeitende Schneidemaschinen verbreiteten diesen Pilz angeblich unter jungen Männern. Aus »Seiten frisch« wurde »Seiten sporig«, Barbershops waren Brutstätten von Myzel und Hautkeimen. Eine Sorge, die den Beatles trotz ihrer Pilzfrisuren fremd gewesen sein dürfte.
Aber was genau ist es nun, was nur »für Kinder« ist?
Verabschiedet sich und wünscht ein gut informiertes Wochenende:
Ihre TITANIC-Redaktion
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