Saltar para o conteúdo principal

KI 23 | 2026

KI braucht eine Zeile im Haushalt

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit Wochen sind wir u.a. in Behörden, Hochschulen und Bildungseinrichtungen unterwegs und zeigen, wie das Arbeiten mit den neuen KI-Modell-Architekturen aussieht. Dabei sehen wir nicht mehr Chatfenster und automatisierte Agenten, sondern Werkzeuge, die Aufgaben übernehmen, Dokumente durchsuchen, Konzepte vorstrukturieren. Wir glauben nicht an das Versprechen von immer mehr und immer schneller. Aber an besser.

Es gab zwar immer einen Unterschied zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen KI-Angeboten, aber bislang war er nicht so entscheidend. Man kam mit beiden voran. Diese Phase geht zu Ende. Wer größere Dokumente verarbeitet, Konzepte entwickeln lässt oder über mehrere Schritte an komplexen Aufgaben arbeiten will, merkt, dass die kostenfreien Modelle das nicht leisten.

Als Bildungsanbieter muss ich selbst Erfahrungen mit dieser Art des Arbeitens machen – mit dem Blick auf eine Region, einen Fachbereich, auf eine Zielgruppe –, um zu verstehen, was gerade passiert. Wenn eine Professorin im Workshop erlebt, was mit diesen Werkzeugen möglich ist, und dabei denkt: „Damit könnte ich eine Masterarbeit schreiben”, dann ist die nächste Frage: „Wie soll ich für die Qualität meines Fachbereichs einstehen, wenn ich selbst keinen Zugang habe, um das zu beurteilen?”

Es geht nicht darum, jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Aber es gibt auch bei KI einen Unterschied zwischen bewusster Enthaltung und unfreiwilligem Abgehängtsein.

Wir erleben aktuell, dass viele Menschen diese Werkzeuge für den Einsatz am Arbeitsplatz privat bezahlen. Aus eigener Tasche, weil sie den Unterschied erlebt haben und nicht mehr ohne arbeiten wollen. Vor einem Jahr hätte man sagen können, KI gehört nicht zwingend in den Etat einer Bildungseinrichtung. Das hat sich geändert. Heute gehört es dazu. Mit einem realistischen Budget und mit einer Reserve für Preissteigerungen, die kommen werden.

Es entstehen neue Infrastrukturkosten, die nicht nebenbei getragen werden können und deshalb in die politische Kommunikation gehören: Denn hier tut sich eine Lücke auf. Und die hat etwas mit Chancengleichheit zu tun.

Sascha Lobo denkt in seinem aktuellen Podcast (Abre numa nova janela) noch ein Stück weiter hin zu Personal AI Agents und beschreibt, wie sich gerade eine zweigeteilte Welt entwickeln könnte. Auf der einen Seite Organisationen, die KI bewusst einplanen, die mit ihr arbeiten dürfen, die sie in ihre Strukturen integrieren. Auf der anderen Seite solche, bei denen KI in keinem Budget vorkommt, bei denen niemand auf die Idee käme, dafür Mittel freizugeben.

Dabei geht es nicht nur um die großen kommerziellen Modelle. Auch lokale KI-Modelle, die auf dem eigenen Rechner oder in der eigenen Infrastruktur laufen, entwickeln sich derzeit zu interessanten Alternativen (s.u.). Sie verschieben die Kostenfrage weg vom Lizenzpreis, hin zu Beratung, Einrichtung, Wartung, Infrastruktur und Kompetenzaufbau. Aber auch das kostet Geld.

Das sind keine Fragen, die sich am einzelnen Arbeitsplatz lösen lassen. Viele Verbände und Träger stehen vor der Herausforderung, diese neuen Kosten an die Politik vermitteln zu müssen, und das in einer Zeit, in der die Mittel ohnehin knapp sind. Die Budgets für die kommenden Jahre werden jetzt erstellt. Wir drücken die Daumen, dass KI-Infrastruktur darin vorkommt.

Sprechen Sie uns an. Wir begleiten Sie mit Workshops, Keynotes, Moderation und Beratung.

Christiane Carstensen, David Röthler und Sonya Dase
von Milenu (Abre numa nova janela)und Dase & Carstensen (Abre numa nova janela)

Empfehlen (Abre numa nova janela) Sie uns gerne weiter …


Außerdem im Infobrief:

  • Wackelt EdTech?

  • Wofür Menschen 2026 KI nutzen

  • Hermes Agent lokal: ein Agent, der uns kennenlernt, ohne dass Daten unser Gerät verlassen

  • Deutschland: Chatbot-Betreiber haften für KI-Fehler

  • Deutsch ist die neue Programmiersprache? Fast.

  • Arbeit im Wandel: Was KI zur Debatte stellt

  • Termine rund um KI und Erwachsenenbildung im DACH-Raum

Wofür Menschen 2026 KI nutzen

Seit 2024 veröffentlicht Marc Zao-Sanders von AI in the Wild (Abre numa nova janela), einer Langzeitstudie zur KI-Nutzung in der Harvard Business Revue (Abre numa nova janela), wie Menschen generative KI tatsächlich nutzen. Die aktuelle Auswertung zeigt, dass Chat GPT & Co. endgültig im Alltag angekommen sind und zwar nicht nur für einzelne Aufgaben wie Texte schreiben oder Informationen suchen, sondern in einer immer größeren Bandbreite privater Themen.

Besonders deutlich wird die Verschiebung hin zur praktischen Alltagsberatung wie Kochen, Astrologie, Gesundheit, Reparaturen und mehr. KI wird damit immer stärker zum persönlichen Begleiter für die kleinen und großen Fragen des täglichen Lebens.

Die Auswertung macht deutlich, dass KI längst nicht mehr nur dort relevant ist, wo ausdrücklich „KI“ draufsteht. Sie wandert in alle Lebensbereiche hinein, sei es in den Kochkurs der Volkshochschule genauso wie in die Beratungssituation eines Jobcoaches, in Lernprozesse ebenso wie in Gesundheitsfragen, Alltagsentscheidungen oder im Bauch-Beine-Po-Kurs.

Gerade für Bildungsanbieter ist das eine wichtige Zäsur. Viele behandeln KI noch immer als isoliertes Technikthema oder verorten sie vor allem im digitalen Lernen. Doch KI betrifft nicht nur Lernplattformen, Tools oder Online-Angebote. Sie verändert auch ganz analoge Bildungsformate wie Präsenzkurse, Beratungsgespräche, Sprachunterricht, berufliche Orientierung, Gesundheitsbildung oder kulturelle Bildung.

Seit fast vier Jahren ist das ein Mantra in unseren Workshops:

KI ist ein Querschnittsthema.

Sie betrifft alle Bildungsbereiche und lässt sich nicht auf „KI-Kurse“ oder digitales Lernen reduzieren.

Wackelt EdTech?

Wir möchten Sie heute auf einen interessanten Beitrag in der F.A.Z. zur Neuausrichtung der EdTech-Anbieter hinweisen. Wer schnell ist, ergattert noch einen der begrenzten Verschenk-Links des Artikels (Abre numa nova janela), die wir als Abonnenten der F.A.Z. verteilen dürfen.

In unseren Workshops, Keynotes und Beratungen für Fach- und Führungskräfte aus der Erwachsenenbildung sensibilisieren wir seit langem dafür, die Strategien der EdTech-Branche kritischer zu betrachten. Zu oft wird der Eindruck erzeugt, Bildung müsse auf die Herausforderungen und Chancen von KI vor allem mit weiterer Digitalisierung reagieren. Dabei zeigt sich gerade in den USA, dass die Digitalisierung der Bildungsbranche keineswegs eine stabile Erfolgsgeschichte ist, sondern selbst unter erheblichem Druck steht. Viele Anbieter kämpfen mit Disruption, tragfähigen Geschäftsmodellen und der Frage, welchen echten Mehrwert sie in einer KI-geprägten Welt tatsächlich noch bieten können.

Deshalb warnen wir davor, KI lediglich als nächste Digitalisierungsschraube zu verstehen oder Fach- und Führungskräften zu suggerieren, in einer weiteren technischen Aufrüstung liege bereits eine Strategie. Gerade die Erwachsenenbildung in Deutschland und Österreich ist in einer deutlich besseren Ausgangsposition, als ihr oft bewusst ist. Sie verfügt über Erfahrung, institutionelles Vertrauen, Nähe zu Lernenden, Kommunen und Regionen sowie ein tiefes Verständnis für professionelle Bildungsprozesse. Diese Pole Position vorschnell aufzugeben, um einer Strategie hinterherzulaufen, die sich in den USA bereits als brüchig erweist, wäre aus unserer Sicht ein strategischer Fehler.

Keine fremde Strategie zu übernehmen, heißt aber nicht, auf eine eigene verzichten zu können.

Hermes Agent lokal: ein Agent, der uns kennenlernt, ohne dass Daten unser Gerät verlassen

Seit ein paar Tagen experimentieren wir mit Hermes Agent, einem Open-Source-Agentenframework von Nous Research, das wir vollständig lokal betreiben.

Was uns daran fasziniert, ist die Kombination aus zwei Eigenschaften, die bisher selten zusammenkamen.

Erstens: Hermes hat einen eingebauten Lernloop. Der Agent erzeugt aus Erfahrung eigene Skills, verbessert sie während der Nutzung und baut über Sessions hinweg ein zunehmend differenziertes Modell davon auf, wer wir sind und wie wir arbeiten. Er lernt uns also „kennen”.

Zweitens: Genau das geschieht, ohne dass Daten unser Gerät verlassen. Das persönliche Profil, das andere Anbieter in der Cloud anlegen, entsteht hier ausschließlich lokal.

Damit verbindet sich für uns, was bei der letzten #denkbar #26 als roter Faden durchschimmerte: die Renaissance der digitalen Souveränität – weg von der Cloud, zurück zum Computer. Lokale Modelle werden konsequent kleiner, schneller und leistungsfähiger. Und in Beratungsgesprächen mit datensensiblen Organisationen wie Krankenhäusern, NPOs oder dem öffentlichen Sektor hat der Satz „Es werden keine Daten übertragen“ inzwischen ein anderes Gewicht als jede „DSGVO-Konformität“.

Ehrlicherweise ist alles noch etwas kompliziert und schwer zu überblicken. Installation, Modellauswahl, Tool-Anbindung und Skill-Verwaltung sind noch keine One-Klick-Installation, und wir können noch nicht abschätzen, wie stabil und alltagstauglich das Setup über Wochen sein wird. Aber die Richtung stimmt: ein Agent, der mit uns wächst, am eigenen Gerät, unter eigener Kontrolle.

Dank an Harry Russegger https://bitdynamo.com/ (Abre numa nova janela) für den Support beim Setup.

Deutschland: Chatbot-Betreiber haften für KI-Fehler

Ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamm stellt klar: Unternehmen können für falsche Aussagen eines KI-Chatbots verantwortlich gemacht werden, wenn diese Informationen Bestandteil des eigenen digitalen Angebots sind. Im konkreten Fall ging es um eine Schönheitsklinik, deren Chatbot den Geschäftsführern fälschlicherweise Facharzttitel zuschrieb.

Das Gericht betonte, dass sich Unternehmen nicht ohne Weiteres darauf berufen können, die KI sei mit korrekten Daten trainiert worden. In der Entscheidung heißt es sinngemäß: Selbst wenn die Klinik den Chatbot ausschließlich mit richtigen Datensätzen habe programmieren lassen, trage sie die Verantwortung für die unstreitigen Falschangaben zu den nicht existierenden Facharzttiteln ihrer Geschäftsführer.

Für Unternehmen folgt daraus: Wer KI-Chatbots im Kundenkontakt, auf Webseiten oder in anderen digitalen Angeboten einsetzt, sollte sorgfältig prüfen, ob das eigene Angebot den rechtlichen Anforderungen und der aktuellen Rechtsprechung entspricht. Dazu gehört insbesondere, die Funktionsweise, Grenzen und Risiken der eingesetzten KI zu kennen und geeignete Kontrollmechanismen vorzusehen.

Deutsche Handwerks Zeitung (Abre numa nova janela)

Deutsch ist die neue Programmiersprache? Fast.

Im Handelsblatt erschien gerade ein spannender Kommentar (Abre numa nova janela) mit der These, dass die wichtigste Programmiersprache im KI-Zeitalter Deutsch sei.

Wer schon einmal in einem unserer Workshops oder Keynotes war, weiß: In diese Richtung argumentieren wir auch. Aber wir würden noch einen Schritt weitergehen.

Die neue „Programmiersprache“ ist nicht Deutsch. Und auch nicht Spanisch, Türkisch, Russisch oder Englisch.

Es ist meine eigene Sprache.

Die Sprache, in der ich denke, frage, zweifle, suche, sortiere. Und sie darf auch unvollkommen sein, fragmentarisch, mit Umwegen, Pausen und halben Gedanken.

Denn generative KI wird nicht nur programmiert. Sie wird gesteuert. Durch Sprache, Kontext, Absicht und Urteilskraft.

Wenn ich plötzlich alles fragen kann, muss ich umso besser wissen, was ich eigentlich fragen will. Ich brauche nicht nur Prompts, sondern Orientierung. Ich muss verstehen, wo ich in der Welt stehe, welche Perspektive ich einnehme, welche Annahmen ich mitbringe und an welchen Merkmalen ich gute Antworten erkenne.

Die wichtigste Zukunftskompetenz ist nicht Deutsch. Sondern die Fähigkeit, in der eigenen Sprache klar zu denken.

dekorativ (Abre numa nova janela)
Arbeit im Wandel: Was KI zur Debatte stellt

Wer den Presseclub zum Thema Die KI-Revolution - was wird aus unseren Jobs? (Abre numa nova janela) zum Thema „KI und Jobs” verpasst hat, kann die Sendung auf YouTube nachsehen.

Das Video eignet sich gut, um sich einen kompakten Eindruck von der Bandbreite der aktuellen Debatte zu verschaffen. Auch mit Blick auf die Erwachsenenbildung ist das Thema relevant, weil es grundlegende Fragen zu Lernen, Arbeiten und gesellschaftlicher Teilhabe berührt.

Terminübersicht KI und Erwachsenenbildung im DACH-Raum

Eine Terminübersicht zu Fortbildungen, Events und Tagungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund um KI, Erwachsenenbildung und Bildungsmanagement finden Sie hier (Abre numa nova janela).

09.06.26
Offene Werkstatt #2 (Abre numa nova janela)
David Röthler
10.00–12.00 Uhr, online
Kostenfrei (EU-finanziert)

11.o6.26
Wo stehen wir gerade? Bewerbungsverfahren in Zeiten von KI (Abre numa nova janela)
18.00–19.00 Uhr, online, kostenfrei
Dase & Carstensen GmbH

17.06.25
Stiftung Grundbildung Berlin
10. Berliner Fachtag: KI in der Grundbildung in Berlin (Abre numa nova janela)
Keynote Christiane Carstensen
9.00–16.00 Uhr, kostenfrei
Anmeldung bis 01.06.26
Berlin

07.07.26
Wo stehen wir gerade? – HTML Dateien & KI (Abre numa nova janela)
10.00–11.00 Uhr, online, kostenfrei
Dase & Carstensen GmbH

Newsletter an- und abmelden

Am Ende jedes Newsletters finden Sie einen Link, mit dem Sie den Newsletter über unseren Dienstleister Steady (Abre numa nova janela) abbestellen können.

Wir freuen uns, wenn Sie unseren Infobrief (Abre numa nova janela) weiterempfehlen.

Sie erreichen uns als Redaktion unter info@51GradNord.ai.
51° Nord ist eine Gemeinschaftsredaktion von Milenu (Abre numa nova janela) und Dase & Carstensen (Abre numa nova janela).