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Warum ich schreibe

Geschichten hatten in meinem Leben schon immer einen großen Stellenwert. Egal ob in Form von Büchern, Filmen oder Musik. Als Kind schleppte ich Tonnen an Büchern aus Leihbüchereien, schaute bis tief in die Nacht Filme, die ich streng genommen noch gar nicht sehen durfte. Später übersetzte ich gerne die Lyrics meiner liebsten Rockbands.

In Geschichten abzutauchen wurde zu meiner Zuflucht. Eskapismus in seiner reinsten Form.

Wenn ich meine Gedanken auf diese Geschichten lenken konnte, dann kreisten sie schon mal weniger um andere Dinge. Ich bin nämlich ein Grübler der schlimmsten Sorte, einer von denen, die die ganze Nacht wach liegen können, weil sie ihr Gedankenkarusell nicht abstellen können. Sprich: Seit meiner Kindheit plagen mich Schlafstörungen. [Unterbewusst hat mich das sicher zu “Josephines Albtraum” inspiriert] Wenn ich meinen Fokuss jedoch auf andere Geschichten als meine reale Geschichte lenken kann, dann geht es mir besser. Bis heute sind sie mein Anker.

Doch so richtig bewusst wurde mir das erst, als ich anfing, eigene Geschichten zu schreiben.

Die Konzentration auf eigene erschaffene Welten, die Figuren und ihre Leben erlaubte mir ein Stück weit Seelenfrieden. Wenn ich mich mit meinen Figuren beschäftigen konnte, dann konnte ich das echte Leben besser ertragen. In gewisser Weise haben mich meine eigenen Geschichten gerettet.

Das Schreiben ist meine Therapie.

Hier kann ich mich austoben. Ich kann Gefühle und Gedanken ausleben, Erlebtes verarbeiten. Und weil ich schon immer ein großer Fan der Phantastik und auch des Schaurigen und von Mystery war, verpacke ich meine Geschichten genau darin: in einen düsteren, fantastischen Mantel.

Du denkst jetzt vielleicht: “Oje, diese A. E. Schikora muss ja ein waschechter Emo sein, der ständig am Abgrund zur Depression balanciert.” Tja, da muss ich dich enttäuschen.

Tatsächlich bin ich ein sehr fröhlicher und positiv gestimmt Mensch. Ja, in echt! Vielleicht ein bisschen zu harmoniebedürftig und manchmal zu sehr angepasst. Aber im Grunde ist mein Glas immer halb voll.

Ich denke, das ist ein Kernwesenszug meines Charakters. Diese Einstellung gehört genauso zu mir wie die Melancholie. Irgendwie paradox, oder?

Manchmal fühle ich mich schon wie ein wandelnder Widerspruch.

Damit die besagte Melancholie nicht alles überschattet, schreibe ich sie einfach aus mir raus. Wort für Wort. Geschichte für Geschichte.

Kreativität befreit. Kreativität rettet.

Und als dann die ersten Leserstimmen laut wurden und fremde Menschen mir Zeilen schrieben wie: “Genau so hat es sich auch für mich angefühlt.” oder “Wow, wie treffend du das beschrieben hast …” oder “das hat mir wirklich Stoff zum Nachdenken gegeben”, da wurde mir klar: Vielleicht habe ich einen Nerv getroffen.

Und das Sahnehäubchen: “Dein Buch war mein absolutes Lese-Highlight dieses Jahr” … wenn man sowas als Autor liest, dann weiß man, dass die Geschichte zur richtigen Person geflattert ist.

Natürlich schmeichelt es das Ego und ist Balsam für die Seele. Danke an meine Leser, dass ihr mir das mitteilt. So weiß ich, ich mach was richtig.

Jetzt schreibe ich nicht nur für mich. Ich schreibe nun auch für euch 🖤

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